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Orientierungslauf in Stans: Kurzweilig, anforderungsreich, spannend

Die Schweizer Sprintmeisterschaft der Orientierungsläufer in Stans begeistert – allen voran Daniel Hubmann und Judith Wyder.
Jörg Greb
Daniel Hubmann auf dem Weg zum Sieg. (Bild: Nadja Schärli (Stans, 1. September 2019))

Daniel Hubmann auf dem Weg zum Sieg. (Bild: Nadja Schärli (Stans, 1. September 2019))

Die Vorfreude war gross gewesen. Grösser gar als auf Meisterschaftsrennen in der Vergangenheit. Daniel Hubmann, der achtfache Weltmeister und WM-Dritte vierzehn Tage zuvor in Norwegen, sagte gar: «Auf diese Sprint-SM habe ich mich extrem gefreut.» Zu tun hatte dies mit der Disziplin, dem Genre mit dem schnellen Rennen und Entscheiden in Städten, Pärken, Dörfern – urbanem Gelände also. Weil in diesem Jahr die WM-Medaillen ausschliesslich im Wald vergeben wurden, verlor der Sprint vorübergehend an Stellenwert. Nicht mehr relevant war er gar. «Etwas fehlte», sagte Hubmann deshalb zu den letzten Monaten, «das war schade.»

Mit dem Rennen um die Schweizer Meisterschaft in Stans endete für Hubmann und viele andere diese Periode. «Ich fühlte mich extrem motiviert, die Vorfreude war riesig», sagte der Thurgauer mit Wohnsitz in Bern. Die Vorbereitung war allerdings rudimentär. Ein einziges Sprinttraining absolvierte er in den Tagen zuvor. Das reichte. Hubmann fand «einen sehr guten Rhythmus».

Hubmann gegen Hubmann, das Duell um den Sieg

Mit dem Tempo und den technischen Anforderungen kam der 38-Jährige gemäss eigener Aussage gut zu Recht, der 32. Schweizer-Meister-Titel war die Folge. Und die zahlreichen Kontrollposten (29), die Richtungswechsel sowie das attraktive Terrain, das Stans bot, bewog ihn zum treffenden Fazit: «Kurzweilig, da musstest du bei der Sache sein.» Und erleichtert sah er sich bezüglich des Fokussierens: «Meine Routine kommt mir entgegen.»

Und über noch etwas freute sich Daniel Hubmann. Er siegte vor seinem Bruder, dem sechs Jahre jüngeren Martin Hubmann. Das ist trotz der Klasse des Brüderpaares keine Alltäglichkeit. Auch Martin Hubmann hatte den Spagat von der WM zur SM, vom Wald in die Stadt zu bewältigen. Im Gegensatz zu Bruder Daniel war er davon nicht ganz überzeugt gewesen: «Ich brauchte Zeit zum Herunterfahren und wieder neue Ziele zu setzen», sagte er. Gelungen ist ihm dies in den Ferien mit seiner Freundin am Bielersee. Zwei Sprinteinheiten am letzten Mittwoch, zusammen mit Simona Aebersold, der dreifachen WM-Medaillengewinnerin aus Brügg, brachten den einstigen Sprintspezialisten wieder «in den Sprintmodus».

Auch Trainingspartnerin Simona Aebersold fand wieder Gefallen am Sprinten und am Wettkampflaufen. «Ich fühlte, wie die Fitness langsam wieder zurückkommt», sagte sie. Als «überraschend» stufte sie dies gar ein. Nach der WM fühlte sie sich «mehrere Tage völlig kaputt». Das Gefühl sah sie bestätigt: Ein Leistungstest lieferte schwache Ergebnisse. Den wissenschaftlichen Werten widersetzte sie sich. Und weil der erst 21-Jährigen auch technisch ein sauberes Rennen glückte, landete sie auf Rang 3. «Ich bin sehr zufrieden», sagte sie.

Judith Wyder: «So schnell, so kurz, so technisch»

Schlagen lassen musste sich Simona Aebersold von zwei routinierten Frauen: der vor einem Jahr zurückgetretenen und zum Trail-Running gewechselten Judith Wyder (31) und der letztjährigen WM-Medaillengewinnerin Sabine Hauswirth (31). Vor allem Wyder freute sich: «Mein erster OL-Titel seit meinem Rücktritt.» Eine «neue Lockerheit» macht sie bei sich aus und sagte: «Cool, wie ich mit anderen Prioritäten noch Sprint-OL laufen kann.» Und zu Stans und den Anforderungen sagte die Zweite des Berglauf-Klassiker Sierre-Zinal: «So schnell, so kurz, dazu das OL-Technische – das hat unheimlich ‹gfägt›.» Motivation getankt im Hinblick für die folgenden Trail-Running Herausforderungen hat sie – und wohl auch für weitere (Sprint-)OLs.

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