Leiden und siegen für Flavia Stutz nach Höhentraining in Südafrika

Fast 400 Läufer erreichen am 5. Lozärner Cross das Ziel. Bei den Frauen ist die Ufhuserin Flavia Stutz siegreich.

Stefanie Barmet
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Flavia Stutz dominiert den Lozärner Cross trotz körperlicher Schwierigkeiten.

Flavia Stutz dominiert den Lozärner Cross trotz körperlicher Schwierigkeiten.

Bild: Hanspeter Roos (Luzern, 8. Februar 2020)

Strahlender Sonnenschein und ideale Lauftemperaturen prägten die fünfte Ausgabe des Lozärner Cross vom vergangenen Samstag. Zum zweiten Mal nach 2018 stand Flavia Stutz auf der Luzerner Allmend hinter der Startlinie. Nach einem einmonatigen Höhentrainingslager im südafrikanischen Dullstroom war es für die Floristin und Gärtnerin Zierpflanzen seit langem der erste Ernstkampf. «Vor den Cross-Schweizer-Meisterschaften, die am 7. März in Farvagny stattfinden, wollte ich unbedingt noch einen Geländelauf bestreiten. Zudem liegt der Lozärner Cross für mich zeitlich aber auch geografisch gut.»

Aufgrund einer Schleimbeutelentzündung bei der Achillessehne, welche sich die 23-Jährige vermutlich auf einer Safari in Südafrika eingefangen hatte, verliefen die Vorbereitungen nicht ideal. «Seit dem Trainingslager konnte ich nur drei Lauftrainings absolvieren und musste stattdessen alternativ trainieren. Auch die Beine fühlten sich nicht wirklich spritzig an, was am Höheneffekt liegen dürfte. Erst am Freitagabend entschied ich mich, trotzdem in Luzern zu laufen.» Dementsprechend tief waren die eigenen Erwartungen. Das Rennen über sechs Kilometer dominierte die Ufhuserin dennoch. «Der Lauf über sechs Kilometer war sicher nicht schlecht, aber sehr streng. Meine erste Verfolgerin Céline Aebi war mir immer dicht auf den Fersen.» Müde Beine hin oder her – Flavia Stutz setzte sich schliesslich mit einem Vorsprung von 21 Sekunden durch. Zum Vergleich: Nur elf Männer waren in Luzern schneller. «Der Lauf war sehr gut organisiert und das schöne Panorama ein zusätzlicher Ansporn», so die Athletin der Läuferriege Gettnau.

An den Schwachstellen arbeiten

Die fünffache Cross-EM-Teilnehmerin, die sechs bis acht Einheiten pro Woche absolviert, gilt als eine der besten Crossläuferinnen des Landes und legt sich mit Wettkämpfen im Gelände die Basis für die Sommersaison. «Crossläufe härten ab und sind meiner Meinung nach aufgrund der unterschiedlichen Strecken viel interessanter als Bahnrennen.» Bereits im Dezember verhinderte eine Entzündung im Schienbein die sechste Teilnahme an Crosslauf-Europameisterschaften, seit dem Höhentrainingslager macht der 23-Jährigen nun die Achillessehne zu schaffen. «Die Entzündungen sind vermutlich durch die fehlenden spezifischen Krafteinheiten im Bereich Beine/Beinachsen entstanden. An diesen Schwachstellen muss ich arbeiten. Momentan trainiere ich viel auf dem Bike, mache Stabilisationsübungen und Kraft mit dem eigenen Körpergewicht oder gehe Aquajoggen.»

Welche Wettkämpfe Flavia Stutz in den nächsten Wochen und Monaten bestreiten wird, hängt vom Heilungsverlauf ab. Einen Start an den Cross-Schweizer-Meisterschaften, wo sie als Titelverteidigerin antritt, die Teilnahme an ein bis zwei Halbmarathonrennen sowie jene am Luzerner Stadtlauf strebt sie an. «Im Frühling kann ich keine Ferien nehmen und deshalb kein Trainingslager besuchen. Läuft alles nach Plan, werde ich im Sommer aber ein weiteres Höhentrainingslager in St.Moritz absolvieren.» Sicher ist: 2020 soll die Halbmarathonbestzeit, die seit 2017 bei 1:20.09 Stunden steht, deutlich verbessert werden. Im Dezember erhält die Ufhuserin zudem die nächste Möglichkeit, sich für Crosslauf-Europameisterschaften zu qualifizieren.

Teilnehmende aus der ganzen Schweiz

Integriert in den Lozärner Cross wurden die Innerschweizer Crosslaufmeisterschaften ausgetragen. Zudem zählte der Cross in den Kategorien U16 bis U20 als Wertungslauf des Swiss Athletics Cross Cup, was sich positiv auf die Teilnehmerfelder auswirkte. Insgesamt fanden fast 400 Laufbegeisterte aus der ganzen Schweiz den Weg auf die Luzerner Allmend.

Im Rennen der Männer über sechs Kilometer setzte sich mit Marco Kern (LC Schaffhausen) der amtierende Kurzcross-Schweizer-Meister durch. Das Frauenrennen über vier Kilometer gewann Amy Leibundgut (LA Alpnach) mit einer Sekunde Vorsprung auf Delia Scherrer (KTV Bütschwil). Im Fun Cross über drei Kilometer liefen Barbara Jurt (LA Nidwalden) und Jonas Schöpfer (STV Sempach) die besten Zeiten.

Einmal mehr erfolgreich waren die Geschwister Kerber aus Kehrsiten. Shirin siegte in der Kategorie U16 mit fast einer Minute Vorsprung auf die erste Verfolgerin. Bruder Navid dominierte derweil das Rennen der männlichen U18. Beim erstmals ausgetragenen Triathlon, der sich aus 600 m Schwimmen, sechs Kilometer Biken und drei Kilometer Laufen zusammensetzte, gingen Fabio Nauer (3star cats Wallisellen) und Sara Baumann (Tri Uri/Tri-Team Schattdorf) als Sieger hervor.

Lozärner Cross

Männer (6000 m): 1. Marco Kern (Schaffhausen) 20:41. 4. Sven Marti (Nidwalden) 22:29. 5. Lukas Arnold (Gettnau) 22:33. 6. Peter van der Zon (Luzern) 22:41. – Masters (6000 m): 1. Adrian Brennwald (Aeugst a. A.) 22:26. 2. Alexander Kerber (Nidwalden) 23:58. 3. Isidor Christen (Gettnau) 24:04. 4. Andreas Zeder (Beromünster) 24:37. – U18 (4000 m): 1. Navid Kerber (Nidwalden) 14:52. – U16 (3000 m): 1. Luca Moser (Emmenstrand) 11:32. 2. Colin Zumbühl (Sarnen) 11:38. – U14 (2000 m): 1. Leano Frey (Eschlikon) 7:52. 3. Tom Scheuber (Nidwalden) 8:29. 5. Niklas Christen (Nidwalden) 8:33. 6. Demian Bruhin (Steinen) 08:48.
Frauen (6000 m): 1. Flavia Stutz (Gettnau) 23:22. 4. Myriam Keiser (Rotkreuz) 26:30. 7. Sabrina Imhof (Hünenberg) 30:51. – Frauen (4000 m): 1. Amy Leibundgut (Alpnach) 16:07. 3. Jeanne Wildisen (Luzern) 16:58. – Masters (4000 m): 1. Corinne Zeller (Uetendorf) 19:46. 2. Veronique Durrer (Kerns) 21:35. 3. Priska Buob (Luzern) 21:50. – U18 (3000 m): 1. Nina Villiger (Auw) 11:54. 2. Lieke Wehrung (Cham) 12:09. 3. Ariane Krummenacher (Kerns) 12:10. – U16 (3000 m): 1. Shirin Kerber (Nidwalden) 11:56. 2. Fabienne Müller (Willisau) 12:53. 8. Chantal Scherrer (Willisau) 13:45. – U14 (2000 m): 1. Fiona von Flüe (Cham) 7:45. 5. Vanessa Feierabend (Nidwalden) 8:34. 9. Sophia Halter (Hellbühl) 9:04.
Triathlon. Männer: 1. Fabio Nauer (Wallisellen) 32:05. 4. Martin Kuster (Hergiswil) 34:28. 7. Samuel Christen (Obwalden) 35:41. 8. Andreas Adamski (Luzern) 35:42. – Frauen: 1. Sara Baumann (Schattdorf) 36:17. 6. Celestine Rüfenacht (Hergiswil) 42:31. 8. Lynn Bucher (Sursee) 43:21. Resultate unter: www.luzernercross.ch