KTV Altdorf empfängt Angstgegner Dagmersellen

Im ersten Heimspiel trifft Altdorf auf Dagmersellen, das die Urner das Fürchten gelehrt hat.

Urs Hanhart
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KTV-Kreisläufer Marc Häusler beim Abschluss.

KTV-Kreisläufer Marc Häusler beim Abschluss.

Bild: Urs Hanhart

In der Mitte März wegen der Coronapandemie abgebrochenen 1.-Liga-Abstiegsrunde bissen sich die Altdorf Handballer an Dagmersellen gleich zweimal die Zähne aus. Ende Januar setzte es eine 30:34-Auswärtsschlappe ab, und nur einen Monat später bezogen die Urner gegen das Team aus dem Luzerner Hinterland eine ebenso schmerzhafte wie knappe 26:27-Heimniederlage. Schmerzhaft deshalb, weil die KTV-Truppe den TV Dagmersellen in der Hauptrunde zweimal besiegt hatte und in der Relegationsrunde am vermeintlichen Aussenseiter als klarer Favorit gleich zweimal scheiterte. Das Team von Trainer Martin Pracher ist durch diese beiden Überraschungserfolge zum Angstgegner avanciert. Am Samstag nun bietet sich den Altdorfern in der heimischen Feldli-Arena die Gelegenheit, diese beiden Scharten auszuwetzen. Das Zentralschweizer Derby wird um 18Uhr angepfiffen.

Immerhin dürften die Platzherren nach ihrem überraschend hohen 30:19-Auftaktsieg gegen Wohlen mit deutlich mehr Selbstvertrauen auflaufen als die gegnerische Mannschaft. Dagmersellen hat bereits zwei Partien bestritten und beide Male den Kürzeren gezogen. Gegen den Aufstiegskandidaten HB Emmen setzte es eine 26:36-Auswärtsschlappe ab. Und das erste Heimspiel endete mit einer doch eher überraschenden 20:21-Niederlage gegen Muri. Die Gäste stehen morgen also bereits etwas unter Zugzwang, was die Aufgabe für die Gastgeber nicht gerade erleichtern dürfte.

Einzig Emmen hat bisher gepatzt

«In unserer Erstligagruppe gibt es keine schwachen Gegner. Im Prinzip kann fast jeder jeden schlagen. Die Punkte müssen hart erarbeitet werden», betont der Altdorfer Teamverantwortliche Stefan Arnold. «Wenn eines der favorisierten Teams einen schlechten Tag erwischt, wird es gegen die vermeintlichen Underdogs eng.» In der Hauptrunde wird bereits nach nur 14 Spielen abgerechnet. Wer einen der beiden begehrten Finalrundenplätze ergattern will, darf sich keine Blösse geben. Ausrutscher liegen fast keine drin. Dementsprechend sollte Altdorf morgen tunlichst die volle Punktzahl holen. Als Hauptkonkurrenten um den Einzug in die Aufstiegsrunde gelten Olten, Emmen und Muotathal. Von diesen drei Teams hat bisher einzig Emmen etwas Federn gelassen.

Eigentliche Basis für den Kantererfolg vor Wochenfrist gegen Wohlen war eine solide Defensivleistung. Der Hintermannschaft gelang im Vergleich zum schwachen Cup-Auftritt in Yverdon eine gewaltige Steigerung. Sehr positiv aus Altdorfer Sicht war die Erkenntnis, dass auch Tore geworfen werden, wenn die Offensivtenöre «ausfallen». Spielertrainer Mario Jelinic und Rückkehrer Mario Obad wurden von Wohlen über weite Strecken manngedeckt und damit quasi aus dem Spiel genommen. Umso erstaunlicher, dass Obad dennoch fünf Torerfolge feiern konnte. In die Bresche sprang mit Kevin Ledermann ein Akteur, der sich bislang vor allem als Defensivspezialist einen Namen gemacht hatte. Auf Abwehraufgaben konzentrierte er sich vor allem wegen einer Schulterverletzung. Diese scheint nun ausgeheilt und er kann jetzt auch offensiv Vollgas geben. Zu gefallen wussten auch einige Jungspunde, insbesondere Luca Aschwanden und David Arnold.

Handball, 1. Liga. Samstag, 18.00: Altdorf – Dagmersellen (Feldli).