Schweizer Meisterschaft
Die Männer und Frauen des Luzerner SC verpassen den Exploit

Die Landhockey-Männer des Luzerner SC gewinnen am Finalturnier Bronze, die Frauen gehen leer aus.

Stephan Santschi
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Luzerns Martin Greder (links) stellt sich im Halbfinal gegen den Abschluss eines Servettiens.

Luzerns Martin Greder (links) stellt sich im Halbfinal gegen den Abschluss eines Servettiens.

Bild: Christian Wyss-Chodat (Genf, 12. Juni 2021)

Das Warten auf den nächsten Schweizer-Meister-Titel im Feldhockey geht weiter. Weder die Männer des Luzerner SC, die 2007 letztmals Gold gewannen, noch die Frauen, deren letzter Triumph sogar aus dem Jahr 1992 datiert, konnten am Wochenende die Durststrecke beenden. Die Männer, denen am Final-Four-Turnier in Genf eher ein Exploit zugetraut worden war, verloren den Halbfinal am Samstag gegen Servette mit 1:2.

«Wir haben den Start verschlafen, waren in der ersten Spielhälfte nicht richtig da, hatten ein Blackout», erzählt Luzerns Trainer Jorge Federico Tanuscio. Danach sei man zwar besser ins Spiel gekommen, habe viel Offensivdruck ausgeübt und mit 35:6 ein klares Übergewicht beim Vordringen in den Schusskreis vorzuweisen gehabt. Der Ausgleichstreffer wollte den Luzernern aber nicht mehr gelingen. Auch die Frauen scheiterten im Halbfinal, gegen Olten verloren sie gleich mit 0:6.

Nasentreffer sorgt für Schreckmoment

Dabei hatte der LSC die Partie eigentlich kontrolliert, liess sich aber mehrmals auskontern. «Am Ende waren wir nicht effizient genug, diesen Aspekt müssen wir verbessern», erklärt Tanuscio, der auch die Frauen-Auswahl des LSC trainiert.

Am Sonntag gelang dem LSC in den kleinen Finals nur teilweise eine Wiedergutmachung. Die Luzernerinnen mussten sich erneut geschlagen geben, diesmal mit 1:2 gegen Genf, wobei sie nicht nur zwei Gegentreffer, sondern auch noch einen schmerzhaften Ausfall hinnehmen mussten. Der Ball traf Paulina Appel derart hart an der Nase, dass sie ins Spital gebracht werden musste. «Für die Spielerinnen war das ein Schock», so Tanuscio. Am Ende schaute darum nicht mehr als der vierte Platz heraus, «wir haben das Maximum probiert, doch wir hatten ein hartes Jahr. Nicht weniger als 14 Spielerinnen haben uns verlassen, wir haben bei null begonnen», berichtet Tanuscio.

Mit den Männern hatte der Headcoach aus Argentinien dann aber doch noch ein Erfolgserlebnis feiern können. Das Spiel um Bronze gegen Olten entschieden sie mit 2:1 für sich, für die LSC-Tore waren Philipp Hamm und Wouter Bosmans besorgt. Tanuscio, dem vor dem Finalturnier sechs angeschlagene Akteure gefehlt haben, ist vom Potenzial überzeugt und so werden die Luzerner in der kommenden Saison einen neuen Angriff auf den Meistertitel lancieren. Zunächst müssen sie sich aber in der zweitklassigen NLA Challenge behaupten. Aufgrund des eigentümlichen Modus stiegen die Luzerner im letzten Saisondrittel ab, obwohl sie über die gesamte Spielzeit hinweg am zweitmeisten Punkte gesammelt haben. «So etwas gibt es auf der ganzen Welt nur in der Schweiz», winkt Tanuscio ab. «Ich hoffe, Swiss Hockey wird dies bald ändern.»

Landhockey, Final Four

Männer. Final: Rotweiss Wettingen – Servette 4:1. – Spiel um Platz 3: Luzerner SC – Olten 2:1. – Halbfinals: Luzerner SC – Servette 1:2. Wettingen – Olten 5:2.
Frauen. Final: Wettingen – Olten 1:2 n. P. – Spiel um Platz 3: Luzerner SC – Black Boys Genève 1:2. – Halbfinals: Olten – Luzerner SC 6:0. Wettingen – Black Boys 5:0.