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Nun ist die Urnerin Maria Christen auch in der Loipe zuhause

Bis im Frühling 2017 bestritt die Hospentalerin Maria Christen alpine Skirennen. Beim Swisscup auf dem Sparenmoos läuft die Urnerin erstmals in die Top 10 bei den Langläufern.
Roland Bösch
Maria Christen hat enorme Fortschritte gemacht. Bild: Urs Steger (Ulrichen, 2. Dezember 2018)

Maria Christen hat enorme Fortschritte gemacht. Bild: Urs Steger (Ulrichen, 2. Dezember 2018)

Gibt man in der Athleten-Datenbank des Internationalen Skiverbandes (FIS) den Namen Maria Christen ein, erzielt man zwei Treffer. Es erscheint eine Skifahrerin wie auch eine Langläuferin – vom selben Skiclub und mit demselben Jahrgang. Es handelt sich um keinen Fehler. Es ist die Geschichte einer ehrgeizigen 21-jährigen Urner Sportlerin.

Maria Christen ist zusammen mit drei Geschwister als Bauerntochter in Hospental aufgewachsen. Aus dem frühen Kontakt mit dem Schnee wurde für die Tochter zweier Skilehrer eine unglaublich grosse Leidenschaft für den Skisport. Noch heute sagt Maria Christen: «Skifahren war mein Ein und Alles. Ich bin noch heute gerne mit den Alpinskis unterwegs» Im JO-Alter reichte es nie für eine nationale Medaille. Maria Christen mochte aber mit den Besten gut mitzuhalten und entschied sich für das Gymnasium an der Sportmittelschule in Engelberg. Am 11. November 2013 stand sie in Italien beim ersten von total 113 FIS-Rennen am Start. Der Weg für Maria Christen schien geebnet. Ähnlich wie bei ihrer sieben Monate jüngeren Cousine Aline Danioth sollte er grundsätzlich in den Weltcup führen. «Es wäre vermessen zu behaupten, dass ich gleich viel Talent wie Aline gehabt habe. Dennoch hätte ich mir meine Karriere eigentlich anders vorgestellt.» In der Saison 2013/14 stürzte Maria Christen auf einer Abfahrt schwer. Dieser Sturz löste in der Urnerin eine Blockade aus. Sie getraute sich nicht mehr voll Gas zu geben.

Langlauf war ihr Rettungsanker

Am 9. April 2017 belegte Maria Christen bei den Riesenslalom- Schweizer-Meisterschaften in Davos den 49. Rang und fällte in der Folge ihren bisher schwersten Entscheid in ihrem Leben. «Ich musste mir eingestehen, dass es nicht mehr vorwärts geht. Der Aufwand und Ertrag lohnte sich nicht mehr», erklärt Maria Christen rückblickend.

Die Urnerin tauchte nach dem Rücktritt ab und verbrachte sechs Wochen in England. Schnell war für das Energiebündel Christen klar: Ein Leben ohne Sport kommt nicht in Frage. Dank des Skiclub Gotthard-Andermatt, kam sie im Herbst 2017 auf die Idee, die schmalen Latten anzuschnallen. Die Skatingtechnik kannte sie zu diesem Zeitpunkt von zwei, drei Gehversuchen. Auf den klassischen Skis stand Maria Christen noch nie. Es folgten einige wenige Regionalrennen und die Teilnahme am 30-Kilometer-Rennen an den Schweizer Meisterschaften 2018. Christian Stebler, der U20-Langlauftrainer des Zentralschweizer Schneesportverbandes (ZSSV), erinnert sich: «Während des Winters hatte ich vernommen, dass im Urserental eine ehemalige Alpinfahrerin wie verrückt am Trainieren sei. An der SM lernte ich sie dann kennen.» Stebler war vom Trainingswillen und Ehrgeiz von Maria Christen beeindruckt. Auf unkonventionelle Art erfolgte im Frühling 2018 die Aufnahme ins Langlaufkader des ZSSV. Seit diesem Zeitpunkt macht Maria Christen, die sich in der Zwischenzeit parallel an der PH in Goldau zur Lehrerin ausbilden lässt, von Tag zu Tag Fortschritte. Am 1. Dezember 2018 folgte aufgrund der Teilnahme beim Swiss-cup-Sprint in Ulrichen der erste Eintrag in der Datenbank der FIS als Langläuferin. Am Wochenende auf dem Sparenmoos oberhalb Zweisimmen folgten die FIS-Rennen Nummer 6 und 7. Mit dem 10. Rang über 5 km in der klassischen Technik und dem 6. Platz über 10 km Skating sorgte Christen bereits für erste Top-10-Resultate.

Ausdauer in der Leichtathletik geholt

Maria Christen ist ein Multitalent. Die Urnerin hat in jungen Jahren Leichtathletik betrieben und bringt für eine Alpinfahrerin eher untypische Ausdauergrundlagen mit. Zudem ist sie trainingsfleissig und vom Langlauf mittlerweile begeistert. Bruder Remo, ein Freeskifahrer, und Schwester Eliane, die C-Kaderskifahrerin ist zurzeit verletzt, nehmen die 21-jährige ab und zu bezüglich dem Langlauf-Image auf die Schippe.

Maria Christen gibt zu: «Der Langlaufsport ist eine ganz andere Welt. Die Alpinen trainieren hart. Von den Nordischen können sie sich dennoch eine grosse Scheibe abschneiden. So habe unter anderem auch gelernt, vermehrt auf meinen Körper zu hören.» Hat Maria Christen denn noch Weltcup-Träume? Sie winkt sie ab: «In meinem Alter den Anschluss noch zu schaffen, ist schwierig. Ich gebe mein Bestes und werde von Saison zu Saison Aufwand und Ertrag gegenüberstellen.»

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