«Lozärner Cross» ist eine Familienangelegenheit

Morgen Samstag findet auf der Luzerner Allmend der vierte «Lozärner Cross» statt. Gleich dreifach vertreten ist dabei die Familie Kerber aus Kehrsiten.

Stefanie Barmet
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Freut sich auf das Heimrennen: Navid Kerber, hier beim Cross in Gettnau. Bild: Hanspeter Roos

Freut sich auf das Heimrennen: Navid Kerber, hier beim Cross in Gettnau. Bild: Hanspeter Roos

Der «Lozärner Cross» zählt in diesem Jahr in den der Kategorien U16 bis U20 erstmals zum Swiss-Athletics-Cross-Cup, wobei in Luzern doppelte Punktzahl vergeben wird. Der Nachwuchkann an elf nationalen Crossläufen Punkte sammeln, die besten vier Resultate fliessen in die Gesamtrangliste ein. Den Siegern der Gesamtwertungen winken attraktive Preise wie Startplätze am Nachwuchs-Elite-Rennen des Luzerner Stadtlaufes oder im Vorprogramm des Diamond-League-Meetings Athletissima in Lausanne. Einer, der 2018 im Nachwuchs-Elite-Rennen am Start war, ist Navid Kerber.

Der 15-Jährige aus Kehrsiten trifft am Samstag am «Lozärner Cross» unter anderem auf den ein Jahr älteren Pierre Perruchoud (CA Sierre), der die Gesamtwertung des Cross-Cups der U18-Kategorie U18 anführt. Dass der Nidwaldner zu den besten Crossläufern des Landes gehört, hat er bereits mehrfach bewiesen. Im Vorjahr verpasste er das Podest an den Schweizer Crossmeisterschaften mit Rang vier denkbar knapp, in diesem Jahr gewann er die nationalen Crossläufe in Netstal und Gettnau. «Dass ich in Luzern, meinem Heimrennen, doppelt doppelte Punkte holen kann, ist mit ein Grund, weshalb ich an der Startlinie stehe.» In Luzern wird er auf die besten Crossläufer seiner Kategorie treffen. «Ich möchte in die Top 5 laufen. Nach meinen beiden Siegen habe ich die Gewissheit, dass die Form stimmt», sagt Navid Kerber.

Luft nach oben bezüglich Trainingseinheiten

Ob Kerber an den Schweizer Crossmeisterschaften in Chailly-sur-Montreux (10. März) starten wird, entscheidet der Gymnasiast nach dem Cross in Luzern. «Gleichzeitig mit er SM findet der Engadin-Skimarathon statt. Im Vorjahr bin ich bei den Volksläufern über die Halbmarathondistanz gestartet und konnte mit der Zeit von 1:15 Stunden für die diesjährige Austragung einen besseren Startplatz ergattern. Wenn ich sehe, dass ich in Luzern gut mithalten kann, werde ich mich wohl für die Cross-SM entscheiden.»

Die Lust, auch mit den schmalen Latten Wettkämpfe zu bestreiten, hat den Nidwaldner in den letzten Skiferien im Engadin gepackt. «Langlauf ist ein guter Ausgleich zum Laufen.» Momentan schnürt der 15-Jährige drei- bis viermal wöchentlich die Laufschuhe. «Verglichen mit der Konkurrenz ist das eher wenig.»

An längere Distanzen heranstasten

Dass er dennoch mit den Besten seiner Alterskategorie mithalten kann, spricht für Navid Kerber. Auch auf der Bahn ist der Gymnasiast kein Unbekannter. Im Sommer lief er an den Schweizer Nachwuchsmeisterschaften über 2000 Meter zum U16-Meister-Titel. In dieser tritt er eine Kategorie höher an und wird sich erstmals an die 800-, 1500- und 3000-Meter-Distanzen herantasten. «Ich werde alle Disziplinen ausprobieren und dann entscheiden, wo ich am meisten Potenzial habe. Vermutlich wird es der 1500-Meter-Lauf sein, der sowohl Stehvermögen als auch Schnelligkeit verlangt.»

Teilnehmerrekord

Für den «Lözärner Cross» am Samstaghaben sich bislang 312 Läuferinnen und Läufer angemeldet. Damit wurde der bisherige Rekord von 2017 (304 Anmeldungen) bereits übertroffen. Die Organisatoren rechnen aufgrund der guten Wetterprognosen mit weiteren Nachmeldungen.

Mit der Bernerin Judith Wyder, mehrfache Weltmeisterin im OL und der Aargauerin Valentina Rosamilia, vierfache Juniorinnen-Schweizermeisterin 2018 (2000m, Cross Country Running, Duathlon und Triathlon), sind auch zwei Spitzenathletinnen am Start. 

Um die nötige Basis und Härte für den Sommer zu erlangen, bestreitet Navid Kerber im Winter regelmässig Crossläufe. «Im Schlamm oder Schnee zu laufen, bereitet grossen Spass. Ich mag tiefen Boden, der einem viel Kraft abverlangt. Hindernisse, die für Rhythmusbrecher sorgen, finde ich ebenfalls eine gute Erfahrung im Hinblick auf die Bahnrennen, wo Tempowechsel an der Tagesordnung stehen.»

In Luzern wird der 15-Jährige die Vier-Kilometer-Distanz in Angriff nehmen. Ebenfalls am Start sind seine Schwester Shirin (U14) sowie Vater Alexander bei den Männern. Damit wird der «Lozärner Cross» zu einem Familienausflug wird.

Samstag: ab 11.00 Nachwuchs U10–U16 Knaben/Mädchen; 12.15 Fun-Cross Frauen/Männer; 12.35 U18-Männer; 13.00 Frauen, U18, Masters; 13.30 Männer; U20, Masters und Langdistanz Frauen; 14.15 X-Duathlon Männer/Frauen (Allmend). Nachmeldungen bis eine Stunde vor dem Kategorienstart. Infos unter: www.luzernercross.ch