Der neue Ausländer von Ad Astra Sarnen ist ein Mann für die offensiven Aktionen

Der 31-jährige tschechische Stürmer Jan Danis und seine spezielle Mission bei Ad Astra Sarnen.

Ruedi Burkart
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Janis Danis will den Fans «positive Resultate» bieten.

Janis Danis will den Fans «positive Resultate» bieten.

Bild: Nadia Schärli (Luzern, 16. September 2020)

Es kommt zum Saisonstart knüppeldick für die Sarner. Am vergangenen Wochenende das Auswärtsspiel gegen die Grasshoppers, am Samstag das Heimspiel gegen den Rekordmeister Wiler-Ersigen. «Es geht gleich richtig los», sagt Jan Danis. Der Tscheche, 31-jährig und neu im Dress von Ad Astra, verspricht eine Reaktion auf die 1:15-Niederlage gegen die Stadtzürcher vor Wochenfrist. Danis ist ein Mann für die offensiven Aktionen, laut Cheftrainer Eetu Vehanen «die gesuchte Verstärkung auf dem Flügel für unsere erste Sturmlinie. Und einsetzbar in allen Spielsituationen». Danis bildet zusammen mit den beiden bewährten Nordländern Robin Markström (30) und Kaapo Savinainen (27) in der eben angelaufenen Saison Sarnens Ausländertrio. «Von Jan versprechen wir uns viel», sagt Ad-Astra-Sportchef Gianluca Amstutz, «er soll mit seiner Routine unser Team führen.» Und mit Toren dazu beitragen, dass die Zielsetzung Ligaerhalt nicht zu einer Mission impossible wird.

Jan Danis ist in der Schweiz kein Unbekannter. Der mit 176 cm nicht sonderlich grosse Offensiv-Allrounder stand auch schon bei Langenthal-Aarwangen in der NLB und bei Grünenmatt in der NLA unter Vertrag.

Job in Sachseln, Wohnung in Luzern

Die vergangenen beiden Jahre spielte er bei seinem Stammklub FBC Ostrava in der höchsten tschechischen Liga. Danis («ich habe Ostrava im Blut») war nicht nur Leistungsträger, er führte sein Team auch als stolzer Captain aufs Feld. «Das ist etwas, was wir uns von ihm erhoffen: Leadership», bringt es Sportchef Amstutz auf den Punkt. «Jan bringt das gewisse Etwas mit, er kann und will etwas reissen. Zudem spricht er dank seiner Schweizer Vergangenheit gut Deutsch. Er wird uns definitiv helfen.» Dass hierzulande kaum jemand von seinem Einkommen als Unihockeyspieler leben kann, ist kein Geheimnis. So arbeitet Danis mit einem Teilzeitpensum in der Produktion bei der Maxon Motor AG in Sachseln. Den Job hat ihm der Verein vermittelt, eine Wohnung hat Danis selbst organisiert. Er wohnt zurzeit in Luzern mit dem früheren Köniz-Spieler Pavel Machala, einem Kumpel aus Ostrava-Zeiten. Um möglichst viel vom Engagement des Tschechen profitieren zu können, bindet ihn Ad Astra in den Trainingsbetrieb beim Nachwuchs ein. «Die Jungs schauen zu einem wie ihm auf, sie können viel vom ihm lernen», sagt Amstutz.

Natürlich wechselte Danis nicht nur der schönen Landschaft und des angenehmen Lebens wegen zurück in die Schweiz. Er sagt zwar, er habe unser Land «schon ein wenig vermisst», doch in erster Linie wolle er auf dem Feld erfolgreich sein. «Ich hoffe, dass wir den Ligaerhalt locker schaffen. Klar, das erste Jahr in der Nationalliga A war für Sarnen sehr schwierig. Dennoch setze ich mich persönlich ein wenig unter Druck, wenn ich sage, dass wir um mehr als den elften Rang spielen können.» Danis nennt die Dinge direkt beim Namen. Und denkt auch an die Zuschauer: «Die Fans verdienen es, schönes Unihockey zu sehen und positive Resultate von uns zu bekommen.»

Gibt es noch einen internationalen Transfer?

Nicht mehr so intensiv und kontrovers wie auch schon wird in den höchsten beiden Ligen die Ausländerfrage diskutiert. Laut des weiterhin gültigen Gentlemen’s Agreements sind in der laufenden Saison noch drei ausländische Akteure pro Team und Spiel erlaubt. Kein Problem für Sarnen – mit Danis, Markström und Savinainen steht genau die erlaubte Anzahl Söldner unter Vertrag. Allerdings ist es laut Sportchef Amstutz möglich, dass bis zum Ablauf der Transferperiode Ende Dezember noch ein ausländischer U21-Spieler geholt wird. Dieser könnte im NLA-Team eingesetzt werden, würde das Ausländerkontingent jedoch nicht belasten.

Unihockey. NLA. Samstag, 18 Uhr: Ad Astra Sarnen – Wiler-Ersigen (Dreifachhalle).