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Die Obwaldner Biathletin Joëlle Niederberger steht vor einer wegweisender Entscheidung

Die nationalen Rennen in La Lécherette fordern bei Wind und Regen alles ab. Die Alpnacherin Joëlle Niederberger stellt sich aus Zentralschweizer Sicht am besten auf die widrigen Verhältnisse ein.
Roland Bösch
Die Alpnacherin Joëlle Niederberger setzt in La Lécherette ihre Erfolgsserie mit zwei Siegen fort. (Bild: Marco Berwert (Les Mosses, 9. März 2019))

Die Alpnacherin Joëlle Niederberger setzt in La Lécherette ihre Erfolgsserie mit zwei Siegen fort. (Bild: Marco Berwert (Les Mosses, 9. März 2019))

Am letzten Wochenende stand in La Lécherette das vorletzte Wochenende des Leonteq Biathon-Cups auf dem Programm. Und es kam dabei zu einer Premiere. Die samstägliche Siegerehrung musste wegen des starken Regens verschoben werden. Diese Massnahme ist sinnbildlich für die garstigen Verhältnisse, die in der Westschweiz angetroffen wurden. «Der Schnee war einfach nur nass», schildert Joëlle Niederberger die Lage vor Ort.

Die Obwaldnerin liess sich davon im Wettkampf der Challenger nicht beirren. Die nahrhafte Strecke in La Lécherette mit zwei langgezogenen Aufstiegen kam der Athletin des Skiclub Schwendi-Langis entgegen. Die 14-Jährige konnte ihre Laufstärke voll ausspielen. Beim samstäglichen Sprint war dies im Duell mit ihrer fehlerlos gebliebenen Klubkollegin Ronja Rietveld auch nötig, denn Niederberger handelte sich beim Stehendschiessen drei Strafrunden ein und musste so zusätzliche 240 Meter absolvieren. In der Endabrechnung rettete die Alpnacher in sechs Sekunden Vorsprung gegenüber Rietveld ins Ziel.

Ein solches Missgeschick sollte am Sonntag beim Einzelrennen nicht wieder passieren. Bei böenartigen Winden und noch mehr Regen eine nicht ganz einfache Aufgabe. «Pro Fehlschuss gab es einen Zeitzuschlag von 45 Sekunden. So investierte ich viel Zeit ins Schiessen. Phasenweise habe ich gewartet, bis der Wind aus der gleichen Richtung kam wie beim Einschiessen», erklärt Joëlle Niederberger. Die Geduld hat sich ausgezahlt. Die Alpnacherin war die einzige Athletin, die 19 von 20 Treffern erzielte. Der vierte Sieg in Serie wurde Tatsache. Die Sarnerin Ronja Rietveld belegte erneut Rang zwei.

Zentralschweizer in vielen Kategorien Spitze

Mit zunehmenden Erfolgen wird der Aufwand für Joëlle Niederberger für das Biathlon nicht kleiner. Entsprechend steht in der nächsten Zeit eine wichtige Entscheidung an. Es geht um die schulische Zukunft. Ein Wechsel vom Gymnasium an die Sportmittelschule nach Engelberg steht zur Diskussion. «So intensiv Sport zu treiben und das normale Gymnasium zu besuchen, ist ziemlich happig», erklärt Joëlle Niederberger.

Mit den Schweizer Meisterschaften der Elite von Ende März 2019 geht im deutschen Notschrei die Biathlon-Saison dem Ende entgegen. In der nationalen Cup-Wertung werden am entsprechenden Wochenende die letzten Punkte verteilt. Bei der Jugend 1 liegt in der Gesamtwertung Chiara Arnet in Front. Die Engelbergerin belegte in La Lécherette zweimal Rang 3. Simon Ehrbar heisst der Leader bei der Jugend 2. Der Urner gewann am Sonntag das Super-Einzel-Rennen, nachdem er beim Sprint Dritter geworden war. Zweimal Zweiter wurde in derselben Kategorie Aurel Dittli aus Ibach, der Simon Ehrbar in der Gesamtwertung dicht auf den Fersen ist. In den Challenger Kategorien der 11- bis 15-Jährigen ist die Dominanz des Skiclubs Schwendi-Langis augenfällig. In drei von vier Kategorien führt jeweils der Nachwuchs von Obwaldner Skiclubs die nationale Gesamtwertung an.

Zusätzliches Schiesstraining trägt Früchte

Joëlle Niederberger und Leander Kiser haben gute Karten, um in den ältesten Kategorien die Führung zu verteidigen. Bei den jüngeren Knaben gilt Vince Vogel (Schwendi-Langis) als Seriensieger. Abgesehen von Rang 2 beim Saisonstart auf dem Langis reiste er immer mit dem Maximum an Cup-Punkten nach Hause. Mit Anja Odermatt (W12) und Ronja Rietveld sowie Mirjam Föhn (W15) aus Ibach haben drei weitere Athletinnen aus der Zentralschweiz gute Chancen, die Gesamtwertung mit einem Podestplatz abzuschliessen.

Die Biathlonerfolge von Schwendi-Langis stehen auch im Zusammenhang mit der hohen Trefferquote. Die Basis dafür wird mit zusätzlichen Schiesstrainings am Dienstagnachmittag unter der Leitung von Heinz Wolf und Erwin Wallimann gelegt. Der Nachwuchs hat für dieses Zeitfenster schulfrei und somit die Möglichkeit, ein zusätzliches Biathlontraining zu absolvieren. «Diese zusätzlichen Trainings haben wir schon vor ein paar Jahren eingeführt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Da die Athleten dadurch in der Schule einen halben Tag fehlen, müssen sie den verpassten Stoff selbstständig nachholen», erklärt Pascal Wolf, Nordisch-Chef des Skiclub Schwendi-Langis. «Der Wille und die Motivation sind bei allen vorhanden. Dies wirkt sich positiv auf die sportliche sowie die schulischen Leistungen aus.»

Hinweis

Rangliste: www.swiss-ski-kwo.ch

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