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Man muss den Grosswanger Ringer Timon Zeder manchmal bremsen

Am Samstag Abend steigt in Widnau (19.00 Uhr) der erste Finalkampf zwischen Kriessern und Willisau. Das Leichtgewicht Timon Zeder will mit den Willisau Lions nach 2015 einen weiteren Meistertitel holen.
Simon Gerber
Ist bereit für den Playoff-Final: Timon Zeder (rechts), hier gegen den Hergiswiler Thomas Wisler.Bild: Dominik Wunderli (Willisau, 9. September 2018)

Ist bereit für den Playoff-Final: Timon Zeder (rechts), hier gegen den Hergiswiler Thomas Wisler.Bild: Dominik Wunderli (Willisau, 9. September 2018)

Timon Zeder ist einer jener jungen Menschen, bei denen man sich kaum vorstellen kann, dass sie hin und wieder auch faulenzen können. Beim 22-Jährigen ist immer etwas los. Als Student, als Spitzenringer und zugleich Technischer Leiter des Ringklubs Willisau Lions oder als Schlagzeuger in der Feldmusik Grosswangen. Und er findet auch noch Zeit, Berichte von den Wettkämpfen zu schreiben und diese für den Verein ins Internet zu stellen.

Der 22-Jährige ist an vielen Fronten engagiert und gibt Vollgas. «Timon ist ein gescheiter Kopf und herzensguter Typ, der es mit seiner Zuverlässigkeit allen recht machen will. Er identifiziert sich voll und ganz mit dem Verein, so dass man ihn manchmal sogar etwas bremsen muss», erklärt Fredi Infanger, Sportchef vom Ringklub Willisau Lions. Der vergangene Dienstag ist ein gutes Beispiel eines Tagesablaufes des umtriebigen Sportlers. Timon Zeder kommt direkt von der Fachhochschule in Horw und legt vor dem Training einen Zwischenhalt in der Cafeteria des Schwimmbades in Willisau ein. Er ist gut gelaunt, wirkt im Gespräch aufgestellt. Er stehe nicht gerne im Rampenlicht, das Scheinwerferlicht behage ihm nicht besonders. Lieber verfolge er seine sportlichen und beruflichen Ziele mit grosser Hartnäckigkeit.

Vom Turnverein in den Ringerclub

Seit 2017 pendelt Timon Zeder unter der Woche zwischen seinem Wohnort Grosswangen und Horw, und das notabene mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. «Aus finanziellen Gründen kann ich mir keine Wohnung und kein Auto leisten. Bei meiner Mutter bin ich derzeit am besten aufgehoben», erzählt der Jungspund. Nach dem Besuch der Kantonsschule absolvierte er eine verkürzte Lehre als Bauzeichner. Für ihn sei schon länger klar gewesen, das Studium als Bauingenieur aufzunehmen. Und dieses schliesst er im Sommer 2020 ab.

Sportlich führte der Weg im Alter von elf Jahren zuerst zum Turnverein Grosswangen in die Nationalturnerriege. Eines Tages nahm ihn sein Kollege Stefan Reichmuth mit ins Training der Willisauer Ringer. Es habe sofort gefunkt. «Das tolle Umfeld, die starken Sparringpartner und die vielseitigen Trainings passten ausgezeichnet zu mir, ich fühlte mich absolut wohl», erinnert sich Timon Zeder. Zu seinen Fördern zählten Joe Bossert und Olympia-Teilnehmer Rolf Scherrer. Timon Zeder hat alle Stufen – von der Jugend bis zum Eliteringer – durchlaufen und ist mehrfacher Schweizer Meister. Als absolutes Highlight bezeichnet die Frohnatur den Titelgewinn im Jahr 2015. «Nach einer Durststrecke von fünf Jahren einen weiteren Meisterpokal feiern zu können, war nicht nur für mich als Youngster, sondern auch für alle anderen Teammitglieder ein unglaublich schönes Gefühl», schwärmt der Freistilspezialist noch immer.

Timon Zeder bezeichnet sich als fleissig, geduldig und zielstrebig. «Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, ziehe ich das Ding auch durch.» Auf der Ringermatte besticht das Leichtgewicht durch grosse Ausdauer, konditionelle Stärke und gute Defensivqualitäten. Aufgrund der körperlichen Voraussetzungen bevorzugt Zeder das Freistilringen. Mit Beinangriffen aus dem Stand und dem Durchdreher am Boden sei er am effizientesten. Ausbaufähig seien die Kampfübersicht und die Vielseitigkeit.

Vier Tage vor dem ersten Finalkampf wirkt Zeder locker, dennoch ist ein leichtes Kribbeln und eine gewisse Anspannung spürbar. Auf den Gegner Kriessern angesprochen gibt sich der der 1,72 Meter grosse und 62 Kilogramm schwere Athlet vorsichtig optimistisch: «Die Rheintaler verfügen über ein breites Kader und wollen ihren Titel unbedingt verteidigen. Für uns ist ein guter Start, wie am letzten Samstag gegen Einsiedeln, extrem wichtig. Dazu braucht es einen zusätzlichen Exploit. Die Rückrunde liegt uns eindeutig besser», blickt Timon Zeder auf den Samstag Abend. Er selber will in der Gewichtsklasse bis 57 Kilogramm sein ganzes Können auspacken, auch wenn sein Gegner einmal mehr Urs Wild heissen wird und als Favorit in den Kampf startet.

Schweizer Mannschaftsmeisterschaft. NLA. Playoff-Final, 1.Runde. Samstag: Kriessern – Willisau (19.00, Sportzentrum, Widnau). – Um Rang 3. Hinkampf. Sonntag: Einsiedeln – Freiamt (15.00, Brüel, Muri AG). – Auf-/Abstieg NLA/NLB. Rückkampf. Sonntag: Schattdorf – Brunnen (15.00, Grundmatte).

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