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Ladies in Pink: Die Handballerinnen von Nottwil sind auf Formsuche

Nottwils Frauenhandball ist eine Erfolgsgeschichte. Ganz optimal läuft es den Eagles zur Zeit aber nicht.
Theres Bühlmann
In der laufenden Saison haben die Adler aus Nottwil noch nicht zum Höhenflug angesetzt. (Bilder: Pius Amrein, Nottwil, 6. Oktober 2019)

In der laufenden Saison haben die Adler aus Nottwil noch nicht zum Höhenflug angesetzt. (Bilder: Pius Amrein, Nottwil, 6. Oktober 2019)

In der Meisterschaft immer in den Top Vier: Nottwil kann mit einer der besten Frauen-Handballmannschaft auf nationaler Ebene aufwarten. Und dies seit Jahren. Bereits kurz nach dem Aufstieg 1988 in die NLA, heute heisst die Liga «Spar Premium League 1» (kurz SPL1) , holte sich Spono im Jahre 2000 den ersten Schweizer Meistertitel. Dieser Triumph war der Beginn einer langen und eindrücklichen Erfolgsserie. Je fünf Meistertitel und Cupsiege, so auch 2019 und zweimal den Gewinn des Supercups zieren das Palmarès der «Ladies in Pink». Als erfolgreichstes Jahr geht jenes von 2018 in die Vereinsgeschichte ein: Damals kamen die Nottwilerinnen kaum aus dem Feiern heraus, sie wurden Schweizer Meister, Cupsieger und auch den Gewinn des Supercups konnten sie sich an die Fahne heften.

Neuer Name, neues Logo und ein eigener Song

2015 wurde der Vereinsname in Spono Eagles geändert, mit neuem Logo und einem passenden Song mit dem Titel, «Fly Spono Fly». Die Namensänderung hatte mehrere Gründe: Der Name Spono leitet sich von «SPOrt NOttwil» ab, also ist die Bezeichnung Spono Nottwil das, was man als «doppelt gemoppelt» bezeichnet. «Durch den Namen Eagles erhoffen wir uns grössere Aufmerksamkeit und haben diesen auch gewählt, weil er Power symbolisiert, und der Adler ist ja auch der König der Lüfte», sagte Präsident Urs Wey. Der Name Eagles animiert denn auch Journalisten schon mal zu Wortkombinationen. Je nach Lage der Dinge, ob Niederlage oder Erfolg, ist dann jeweils von «gestutzten Flügeln» zu lesen, oder «Adler hart gelandet» oder «Eagles müssen Federn lassen», oder «die Adler im Höhenflug».

«Fly Spono Fly» auf dem Plakat.

«Fly Spono Fly» auf dem Plakat.

12 Teams zählt der Verein, von der Animationsstufe U7/9 über die Juniorinnen bis zu den Aktiven, wo neben der SPL1 auch eine SPL2-Mannschaft dabei ist sowie die Männer-Equipe Ü35. Alles in allem sind es rund 150 Spielerinnen. Und Urs Wey bringt es auf den Nenner: «Nachwuchssorgen haben wir keine.» Auch was die Anzahl der Funktionäre betrifft, steht der Verein gut da: Mit dem Trainerstab sind es rund 130 Personen, und bei jedem Heimspiel sind zirka 20 im Einsatz.

Wenn die Fans die Halle zum Beben bringen

Nottwils Handballklub ist im Dorf gut verankert und geniesst einen starken Rückhalt. Da gab und gibt es Partien, wo mehrere hundert Zuschauer anwesend sind, oder solche, bei denen 1000 Fans und mehr ihre Aufwartung machten und die die SPZ-Halle schon mal zum Beben bringen und viele Emotionen auslösen.

Am Sonntag besuchten rund 300 Zuschauer die SPL-1-Partie gegen den damaligen Tabellennachbarn Yellow Winterthur, oder in Farbe ausgedrückt, Pink gegen Gelb, wobei die Gäste allerdings in schwarzen Dresses antraten. Von den Spono Eagles erwartete man schon etwas, denn das Team wies nach drei Spielen lediglich zwei Zähler auf, es ist etwas Sand im Getriebe. Die Begegnung gestaltete sich denn auch zu einer eher zähen Angelegenheit.

Gianna Calchini ist mit 24 Treffern Topskorerin bei den Eagles.

Gianna Calchini ist mit 24 Treffern Topskorerin bei den Eagles.

Nottwils Trainer Carlos Lima gestikulierte und dirigierte an der Seitenlinie, verwarf die Hände, spendete Applaus und regte sich mehrmals tüchtig auf. Das volle Trainerleben eben. Und von den Zuschauerrängen immer wieder rhythmisches Klatschen und «Hopp Spono»-Rufe. Am Ende kam es für die Gastgeberinnen dann doch gut, der 32:26-Sieg vermochte aber niemanden so richtig von den Sitzen zu reissen. «Irgendwie fehlte das innere Feuer», stellte ein Zuschauer fest.

Entsprechend äusserte sich Carlos Lima nach der Partie.

«Es fehlte überall, hinten und vorne. Die Spielerinnen sind zu sorglos mit dem Ball umgegangen, waren genügsam und zeigten zu wenig Disziplin.»

Trainer Carlos Lima im Gespräch mit einer Spielerin.

Trainer Carlos Lima im Gespräch mit einer Spielerin.

Es wartet also noch viel Arbeit: «Im Angriff, in der Verteidigung, bei der Balltechnik», so der Trainer. Etwas Positives gab es von Trainerseite aber doch noch zu bemerken: «Die Laufarbeit war gut. Besser als in den vorherigen Spielen.» Positiv zu bewerten ist auch das Comeback von Judith Matter (26), die sich vor einem Jahr eine schwere Knieverletzung zuzog, lange pausieren musste und in der sonntäglichen Partie mittat. «Es war schön, wieder mitzuspielen, darauf habe ich ja lange gewartet», gab sie zu Protokoll.

Bereits am Mittwoch (19.30, SPZ-Halle) steht das Meisterschaftsspiel gegen Herzogenbuchsee auf dem Programm. Zu einem Knüller kommt es kommenden Sonntag (16.00), wenn Brühl St. Gallen zum Cup-Achtelfinal in die SPZ-Halle anreist. Mehr noch, die Auslosung ergab, dass Sponos zweite Mannschaft an diesem Sonntag (18.00) ebenfalls gegen Brühls zweite Garnitur (beide SPL2) antreten muss. Vielleicht heisst es dann: Doppelter Höhenflug in Pink.

Ohne Harz geht auch im Frauenhandball nichts.

Ohne Harz geht auch im Frauenhandball nichts.

Frauen, SPL1

5. Runde: Spono Eagles – Yellow Winterthur 32:26. Kreuzlingen – LK Zug 26:38. Rotweiss Thun – Brühl St. Gallen 22:16. GC Amicitia Zürich – Herzogenbuchsee 20:36.
Rangliste: 1. LK Zug 5/10. 2. Rotweiss Thun 5/8. 3. Brühl St. Gallen 5/8. 4. Spono Eagles 4/4. 5. Herzogenbuchsee 4/3. 6. Kreuzlingen 5/3. 7. Yellow Winterthur 5/2. 8. GC Amicitia Zürich 5/0.
Die nächsten Spiele (SPZ, Nottwil). Meisterschaft. Mittwoch. 20.00: Spono Eagles – Herzogenbuchsee. – Schweizer Cup, Achtelfinals. Sonntag. 16.00: Spono Eagles – Brühl St. Gallen (beide SPL1). – 18.00: Spono Eagles – Brühl St. Gallen (beide SPL2).

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