Kim Métraux hat an den Swiss Ladies Open in Holzhäusern einen bemerkenswerten Auftritt

An den Swiss Ladies Open überzeugt die Lausannerin Kim Métraux mit Rang drei.

Stefan Waldvogel
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Plötzlich lief es für die Westschweizerin Kim Métraux: «Das Publikum hat mich enorm unterstützt.»

Plötzlich lief es für die Westschweizerin Kim Métraux: «Das Publikum hat mich enorm unterstützt.»

Bild: Swissgolf (Risch, 12. September 2020)

Die 25-jährige Kim Métraux ging als Vierte in den Final, genau gleich wie schon zuvor am Turnier in Tschechien. Dort war die Waadtländerin in der Schlussrunde noch aus den Top Ten gefallen. Anders bei ihrem «Heimspiel» in der Schweiz, diesmal verbesserte sie ihre Position noch leicht. Dabei hatte der Final für Métraux auf dem Golfplatz Holzhäusern im Kanton Zug überhaupt nicht wie gewünscht begonnen. Mit zwei Schlagverlusten auf den ersten beiden Löchern schien das Titelrennen für sie gelaufen. «Ich war nicht nervös, kam aber nicht wie gewünscht ins Spiel», erläuterte Métraux den schleppenden Start. Umso besser dann das Comeback auf Loch drei. «Dort gelang mir aus dem Sand ein Traumschlag zum Eagle», erklärte sie direkt nach der Runde.

Damit war Métraux wieder in ihrem Fahrplan. «Von da an lief es ganz gut», fasste die Lausannerin die spezielle Runde vor vergleichsweise vielen Zuschauern zusammen. Wegen der Coronamassnahmen war die Zahl auf 500 Besucher pro Tag beschränkt. Obwohl das Schweizer Fernsehen das Turnier direkt übertrug, war vor allem die Nachfrage am Finaltag besonders gross. So konnten die Veranstalter am Samstag nicht alle Interessierten auf den Platz lassen. «Das Publikum hat mich enorm unterstützt, plötzlich lief es auch mit dem Putter auf den Greens. So kam ich zu einer schönen Serie von fünf Schlaggewinnen in Serie», bilanzierte Métraux. Sie habe nicht gross auf ihre Konkurrentinnen geschaut. «Auf den letzten Bahnen habe ich das Resultat von Amy Boulden gesehen, und da war für mich die Sache praktisch gelaufen.» Am Ende reichte es für Platz drei. Damit holte sie ihr bestes Resultat auf der Ladies European Tour.

Schwester von Kim Métraux ist ebenfalls zufrieden

Die Waliserin Boulden hatte längere Zeit Probleme gehabt, erst dieses Jahr konnte sie sich die Rückkehr in die höchste europäische Turnierserie sichern. Entsprechend feierte sie ihren ersten Titel seit langem unter Tränen in den Augen. Zuvor war sie von ihren englischen Kolleginnen standesgemäss mit einer Champagner-Dusche empfangen worden. Diese hatten genügend Zeit, um die Flaschen im Restaurant zu besorgen. Dank einer sensationellen Runde von 64 Schlägen lag Boulden schon einige Bahnen vor Schluss des Finals klar in Führung. Am Ende blieben ihr drei Schläge Reserve auf die gesamte Konkurrenz. «Das gibt mir einen neuen Schub und zusätzliches Selbstvertrauen», sagte Boulden, welche neben dem Siegercheck von 30000 Euro auch eine originelle Holzkuh als Siegerpokal erhielt. Auf Rang elf folgte mit Morgane Métraux die zweite Schweizerin im Feld, auch für sie ist es das klar beste Resultat der verkürzten Saison. «Damit kann ich durchaus zufrieden sein», freute sich die zwei Jahre jüngere Schwester von Kim Métraux.

Die anderen Schweizerinnen konnten sich nicht für den Final des Turniers qualifizieren. Die Zuger Amateurin Elena Moosmann spielte Tagesergebnisse von 76 und 74 Schlägen, damit fehlten der 18-Jährigen vier Schläge für den Cut. Caroline Rominger verpasste den Finaleinzug nach zwei Tagen bloss um einen Schlag. Für die Bündnerin, die schon lange in der Nähe wohnt und meist in Holzhäusern trainiert, war es «eine extrem tolle Woche. «Viele Leute haben mich vor Ort unterstützt. Es ist für mich das neue Zuhause, auch wenn ich noch gerne ins Engadin fahre.»

Golf

Holzhäusern ZG. Swiss Ladies Open/europäische Frauentour LET (200000 Euro/3 Runden/Par 72). Schlussklassement: 1. Amy Boulden (WAL) 199 (70/65/64). 2. Stephanie Kyriacou (AUS) 202 (71/66/65). 3. Kim Métraux (SUI) 204 (66/70/68), Sanna Nuutinen (FIN) 204 (66/68/70) und Emily Kristine Pedersen (DEN) 204 (71/65/68). – Ferner die weiteren Schweizerinnen: 11. Morgane Métraux 210 (72/69/69). – Cut (146 Schläge) verpasst: 70. Anaïs Maggetti 147 (71/76) und Caroline Rominger 147 (72/75). 86. Melanie Mätzler 149 (76/73). 92. Elena Moosmann (Amateurin) 150 (76/74). 106. Christina Gloor 152 (78/74). 120. Rachel Rossel und Clara Pietri je 157 (80/77). – 125 klassiert.