Stockbruch verhindert Podestplatz für den Obwaldner Langläufer Janik Riebli

Langläufer Janik Riebli fühlt sich nach dem Continentalcup-Sprint bereit für den Weltcup in Davos.

Roland Bösch
Hören
Drucken
Teilen
Bei Janik Riebli kommt das Selbstvertrauen allmählich zurück.

Bei Janik Riebli kommt das Selbstvertrauen allmählich zurück.

Bild: Urs Steger (Ulrichen, 1. Dezember 2019)

Bevor Janik Riebli über das Pech in seinem Finallauf des Continentalcup-Sprints am vergangenen Samstag im slowenischen Pokljuka erzählt, ist es ihm ein Anliegen, über den starken Prolog sowie die Viertel- und Halbfinals zu sprechen. «Es war einer meiner Tage. Bereits am Freitag bei der Besichtigung habe ich festgestellt, dass mir die Strecke mit vielen Kurven liegt», erklärt der Athlet des B-Kaders von Swiss-Ski. Entsprechend fokussiert ging Janik Riebli bereits beim Prolog an die Arbeit und distanzierte seine Mitbewerber um 2,3 Sekunden und mehr. In den Viertel- und Halbfinals liess der gelernte Landwirt nichts anbrennen und für Janik Riebli war klar: «Es ist angerichtet. Heute kann ich um den Sieg mitreden.»

Wie man einen Sprint auf der zweithöchsten Stufe für sich entscheiden kann, weiss der Athlet des Skiclubs Schwendi-Langis seit dem Rennen in Oberwiesenthal am 15. März dieses Jahres bestens. Dieses Mal kam es anders. «Zu Beginn des Finallaufs kam ich nicht ganz optimal weg und war etwas eingeklemmt. Zudem führte ein Schlag des Skis eines Konkurrenten zu einem Stockbruch», erklärt Janik Riebli. Rund 400 Meter musste der 21-jährige mit nur einem Stock laufen. Trotzdem er den Anschluss nicht verlor, reichte die Kraft und die engen Platzverhältnisse nicht mehr, um den sechsten Platz im Finallauf abzuwenden.

Noch fehlt die Form in den Distanzrennen

Frustriert ist der in Davos lebende und trainierende Riebli nicht. Im Gegenteil hat ihm dieses Resultat bestätigt, dass er im Sprint mithalten kann. Vor drei Wochen beim letzten Trainingszusammenzug des B-Kaders vor dem Saisonstart sah die Welt noch anders aus. «Ich habe wortwörtlich eine rabenschwarze Woche im Goms eingezogen. Ich hatte mir für diese Intervall-Trainings so viel vorgenommen, kam aber einfach nicht auf Touren», blickt Janik Riebli zurück. Vor Wochenfrist beim Swiss-Cup-Sprint in Ulrichen kehrte mit dem zweiten Schlussrang das Vertrauen allmählich zurück. Der Giswiler will sich in seiner zweiten Saison als Profi mit guten Leistungen im Continentalcup vermehrt für Weltcup-Einsätze aufdrängen, bevor es Anfang März 2020 an die U23-WM gehen soll.

Am kommenden Wochenende bietet sich dafür eine gute Gelegenheit bei seinem zweiten Weltcup-Einsatz in Davos. «Einige meinen, dass ich mit einem ähnlichen Auftritt wie in Pokljuka den Einzug in die Top 30 am Samstag schaffen könnte», erzählt Janik Riebli und relativiert die Erwartungen gleich selber wieder: «Jedes Rennen ist eines für sich. Wenige Hundertstel entscheiden über Sein oder Nichtsein. Es ist wichtig, dass ich mich fokussiere und voll geladen antrete.» Noch nicht richtig auf Touren gekommen, ist Janik Riebli hingegen in den Distanzrennen. Über 15 Kilometer in der freien Technik wurde er am Sonntag lediglich 76. «Der Sprint am Samstag hat Spuren hinterlassen. Ich benötige noch etwas Zeit», gibt er sich diplomatisch.

Avelino Näpflin läuft am Continental Cup in die Top 10

Die slowenische Winterstation Pokljuka leidet unter Schneemangel. Entsprechend konnte lediglich eine 2,5 Kilometer lange Kunstschneerunde für die Continental-Cup-Rennen hergerichtet werden. Neben Janik Riebli schafften es am Samstag auch die Engelbergerin Lea Fischer bei den Frauen und der Junior Avelino Näpflin souverän in die Finalläufe. Für beide waren die Viertelfinals aber Endstation. Lea Fischer holte sich Rang 15, Avelino Näpflin wurde 17. Keine Spitenplätze im Distanzrennen Der bald 20-jährige Nidwaldner Avelino Näpflin wusste sich am Sonntag im Distanzrennen der Junioren über 10 Kilometer in der freien Technik gut in Szene zu setzen. Er wurde Neunter. Bei den Frauen wurde Lea Fischer über 10 Kilometer 46. In der gleichen Kategorie belegte Maria Christen vom Skiclub Gotthard-Andermatt den 36. Rang. Der Horwer Cyril Fähndrich wurde bei seinem ersten Continental-Cup-Distanzrennen bei der Elite 40. Im gleichen Rennen belegten Janik Riebli den 76. und der Beckenrieder Andrin Näpflin Rang 82. (rb)