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Ebikoner Berglauf-Junior fordert die regionale Elite

Tobias Renggli ist derzeit das grösste Schweizer Berglauftalent. Inzwischen heizt der 16-Jährige aus Buchrain sogar den arrivierten Läufern tüchtig ein und mischt frech vorne mit.
Urs Hanhart
Junior Tobias Renggli aus Buchrain verliert nur 1:29 Minuten auf den Tagessieger Julian Hodel aus dem zugerischen Oberwil. (Bilder: Urs Hanhart, Bannalp, 23. Juni 2019)

Junior Tobias Renggli aus Buchrain verliert nur 1:29 Minuten auf den Tagessieger Julian Hodel aus dem zugerischen Oberwil. (Bilder: Urs Hanhart, Bannalp, 23. Juni 2019)

Seit einigen Wochen mischt Tobias Renggli die nationale Berglaufszene richtiggehend auf. In der Nachwuchskategorie läuft der erst 16-jährige Luzerner, der noch drei Jahre bei den Junioren starten kann, die Konkurrenz in Grund und Boden. Zudem redet der Newcomer immer mehr auch im Kampf um die Spitzenplätze im Overall-Klassement ein Wörtchen mit. Beim Bannalper Berglauf, der am Sonntag zum 31. Mal ausgetragen wurde, liefert der für die LR Ebikon startende Buchrainer ein weiteres Müsterchen seines grossen Könnens ab. Er erzielte auf der 11 Kilometer langen und 1180 Meter Höhendifferenz aufweisenden Strecke von Wolfenschiessen hinauf zum Urnerstaffel mit 1:06.44 Stunden die drittbeste Zeit aller Teilnehmer.

Auf den schnellsten Eliteläufer büsste der talentierte Jungspund nur gerade 1:29 Minuten ein. Als Tagessieger liess sich wie schon vor Wochenfrist beim Haldi-Berglauf Julian Hodel aus Oberwil feiern. Mit diesem erneuten Erfolg untermauerte der 23-jährige Zuger eindrücklich, dass sein Sieg im Urnerland keine Eintagsfliege war. Hodel, der sich schon früh vom Feld absetzte, verwies Vorjahressieger Thomas Schilter aus Rothenthurm mit einer knappen Minute Vorsprung auf Platz zwei. Das Feld der Frauen wurde von Topfavoritin Lucia Hofmann aus Ennetbürgen gemeistert. Die 40-jährige Nidwaldnerin krönte ihre überragende Leistung gar mit einem Streckenrekord (1:17.56).

Tagessieger Julian Hodel aus Oberwil.

Tagessieger Julian Hodel aus Oberwil.

Renggli hatte bereits Anfang Juni beim Rütlischwur-Gedenklauf aufhorchen lassen. Bei diesem Berglauf-Klassiker belegte er mit lediglich 2:26 Minuten Rückstand auf Tagessieger Stefan Lustenberger aus Kriens den sensationellen fünften Platz im Gesamtklassement. Kürzlich holte sich der Gymnasiast an der Berglauf-SM in Neirivue in überlegener Manier – mit über sechs Minuten Vorsprung auf die ersten Verfolger – den nationalen Meistertitel bei den Junioren.

Die EM in Zermatt im Visier

Nach dem jüngsten Coup auf der Bannalp verriet der Überflieger Erstaunliches, betonte er doch: «Ich bin selber überrascht, dass es mir so gut läuft. Mit dem Gewinn des SM-Titels hatte ich nicht gerechnet.» Renggli hat sich mit dieser souveränen Vorstellung für die Berglauf-EM qualifiziert, die im Juli in Zermatt durchgeführt wird. Zu seiner Zielsetzung bei diesem Grossanlass sagte er: «Ich kann ohne Druck starten. Rangmässig habe ich mir nichts vorgenommen. Für mich steht das Erlebnis im Vordergrund.» In seiner aktuellen Verfassung besitzt der Youngster bestimmt das Rüstzeug zu einem Spitzenplatz, vielleicht kann er gar um die Medaillen mitlaufen.

Lange Läufe liegen ihm

Von nichts kommt nichts, insbesondere in Ausdauersportarten. Diesbezüglich bildet Renggli keine Ausnahme. Für einen Athleten seines Alters betreibt er einen grossen Trainingsaufwand. «Ich trainiere fast täglich und an den Wochenenden absolviere ich jeweils längere Einheiten, wenn kein Wettkampf auf dem Programm steht. Zudem fahre ich noch mit dem Velo nach Luzern an die Kantonsschule. So komme ich alles in allem auf bis zu 15 Stunden Training pro Woche.»

Bis vor drei Jahren betrieb der Buchrainer Leichtathletik, allerdings nur plauschmässig. Dann stellte er fest, dass ihm längere Laufstrecken besonders gut liegen. Er begann gezielt zu trainieren und machte schnell Fortschritte. Seinen ersten Berglauf bestritt der schnelle Mittelschüler vor einem Jahr. Inzwischen ist er auf nationaler Ebene bei den Junioren bereits das Mass aller Dinge. Renggli startet regelmässig auch bei Cross- und Strassenläufen sowie hin und wieder auf der Bahn. Am stärksten ist der 1,60 Meter grosse und 45 Kilogramm leichte Bergfloh jedoch, wenn es steil bergauf geht. Dort hängt er viele Athleten ab, denen er im Flachen nicht das Wasser reichen kann. Renggli zu seinen längerfristigen Zielen: «Lange Rennen finde ich besonders reizvoll. Bergmarathons und Ultratrailläufe sind eine spezielle Herausforderung. Dort möchte ich irgendwann gerne meine Grenzen ausloten.»

Wolfenschiessen–Urnerstaffel (11 km/1180 m HD). Overall. Männer: 1. Julian Hodel (Oberwil SG/Sieger Hauptklasse) 1:05.15. 2. Thomas Schilter (Rothenthurm) 1:06.13. 3. Tobias Renggli (Buchrain/Sieger Junioren) 1:06.44. 4. Marco Wildhaber (Reichenbach) 1:06.58. 5. Ivan Zumbühl (Wolfenschiessen) 1:07.41. 6. Bruno Joller (Stans/Sieger Senioren 1) 1:09.11. 7. Philipp Arnold (Cham) 1:09.18. 8. Philipp Christen (Muotathal) 1:13.29. 9. Gabriel Eichenmann (Kilchberg/Sieger Senioren 2) 1:15.18. 10. Hanspeter Schuler (Wolfenschiessen/Sieger Senioren 3) 1:15.21. – Frauen: 1. Lucia Hofmann (Ennetbürgen/Siegerin Frauen 3) 1:17.56. 2. Edith Zurbrügg (Adelboden) 1:23.28. 3. Sonja Reusser (Krattigen/Siegerin Frauen 2) 1:28.28. 4. Susanne Zuber (Luzern/Siegerin Frauen 4) 1:30.11.

Rangliste: www.bannalper-berglauf.ch

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