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BSV Stans: Kampf, Kraft, Kuster

Norbert Kuster war als NLA-Spieler ein Inbegriff für den Kampfgeist und die Leidenschaft beim BSV Stans. Nun lehren seine Kinder Nando (20) und Sina (17) die Gegner das Fürchten.
Stephan Santschi
Sie stehen für Stanser Handball-Passion: Nando und Sina Kuster. (Bild: Pius Amrein (Stans, 11. Oktober 2018)

Sie stehen für Stanser Handball-Passion: Nando und Sina Kuster. (Bild: Pius Amrein (Stans, 11. Oktober 2018)

Er erwähnt es mit einem Schmunzeln, ernst gemeint ist es trotzdem. «Einen Kuster muss man fast zum Arzt prügeln», sagt Philipp Bühlmann, der Präsident des BSV Stans. Gemeint ist in diesem Fall Nando Kuster, der 20-jährige Kreisläufer bei B-Ligist Stans. Letzte Woche war er angeschlagen, trotzdem liess er es sich nicht nehmen, sein Team beim 34:31-Heimsieg gegen Steffisburg bis zur roten Karte (3-mal 2 Minuten) mit schweisstreibender Abwehrarbeit und drei Toren zu unterstützen. «Stimmt, ich gehe nicht so gerne zum Doktor», gesteht Nando lächelnd. Und antwortet auf die Frage, wo es ihn denn schmerze: «Darauf möchte ich lieber nicht eingehen.»

Vor dem Heimspiel der NLB-Männer massen sich die SPL2-Frauen des BSV Stans in der Eichlihalle mit Kreuzlingen und verloren unglücklich 24:28. Sina Kuster, die am kommenden Sonntag 18 Jahre alt wird, griff in der Defensive herzhaft zu, erzielte zwei Penaltytore, ehe sie sich nach einem Sturz auf den Daumen auswechseln lassen musste.

Der Abwehrspezialist und die Topskorerin

Sie teilen aus und sind hart im Nehmen, die Kusters, daran bestanden nie Zweifel. In Stans sind sie in Handballerkreisen der Inbegriff für Kampfgeist und Leidenschaft. Norbert Kuster spielte 18 Jahre als Kreisläufer in der 1. Mannschaft, einige davon in der NLA, auch seine Brüder Sepp und Marcel spielten auf hohem Niveau. Nun zeigt die nächste Generation ihr Können, Flavia, die 25-jährige Tochter von Sepp. Oder eben Sina und Nando, die Kinder von Norbert. «Kraft, Wille und Emotionen liegen in der Familie», bemerkt Nando. «Andere mitziehen, Zeichen setzen – das ist mein Spiel», betont Sina.

So ähnlich ihre Grundprinzipien sind, so unterschiedlich gestalten sich die Positionen auf dem Platz. Während der 1,94 Meter grosse Nando am Kreis und in der Verteidigung für viel Wasserverdrängung sorgt, ist Sina im Rückraum die Frau für die Spielübersicht und den erfolgreichen Torabschluss. Mit 36 Treffern in sieben Partien ist sie aktuell die beste Skorerin ihres Teams. «Damit hätte ich nach der langen Verletzungspause nicht gerechnet.» 14 Monate hatte sie aussetzen müssen, weil am Ende der Saison 2016/17 bei einer Drehung das Kreuzband riss. Bereits im Alter von sieben Jahren hatte sie sich beim Skifahren am rechten Knie die gleiche Verletzung zugezogen. Unverletzbar sind sie also nicht, die Kusters. Von ihrem Weg abbringen, lassen sie sich dadurch aber nicht.

Sina träumt vom Profihandball in Dänemark

Ans Aufgeben dachte Sina Kuster während der Zwangspause jedenfalls nicht einen Moment, schliesslich hat sie im Sport noch Grosses vor. Ihr Vorbild ist der Luzerner Superstar Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen), ihr Traum das Profitum. «Wenn ich meine Ausbildung abgeschlossen habe, würde ich gerne in eine Akademie und in einen Verein nach Dänemark wechseln.»

Eine Ausbildung, die sie derzeit übrigens im Familienunternehmen der Gebrüder Kuster in Stans vorantreibt. Die junge Nidwaldnerin steht im dritten Lehrjahr an der Talents School der Frei’s Schulen und macht im Gartencenter ihr KV-Praktikum. Dort läuft sie neben ihrem Vater Norbert und den Onkeln Sepp und Marcel, denen das Unternehmen gehört, auch ihrem Bruder Nando täglich über den Weg. Der gelernte Maurer steht im zweiten Jahr seiner Zusatzlehre als Zierpflanzengärtner und war bis im Sommer Norbert direkt unterstellt. Der Vater als Lehrlingsbetreuer, funktioniert das? «Wenn ich meine erste Lehre mit 15 bei ihm gemacht hätte, wäre es wohl nicht gegangen, dann hätte es in der Kombination von Erziehung und Geschäft Streit gegeben», erzählt er grinsend. «Nun aber klappte es tipptopp.»

Nando liebäugelt mit Einstieg in Familienbetrieb

Während Sina die grossen Ambitionen auf den Sport projiziert, denkt Nando mehr an den Beruf. «Irgendwann würde ich gerne in das Familiengeschäft einsteigen», sagt er. Beim BSV Stans ist er als zentraler Abwehrspieler und einer von drei Kreisläufern mittlerweile zum Leistungsträger geworden. «Noch verschiesse ich vor dem Tor etwas viel, im Abschluss kann ich mich noch steigern», gibt er selbstkritisch an. Ein Schläfchen während der Taktikbesprechung im Training nach einem harten Arbeitstag, wie es sich sein Vater schon mal gönnte, könne er sich jedenfalls nicht leisten, ergänzt er schmunzelnd.

Dabei ist Norbert Kuster nicht nur Vater und Ausbildner von Sina und Nando, sondern er war als jeweiliger Assistenzcoach vorübergehend auch deren Trainer. «In allen Funktionen fordert er viel, er lässt dich aber auch spüren, wenn du etwas gut machst. Wir verstehen uns alle sehr gut», sagen die Geschwister unisono. Schliesslich sind die Kusters nicht nur für den Kampfgeist im Handball und ihren Geschäftssinn bekannt. Auch beim geselligen Beisammensein sollen sie ihre Qualitäten haben …

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