Rollhockey
Legionäre mit Winner-Mentalität: Dieses portugiesische Duo will mit dem RHC Uri hoch hinaus

Die Portugiesen André Moreira und David Esteves sind ein grosser Gewinn für den Rollhockeyclub Uri. Davon ist Vereinspräsident Stefan Gisler überzeugt. Die beiden Neuzugänge setzen sich hohe sportliche Ziele und möchten längerfristig bleiben.

Urs Hanhart
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Die Portugiesen David Esteves (links) und André Moreira spielen seit dieser Saison für den RHC Uri.

Die Portugiesen David Esteves (links) und André Moreira spielen seit dieser Saison für den RHC Uri.

In der letzten Saison, die coronabedingt allerdings nur von kurzer Dauer war, musste NLA-Vertreter RHC Uri den Abgang aller drei ausländischen Spieler hinnehmen. Immerhin konnte die Lücke schnell geschlossen werden. Dank der Vermittlung des ehemaligen Uri-Akteurs André Costa, der in seiner Heimat seine Kontakte spielen liess, gelang es, zwei vielversprechende Neuverpflichtungen zu tätigen. Es handelt sich dabei um André Moreira (37) und David Esteves (36). Beide liessen ihr grosses Potenzial in den ersten Meisterschaftsspielen schon mehrfach aufblitzen. Moreira erzielte bereits fünf Treffer und liegt damit in der Skorerliste an vierter Stelle. Sein Landsmann Esteves feierte bislang drei Torerfolge.

Moreira spielte nicht weniger als 17 Jahre als Profi bei verschiedenen portugiesischen Spitzenvereinen und verfügt dadurch über eine immense Erfahrung. 2005 holte er als Mitglied der portugiesischen Junioren-Nationalmannschaft den Europameistertitel. Auch für die A-Nationalmannschaft stand er mehrfach im Einsatz. Insgesamt bestritt er 40 Länderspiele. «Ich möchte mich zuerst in meiner neuen Mannschaft möglichst gut integrieren, ein Gespür bekommen und mich an die Mentalität gewöhnen», verrät der Routinier, fügt aber gleich an:

«Mit der Zeit möchte ich mich dann vermehrt einbringen und entsprechende Ratschläge erteilen, was allenfalls noch verbessert werden könnte.»

Im Gegensatz zu Moreira war Esteves nie Rollhockeyprofi. Er arbeitete neben seiner Sportkarriere als Polymechaniker. Vor seinem Wechsel zu Uri spielte er für einen portugiesischen Drittdivisionsclub.

Abstimmung braucht noch Zeit

«Beide Spieler sind ein grosser Gewinn und eine Bereicherung für unseren Verein. Sie sind eher ruhige Typen, aber spielerisch absolut top», sagt RHC-Uri-Präsident Stefan Gisler. «Die optimale Abstimmung innerhalb der Mannschaft braucht noch etwas Zeit, nicht zuletzt auch aufgrund der noch bestehenden sprachlichen Barrieren. Man befindet sich aber diesbezüglich auf sehr gutem Weg. Beide verfügen über Skorerqualitäten und über eine ausgesprochene Winner-Mentalität, die hoffentlich mehr und mehr auch auf das Team überspringen wird.»

Derby verspricht Spannung

Die Spieler des Rollhockeyclubs Uri sind letzte Woche überraschenderweise zu einem spielfreien Wochenende gekommen. Für einmal brachte nicht Corona den Spielplan durcheinander, sondern ein verunfallter Schiedsrichter. Der Schweizerische Rollhockeyverband verfügt offenbar über ein dermassen kleines Schiedsrichterkontingent, dass der kurzfristige Ausfall nicht durch das Aufbieten eines anderen Schiedsrichters hat kompensiert werden können. Als Ultima Ratio blieb folglich nur die Absage der Partie Montreux – Uri. Schade für das Team von Trainer Carlos Sturla, das den Tritt nach dem Heimsieg gegen Uttigen gefunden hat. Am Samstag treffen die Urner nun im Gotthardderby zu Hause auf Biasca. Die Tessiner sind gut in die Meisterschaft gestartet. Nebst den erwartbaren Niederlagen gegen die Titelfavoriten Diessbach und Genf resultierten Siege gegen Wolfurt und Dornbirn. Vor allem der 1:0 Sieg in Dornbirn war eine Überraschung, zumal der argentinische Spielertrainer Pablo Saez verletzt ist. Er dürfte das Team nach seiner Rückkehr nochmals verstärken. Verstärkt werden die Tessiner abermals auch durch Torhüter Ricardo Figueiredo. Nicht zum ersten Mal hat er von Uri auf die andere Seite des Gotthards gewechselt. Der Transfer ging nicht ganz ohne Nebengeräusche über die Bühne. Diese waren hauptsächlich der Tatsache geschuldet, dass der Wechsel erst kurz vor Saisonstart publik wurde und die Urner sich auf die Suche nach einem Ersatz machen mussten, den sie in der Person von Roman Gisler gefunden haben. Losgelöst davon ist erfahrungsgemäss mit einer engen Partie zu rechnen. Mit einem Sieg wären die Urner wieder dran an den Playoffplätzen. (ji)

Der RHC Uri legt jeweils grossen Wert darauf, dass für neu engagierte ausländische Spieler auch das Umfeld neben dem Sport stimmt. Den beiden Portugiesen ist ein Job vermittelt worden, damit sie sich eine Existenz aufbauen können. Esteves arbeitet als Polymechaniker und Moreira in einem Hotel in Andermatt. Allerdings muss er dort häufig Nachtschichten absolvieren, was sich in Bezug auf den Sport als nicht gerade optimal erwiesen hat.

Skifahren, Wandern und Fischen

Die zwei Neuzuzüge haben sich nach eigenen Angaben schon recht gut im Urnerland eingelebt. Sie möchten keine Kurzvorstellung geben, sondern längerfristig bleiben. Sportlich setzen sie sich hohe Ziele. Dazu sagt Esteves:

«Ich möchte mit Uri irgendwann den Cup oder die Meisterschaft gewinnen. Es gibt noch einiges Verbesserungspotenzial. Allerdings muss das Team noch besser zusammenwachsen, um Erfolge feiern zu können.»

Auch Moreira ist zuversichtlich, dass sich der RHC Uri im Vergleich zum Meisterschaftsauftakt noch deutlich steigern kann. Wichtig sei, dass die Einstellung professioneller werde, als sie momentan noch sei. Den beiden Iberern, die bereits als kleine Knirpse vom Rollhockeyvirus infiziert wurden, gefällt es im Kanton Uri. Insbesondere von den hohen Bergen sind sie beeindruckt. «Ich würde gerne mal Skifahren ausprobieren oder wandern gehen», verrät Esteves. Sein Teamkollege Moreira ist ein begeisterter Hobbyfischer. Dieser Freizeitbeschäftigung möchte er in Zukunft ab und zu auch am Urnersee frönen.

Hinweis. Rollhockey, NLA. Samstag. 18.00: Uri – Biasca (Rollhockeyhalle Seedorf).

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