Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Die Landhockey-Frauen des Luzerner SC hegen noch einen kleinen Hoffnungsschimmer

Die Frauen des Luzerner SC verlieren das Final-Hinspiel daheim nach tapferer Gegenwehr mit 0:1. Die Männer verlieren auswärts 1:2, können aber am Sonntag auf dem Luzerner Utenberg das Meisterrennen noch zu ihren Gunsten wenden.
René Barmettler
Sae Fontana (rechts), Mittelfeldspielerin des Luzerner SC und ihr Team leisten gegen den haushohen Favorit Rotweiss Wettingen grossen Widerstand. Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. Juni 2019)

Sae Fontana (rechts), Mittelfeldspielerin des Luzerner SC und ihr Team leisten gegen den haushohen Favorit Rotweiss Wettingen grossen Widerstand. Bild: Roger Grütter (Luzern, 29. Juni 2019)

Endlich kamen auch mal die Luzernerinnen im Gefahrenbereich zu einem Torabschluss. Noch etwas mehr als fünf Minuten Spielzeit zeigte die Matchuhr an. Linda Röthlin setzte von der linken Seite frei stehend zum Schuss an – doch die letzte Entschlossenheit fehlte. Die Wettingerinnen klärten, spielten die restliche Spielzeit souverän zu Ende. 1:0 hiess es für die Aargauerinnen, doch der grosse Jubel blieb aus. Nur 1:0 für den haushohen Favoriten. Damit bleibt dem Luzerner SC im sonntäglichen Rückspiel in Wettingen noch ein kleiner Hoffnungsschimmer. «Es liegt für uns definitiv mehr drin», gab sich Mittelfeldspielerin Sae Fontana kurz nach Spielende kämpferisch. «Es ist noch nichts verloren, wir fangen nochmals von vorne an.»

Doch eines können die Luzernerinnen wohl nicht kaschieren: Dieses Hinspiel an der prallen Mittagssonne hat viel Kraft gekostet. Sie traten mit nur zwei Einwechselspielerinnen an, Wettingen mit vier. Die Meisterinnen der Jahre 2011 bis 2017 spielten trotzdem nicht ihre ganze Routine aus. Die Luzernerinnen wissen keine einzige Spielerin mit Finalerfahrung in ihren Reihen. Wohl gerade deshalb spielten sie, als ob sie gar nichts zu verlieren hätten. Kompakt in der Abwehr liessen sie die meist spielbestimmenden Wettingerinnen immer wieder auflaufen.

Die siebte kurze Ecke ist die eine zu viel

Die effizienteste Waffe ist die kurze Ecke, die es nach einer Regelwidrigkeit im eigenen Strafraum nach sich zieht. Die Torhüterin darf diese zusammen mit vier Abwehrspielerinnen entschärfen, und sie sehen acht Angreiferinnen entgegen. Der Rest der beiden Teams hat sich hinter der Mittellinie zu positionieren. Sechs Mal konnte Wettingen zu einer kurzen Ecke antreten. Sechs Mal ging die Sache gut aus für Luzern. Die siebte Ecke war jedoch die eine zu viel. Der Nachschuss acht Minuten vor Schluss von Alexandra Wälti landete im Tor. Sae Fontana ärgerte sich über diesen Gegentreffer: «Leider hapert es im Schlussviertel noch zu oft bei uns.»

Die Angehörigen auf der Terrasse des Klubrestaurants feuerten die Spielerinnen nochmals lautstark an, fieberten mit, schrien auf, als Linda Röthlin die dicke Ausgleichschance vergab – es war alles vergebens. Doch den Applaus hatten sich die Spielerinnen verdient. Aufopferungsvoll kämpften sie gegen den Meisterexpress aus Wettingen und gegen die Hitze. «Es war heiss und härter als sonst. Doch wir haben bereits in dieser Hitze trainiert und uns etwas daran gewöhnt. Ausserdem spürt man sie weniger, wenn das Adrenalin fliesst», sagte Sae Fontana mit einem Schmunzeln.

Sae Fontana ist Captain der Schweizer U21

Die 21-jährige Tochter einer Japanerin und eines Schweizers ist eine von fünf Luzernerinnen, die im Januar mit der Schweizer Nationalmannschaft an der U21-Hallen-EM in Polen unerwartet die Bronzemedaille gewann. Die technisch ausserordentlich versierte Mittelfeldspielerin trug sogar die Captainbinde. Das Hinspiel gegen Wettingen zeigte auf, dass in diesem Team viel Potenzial steckt. Trainer Jorge Federico Tanuscio befand über die Leistung des LSC in der abschliessenden Teambesprechung: «Es war ein gutes Spiel von euch – ein sehr gutes sogar.»

Tanuscio hat dieses Wochenende ein volles Programm. Weil der Argentinier auch die Männer coacht, begleitet er samstags und sonntags sämtliche vier Playoff-Finalspiele. Seine anschliessende Reise nach Wettingen war nicht ganz vergebens. Sebastian Schneiders Penalty, der in letzter Minute zum 1:2 führte, lässt die Luzerner im Sonntagsspiel (15.30) auf dem Utenberger Kunstrasen hoffen, nach 1968 und 2007 den dritten Schweizer-Meister-Titel im Feldhockey zu erobern. Vielleicht bringt Tanuscio zuvor sogar den Meisterpokal der Frauen aus Wettingen mit?

Feldhockey. NLA. Playoff-Finals. Hinspiele. Frauen: Luzerner SC – Rotweiss Wettingen 0:1. – Männer: Rotweiss Wettingen – Luzerner SC 2:1. – Rückspiele. Heute. Frauen: Rotweiss Wettingen – Luzerner SC (11.00). – Männer: Luzerner SC – Rotweiss Wettingen (15.30, Utenberg).

Luzerner SC – Rotweiss Wettingen 0:1 (0:0)

Utenberg. – 70 Zuschauer. – SR Dietiker/Messerli. – Tor: 62. Alexandra Wälti 0:1. – Luzerner SC: Renner; Appel, Bucher, Fontana, Heselhaus, Meier, Murer, Röthlin, Schäfer, Schwerzmann, Suter, Thüring, Van Beek. – Wettingen: Kirschbaum; Aebi, Brunner, Coret, De Notaristefano, El Allaly, Kretschmar, Sampson, Schnyder, Solomons-Maillard, Triebold, Trösch, Alexandra Wälti, Stephanie Wälti, Wenz.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.