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Derek Jackson – der Meisterdieb im Basketball spielt bei Swiss Central

Swiss Central gewinnt zuletzt drei Spiele in Folge. Das ist auch der Verdienst von Derek Jackson. Keiner «klaut» mehr Bälle als der US-Spielmacher. Das will Jackson am Dienstag (19.30, Maihofhalle) auch gegen Rekordmeister Fribourg tun.
Daniel Schriber
Auf Derek Jacksons Punkte ist Swiss Central angewiesen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 20. Oktober 2018)

Auf Derek Jacksons Punkte ist Swiss Central angewiesen. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 20. Oktober 2018)

«Plopp», wieder spuckt die Wurfmaschine einen Ball aus. Im Drei-Sekunden-Takt warfen die Swiss Central-Spieler Marco Lehmann und Derek Jackson am letzten Freitag den Ball aus der Dreipunkte-Distanz auf den Korb. Immer und immer wieder – fast so, als wären sie selber Maschinen. Als die zuvor programmierte Einheit beendet ist, zeigt der Computer die Trefferquote an: 101 Treffer aus 147 Versuchen. Das ist gut, sehr gut sogar. Abklatschen, nächste Runde. Nicht selten kommen in einer Einheit 500 oder mehr Würfe zusammen.

«Ich liebe diese Trainingseinheiten», sagt Derek Jackson etwas später. Die Mittagszeit verbringt der Amerikaner regelmässig in der Halle, um individuell zu trainieren. «Mein Ziel ist es, jede Woche etwas besser zu werden.» Zuletzt schien ihm dies stets zu gelingen. Nach fünf Startniederlagen konnte Swiss Central Basket in den vergangenen Wochen drei Spiele in Serie gewinnen. Der Spielmacher überzeugte bei allen Spielen – und wurde nun verdientermassen zum Spieler des Monats November gewählt.

Mehr als nur flinke Hände

Wer die Statistiken des 26-jährigen Amerikaners studiert, dem fällt auf, dass Jackson wohl solide Punktezahlen aufweist – seine grössten Qualitäten aber in anderen Bereichen hat. Mit 6 Assists pro Spiel rangiert Jackson auf Platz 2 aller NLA-Spieler. Gar an der Spitze steht er bei den Steals – also bei der Anzahl der eroberten Bälle. Fast vier Mal pro Spiel «klaut» Jackson seinem Gegner den Ball. Dadurch verhindert er nicht nur regelmässig Gegentreffer, sondern kommt auch selbst zu einfachen Punkten. «Ich habe flinke Hände», sagt Jackson und lacht. Doch das allein genüge nicht: «Um einen Steal zu holen, musst du deinem Gegner gedanklich stets einen Schritt voraus sein.» Es brauche gute Instinkte und die Fähigkeit, den nächsten Spielzug zu antizipieren. «Diesen versuche ich in den Augen meines Gegners zu lesen.»

Der Mann aus Cleveland im Bundesstaat Ohio besitzt noch eine Eigenschaft, die überall im Sport, aber wohl ganz besonders in der Verteidigung entscheidend ist: Ehrgeiz. «Ich mag es nicht, wenn mein Gegenspieler punktet. Deshalb versuche ich dies, wenn immer möglich zu verhindern.» Um das zu schaffen, studiert Jackson vor jedem Spiel seinen nächsten Gegner auf Video. «Je besser ich die Stärken und Schwächen meines Gegners kenne, desto eher bin ich in der Lage, ihn zu stoppen.» Wohl auch dank dieser professionellen Vorbereitung wurde Jackson 2016 zum besten Verteidiger der österreichischen Bundesliga gekürt.

Mit der Wurfausbeute noch nicht zufrieden

Dass sich ein Spieler so sehr für die Verteidigungsarbeit begeistern kann, ist eher ungewöhnlich. «Die meisten Spieler wollen punkten», weiss auch Jackson. «Ein toller Pass oder ein Ballgewinn kann das Spiel jedoch mindestens so stark beeinflussen.» Trotzdem ist sich der 1,85 Meter grosse Spielmacher bewusst, dass Swiss Central auf seine Punkte angewiesen ist. Als einer von nur zwei Profispielern muss Jackson in den entscheidenden Phasen des Spiels Verantwortung übernehmen. Dazu gehört auch, in engen Spielen wichtige Würfe zu treffen. «Mit meiner Wurfausbeute bin ich noch nicht zufrieden», sagt Jackson selbstkritisch. «Genau deshalb arbeite ich Tag für Tag daran.»

Heute Abend verschwindet die Wurf-Maschine für einige Stunden im Geräteraum. Dann nämlich begrüssen Derek Jackson und seine Kollegen den Rekordmeister aus Fribourg in der Maihofhalle. Das von Verletzungssorgen geplagte Swiss Central geht als krasser Aussenseiter in die Partie gegen den Titelverteidiger. Derek Jackson ist dies herzlich egal. Er wird auch vor diesem Spiel wieder seinen Gegenspieler studieren und ihm so viele Bälle wie möglich klauen.

Hinweis

Männer, NLA. Dienstag: Swiss Central – Fribourg Olympic (19.30, Maihofhalle, Luzern)

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