Handball: Kann der BSV Stans die Minikrise beenden?

BSV Stans strebt im Heimspiel gegen GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen nach einem gelungenen Abschluss des Jahres. Zuletzt sind die Nidwaldner in der NLB aus dem Tritt geraten.

Stephan Santschi
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Stans mit Yves Mühlebach will die Vorrunde positiv abschliessen. (Bild: Boris Bürgisser (Stans, 3. November 2018)

Stans mit Yves Mühlebach will die Vorrunde positiv abschliessen. (Bild: Boris Bürgisser (Stans, 3. November 2018)

33:19 gegen Emmen, 31:22 gegen Altdorf – es waren begeisternde Auftritte der Stanser im November, als sie in der ausgezeichnet gefüllten Eichlihalle beide Derbys diskussionslos für sich entschieden. «Ich hatte sehr schwierige Spiele erwartet. Ich wusste: Wenn wir sie gewinnen, werden wir ganz oben in der Tabelle stehen», blickt Trainer Andy Gubler auf die starken Auftritte zurück. Tatsächlich stiessen die Nidwaldner anschliessend auf Platz drei vor, nur noch zwei Punkte fehlten sogar zu Rang zwei, der am Ende der Saison zur Teilnahme am NLB-Playoff-Final berechtigen wird. Mit ihrem schnellen, dynamischen und ausgewogenen Handball verzauberten sie das Publikum und sorgten dafür, dass kein anderes NLB-Team mehr Zuschauer an Heimspielen begrüssen konnte (513 im Schnitt).

Einen Monat später ist allerdings Ernüchterung eingekehrt. Der BSV Stans wusste die ausgezeichnete Ausgangslage nicht zu nutzen, verlor sich in Nonchalance und dreimal in Serie. Während die 26:27-Niederlage beim Spitzenteam Stäfa als «Courant normal» eingeschätzt werden kann, ärgern die beiden Schlappen gegen die Abstiegskandidaten Yellow/Pfadi Espoirs (28:33) und Biel (32:33) umso mehr. «Auch das Erfolgreichsein muss gelernt sein», sagt Gubler und meint damit konkret: «Wir dachten, es geht nach den beiden sehr guten Spielen so weiter, ohne demütig zu sein und füreinander zu arbeiten. Wir wurden fahrlässig, genügsam, unkonzentriert.»

Platz vier zum Jahresabschluss im Visier

Während die Partie in Winterthur als Ganzes missraten war, hatten die Stanser zu Hause gegen Biel bis zur 55. Minute noch mit vier Toren Differenz geführt. Dann aber reihten sie in der Offensive Fehler an Fehler und sie gaben das Geschehen noch aus der Hand. Auch Trainer Andy Gubler bekam Kritik zu hören, weil er trotz des komfortablen Vorsprungs weiterhin mit dem riskanten 7:6-System bei eigenem leeren Tor angriff. «Klar, wenn es klappt, ist alles super. Wenn nicht, bin ich der Lööli. Wir haben im Spiel falsche Entscheidungen getroffen. Es ist aber wichtig, dass wir daran glauben, innert Kürze nicht alles verlernt zu haben», erklärt Gubler. Angemerkt sei an dieser Stelle, dass er mit dem Überzahlspiel ohne Torhüter schon mehrere Siege für Stans erzwungen hat.

Für Andy Gubler und den BSV Stans geht es nun darum, eine insgesamt gute Vorrunde positiv abzuschliessen. Am Samstag gastiert die Spielgemeinschaft GS/Kadetten Espoirs zum letzten Spiel des Jahres in der Eichlihalle (19.30 Uhr). Die Schaffhauser liegen auf Platz vier, nur zwei Zähler vor den fünfklassierten Nidwaldnern. Gewinnt der BSV, würde er mit Rang vier in die Winterpause gehen. «Das wäre jene Platzierung, die wir uns vorgenommen hatten. Und die wir nach den gezeigten Leistungen auch verdient hätten», findet Gubler. Um die Minikrise zu beenden, brauche es eine einwandfreie Einstellung, eine starke Abwehrleistung und eine Reduktion der individuellen Fehler im Angriff. «Wir haben es weiterhin sehr gut miteinander, Probleme können angesprochen werden, jeder ist in Stans sehr gut aufgehoben.»

Hinweis

Männer, NLB. Samstag: BSV Stans – SG GS/Kadetten Espoirs Schaffhausen (19.30, Eichli).