Der Sieger der Nachwuchs-Elite sieht's positiv: «Cross-Wetter, mein Wetter» 

Der Berner Maurice Etienne Christen siegt und fühlt sich in die Winterrennen zurückversetzt.

Jörg Greb
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Maurice Etienne Christen fühlt sich auch bei diesem Wetter wohl. (Bild: Pius Amrein, 4. Mair 2019)

Maurice Etienne Christen fühlt sich auch bei diesem Wetter wohl. (Bild: Pius Amrein, 4. Mair 2019)

Zur geschätzten Dynamik, den drei kurzen schnellen Runden durch die Luzerner Altstadt, gesellte sich in diesem Jahr ein schwer einschätzbarer Faktor: das viele Wasser. Es kam von oben und in Mengen. Nass das Kopfsteinpflaster, Wasserlachen überall und in den zahlreichen Kurven die Gefahr des Ausgleitens. Da galt es die Balance zu finden zwischen aggressivem Abstoss, dosieren in den Kurven und sicherem Rollen – zumal bei dieser kürzeren Distanz höhere Tempi verlangt werden. Es war ein heikles Unterfangen.

Als «sehr hart» bezeichnete Maurice Etienne Christen das, was es auf den 2,4 km zu meistern galt. Neben der physischen Beanspruchung kam die physische hinzu. «Was mag’s leiden?», fragte sich der junge Mann aus Kirchlindach unterwegs immer wieder.

Die Vorsicht spiegelte sich in der Anfangsphase bei allen. Das Feld blieb kompakt. Einen moderaten, aber nicht besonders aggressiven Rhythmus schlug der Tessiner Enea Ratti an. Den Steigerungslauf lancierte Gabriel Matos. Der Nachwuchs-Elite-Sieger vom vorletzten Jahr bei den U18 und U18-SM-Zweite über 3000 m im vergangenen Herbst verstand es so, sich abzusetzen. Nur einer folgte dem 19-Jährigen: Maurice Etienne Christen. Im Endkampf verstand es der ein Jahr ältere Berner, mehr Reserven freizumachen. Er siegte sicher.

«Dieses Rennen hat richtig Spass gemacht», sagte der Langstreckenspezialist, der im ST Bern in der Gruppe von Sandra Gasser trainiert. Christen verstand es perfekt, sich mit den Gegebenheiten zu arrangieren. «Das war richtiges Cross-Wetter», sagte er und fühlte sich zurückversetzt in die Winterrennen im Gelände: «Cross-Wetter, mein Wetter.» In den letzten Monaten 2018 und den ersten dieses Jahres demonstrierte er seine Fähigkeiten öfter. Er gehörte der Schweizer Equipe an der Cross-EM im Dezember an. Cross-Meister wurde er Anfang März bei den U20.

Podest-Premiere für Samuel Duss

Und jetzt verhielt er sich taktisch geschickt, teilte die Distanz clever ein, wich den Pfützen aus und sagte: «Je länger das Rennen dauerte, desto sicherer wurde ich mir meiner Sache.» Schon von Anfang an aber malte er sich gute Chancen auf den Sieg aus. Die Erfahrung und das Selbstvertrauen will er nun in die letzte Vorbereitungsphase im Hinblick auf die Bahnsaison mitnehmen.

Als bester Innerschweizer lief Samuel Duss (Alpnach Dorf) auf Rang 3 bei den U20 – die Podest-Premiere für ihn in Luzern. Das Talent vom TV Sarnen erhielt im Hinblick auf die Sommersaison dadurch Auftrieb. Bei den U18 belegte Navid Kerber (Kehrsiten/LA Nidwalden) ebenfalls Position 3.