Krienser Exploit in den Squash-Playoffs bleibt aus

Die Squasher von Pilatus verlieren den NLA-Playoff-Halbfinal. Der Titelgewinn ist derzeit nicht realistisch.

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Cédric Kuchen verliert mit der Equipe des Squashclubs Pilatus den Halbfinal gegen Uster.

Cédric Kuchen verliert mit der Equipe des Squashclubs Pilatus den Halbfinal gegen Uster.

Bild: Stefan Kleiser (Uster, 18. September 2020)

«Meilenweit» sei man vom Sieg entfernt gewesen, sagte Tim Miescher, die Nummer vier der Equipe des Squashclubs Pilatus. Im Halbfinal der Playoffs der NLA-Meisterschaft unterlagen die Krienser den Gastgebern aus Uster klar. Nur einen einzigen Satz konnten die Innerschweizer für sich entscheiden. Erkenntnis: Der erste Titelgewinn der Klubgeschichte ist derzeit nicht realistisch. Die Zahl der absoluten Schweizer Spitzenspieler ist dafür in Kriens zu gering.

Zwar hat Cédric Kuchen vor zwei Wochen an der Schweizer Einzel-Meisterschaft eine Medaille gewonnen. Dabei bezwang er auch den Zürcher Oberländer Robin Gadola. Doch in dessen Wohnzimmer in der Squash-Arena in Uster blieb der 28-Jährige ohne Chance. «Ich brauche mein bestes Squash, wenn ich ihn schlagen will», so Kuchen. «Die Playoffs sind mir wichtig, darum bin ich enttäuscht. Ich glaube, dass ich viel besser spielen kann.»

Das sieht der Coach genauso. «Cédric hat nicht so aggressiv gespielt», meinte John Williams, vor 20 Jahren die Nummer 15 der Welt. Dagegen habe sein Gegner immer besser ins Spiel gefunden und im dritten Durchgang sein bestes Squash gezeigt. Doch gerade von Kuchen hätte es einen Sieg gebraucht, um vom Sprung ins Endspiel träumen zu können. Denn auf den Positionen drei und vier waren die Krienser Vertreter krasse Aussenseiter.

Warten auf die nächste Generation

Patrick Miescher vermochte zwar im dritten Einzel gegen Joel Siewerdt den zweiten Satz zu gewinnen, aber in den beiden weiteren Durchgängen gewann er nur noch je drei Ballwechsel. Wäre der Match anders ausgegangen, hätte der frühere Nationalspieler den Satzball im ersten Durchgang verwertet? «Vielleicht», meinte Miescher, «im Squash ist ja das Mentale sehr wichtig.» Aber Siewerdt habe ihn sehr gut bewegt. «Da reicht es dann halt nicht mehr, seit ich nicht mehr so viel trainiere.» Miescher ist nicht der Einzige, der seinen Aufwand reduziert hat – oder gar nicht mehr mittut. Reiko Peter, viele Jahre der zweitbeste Schweizer Squasher, ist nach Toronto ausgewandert. Beni Fischer spielt ebenfalls nicht mehr auf der Tour der Profis, Roman Allinckx war fast die ganze Saison verletzt und will derzeit nicht mehr nur auf Squash setzen. So sind Kuchen und Nils Rösch derzeit die einzigen in Kriens, die Squash halbprofessionell betreiben. Es heisst warten, bis die Squasher der nächsten Generation oben angekommen sind. Das braucht aber noch ein paar Jahre Zeit. (skl)