Klare Verhältnisse im Emmer Derby

Beim 2.-Liga-Derby behält der FC Emmenbrücke gegenüber dem SC Emmen mit 6:2 das bessere Ende für sich. Während sich der Aufsteiger nach vorne orientiert, muss sich der Emmen «auf die Hinterbeine stellen».

Ruedi Vollenwyder
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Emmenbrückes Robin Hrgota (am Ball) setzt sich gegen den Emmer Nicolas Meier (links) durch. (Bild: Philipp Schmidli (Emmenbrücke, 1. 9. 2018)

Emmenbrückes Robin Hrgota (am Ball) setzt sich gegen den Emmer Nicolas Meier (links) durch. (Bild: Philipp Schmidli (Emmenbrücke, 1. 9. 2018)

Lange ist es her, das letzte Derby zwischen dem FC Emmenbrücke und dem SC Emmen. Am 16. Mai 2015 trafen sich die beiden Teams auf 2.-Liga-Niveau zum letzten Mal. Damals siegte Emmen mit 4:0. Und bitter für Emmenbrücke: Als Tabellenletzter stieg man Ende Saison in die 3. Liga ab und schaffte erst auf diese Saison hin den Wiederaufstieg. Doch das ist Schnee von gestern. Vom gastgebenden FCE stand in der Neuauflage kein einziger damaliger Spieler in der Startelf. Für den SCE schnürten immerhin deren fünf Akteure die Derby-Fussballschuhe.

Die beiden Teams boten den vielen Fans insbesondere in der ersten Halbzeit ein Fussballspektakel. Es war in diesem technisch auf hohem 2.-Liga-Niveau gespielten Match der SC Emmen, der dieses Derby mit dem 1:0-Führungstreffer (15.) durch Roman Greter lancierte. Yves Schorno (19.) mit einem Schlenzer ins Lattenkreuz und zweimal Stefano Izzo (28./33.) nach Steilzuspielen, kehrten dieses intensive, auf totale Offensive ausgerichtete Nachbarduell, ehe Yannick Bühlmann (45.) mit einem gefühlvollen Heber seinen SC Emmen wieder mit 2:3 ins Spiel zurückbrachte.

Emmen musste Defensive neu formieren

Die Entscheidung fiel kurz nach der Pause. Der eingewechselte Florin Mani verwertete ein Zuspiel von Stefano Izzo zum 4:2, ehe dieser in der 57. Minute mit seinem dritten Treffer zum 5:2 alles klarmachte. Erfreulich: Trotz der sehr schwierigen Terrainverhältnisse und der Rivalität der beiden Teams ging dieses hochbrisante Derby, abgesehen von einem kurzen Ausraster, sehr anständig über die Bühne.

Emmenbrücke-Trainer Jean-Daniel Gross strahlte denn nach dem Sieg auch: «Ein so brisantes Derby zu gewinnen, das ist mit sehr grossen Emotionen verbunden. Ich freue mich riesig für meine Spieler.» Und legte nach: «Für mich ein verdienter Sieg. Mit dem Resultat bin ich zufrieden. Nicht aber bei einigen Spielsituationen. Da sehe ich noch viel Luft nach oben.»

Emmen-Trainer Dragan Bijorac bemängelte insbesondere das Abwehrverhalten seines Teams. «Unsere wegen vieler verletzten Spieler neu formierte Defensive liess sich durch die Steilzuspiele in die Tiefe viel zu einfach aushebeln.» Er sah aber auch gute Ansätze: «Spielerisch und technisch konnten wir mit einem starken Emmenbrücke mithalten. Nur schade, dass es offensiv auch diesmal an der Effizienz, wie schon in dem mit 1:2 verlorenen Match gegen Hochdorf fehlte.» Er spricht da die Eins-zu-Eins-Situationen mit FCE-Goalie Haris Jasarevic an. In der 54. Minute verlor Roman Greter das direkte Duell. Es wäre der 3:4-Anschlusstreffer gewesen. Acht Minuten vor Spielende scheiterte Yannick Bühlmann, nebst einem Pfostenschuss (66.), mit einem Handspenalty am FCE-Keeper. Dennoch zeigt sich Dragan Bjorac als fairer Verlierer: «Emmenbrücke war das bessere Team und hat den Derbysieg verdient.» Für das mit nur einem Punkt in die Saison gestartete Emmen gilt es nun «auf die Hinterbeine zu stehen».

Mit neun Zählern aus vier Partien ist hingegen dem Aufsteiger ein sehr guter Einstieg in die neue 2.-Liga-Umgebung gelungen.

Izzos Aufbautraining hat sich gelohnt

Auch der dreifache Torschütze Stefano Izzo zeigte sich glücklich. Nicht nur ob dem klaren Sieg, sondern auch über sein Comeback nach seiner Kreuzband-Operation. «Schön, wieder mitspielen zu dürfen. Und wenn mir dann wie im Derby noch Tore gelingen, ist das um so schöner», ereiferte sich der 25-jährige Vollblutstürmer. Für den Storenmonteur war das Aufbautraining «eine harte Zeit. Aber eine, die sich gelohnt hat». Sein Ziel mit dem FC Emmenbrücke? «Wir wollen nach dem Aufstieg einen weiteren Schritt nach oben machen und durchziehen», skandierte er euphorisch. Doch was Izzos Durchziehen angeht, da zieht FCE-Präsident Franco Gulli an der Reissleine: «Die Mannschaft soll sich kontinuierlich weiterentwickeln. Was dann herauskommt, das wird sich dann weisen.»