Die Luzerner Turnerinnen haben die Mission Titelverteidigung erfüllt

Der Schweizer Meistertitel in der Königskategorie 7 der Geräteturnerinnen bleibt in der Innerschweiz.

Stefanie Meier
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Sie holten Gold in der Kategorie 7 (von links): Kaya Dimmler, Christelle Bregenzer, Mirjam Bregenzer, Nicole Strässle, Sandra Garibay und Trainer Beni Boos.Bild: Marianne Baschung (Appenzell, 24. November 2019)

Sie holten Gold in der Kategorie 7 (von links): Kaya Dimmler, Christelle Bregenzer, Mirjam Bregenzer, Nicole Strässle, Sandra Garibay und Trainer Beni Boos.Bild: Marianne Baschung (Appenzell, 24. November 2019)

Ein happiger Einstieg, eine Aufholjagd im Eiltempo und Gold als Belohnung – das ist die Kurzfassung über den Meistertitel der Rot-Blau-Weiss-Fraktion in der Königskategorie 7. Den Athletinnen Nicole Strässle, Sandra Garibay und Kaya Dimmler (BTV Luzern) sowie den Zwillingen Christelle und Mirjam Bregenzer (Beromünster) stand die Anspannung nach dem ernüchternden Einstieg am Boden ins Gesicht geschrieben.

Als amtierende Schweizer Meisterinnen waren gewisse Erwartungen vorhanden und doch ist das Team nicht ganz mit jenen aus den Vorjahren zu vergleichen. «Erfahrung trifft auf Neugier» ist man geneigt zu sagen. Mit Sandra Garibay und Nicole Strässle in der Leaderposition bestritten die anderen drei Athletinnen ihre erste Saison in der höchsten Kategorie. Zwar haben auch Kaya, Christelle und Mirjam schon nationale Meisterschaften geturnt und Medaillen gewonnen – allerdings noch nie auf einem derart hohen Niveau und mit der Vorgeschichte. Denn die Innerschweizerinnen gehören stets zu den Favoritinnen auf den Titel.

Boos wendet einen Trick an

Coach Beni Boos, der seine Athletinnen gut nur allzu gut kennt, wusste um die schwierige Aufgabe Bescheid. Seine Arbeit im Vorfeld bestand darin, das Team zum Funktionieren zu bringen. Einen Trick habe er angewandt, meinte Boos. Strässle und Garibay waren in der sogenannten «Gotti-Funktion» und unterstützen ihn dabei, die Frauen mit den richtigen Worten und Gesten zu pushen oder sie möglicherweise aufzubauen, wenn nicht alles nach Wunsch lief. «Wichtig war, dass sie verstanden, dass es hier um eine Teamleistung geht. Und darauf mussten wir uns konzentrieren», so Beni Boos weiter.

Am Reck eine Klasse für sich

Ein Schlüsselmoment war dann an den Schaukelringen, als zuerst Nicole Strässle und dann Sandra Garibay mit je 9,45 Punkten die Hoffnung auf einen Sieg wieder aufleben liessen. «Dieser Moment hat uns bestätigt, dass wir noch lange nicht aus dem Meisterrennen sind», erklärte der BTV-Trainer. Von da an kamen die Turnerinnen in den Flow. Am Sprung floss eine Gesamtnote von 37,80 in die Wertung mit ein. Und abschliessend am Reck lag der Notendurchschnitt der Innerschweizerinnen bei einer 9,50. «Wir haben uns vor allem bei den Landungen keine Punkte nehmen lassen», schwärmte Boos. Die Note 9,80 von Nicole Strässe war im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert.

Das Glück auf ihrer Seite

Laut Beni Boos war dies einer der schwierigsten, aber auch einer der schönsten Meistertitel. Drei von fünf Turnerinnen behaupteten sich erstmals in der Kategorie 7. «Das unterstreicht nochmals die Leistung der Athletinnen.» Kaya, Christelle und Mirjam waren sehr fokussiert und liessen sich von den Routiniers Nicole und Sandra mitziehen. Die Aufholjagd hatte es gebraucht, um die Konkurrenz in Schach zu halten.

Und schliesslich brauchte es auch eine Portion Glück, um den Vorsprung von 15 Hundertstel ins Trockene zu bringen. Denn auf 16 gezählte Noten verteilt sind 15 Hundertstel quasi nichts. Ein kleines, aber wichtiges Polster für eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Appenzell. Schweizer Mannschaftsmeisterschaften der Geräteturnerinnen. Kategorie 5: 1. Aargau 147,00 Punkte. 2. St. Gallen 146,90. 3. Luzern, Ob- und Nidwalden 146,30. Ferner: 7. Schwyz 144,85. 9. Uri 144,30. 16. Zug 141,70.
Kategorie 6: 1. Aargau 149,95. 2. St. Gallen 149,20. 3. Bern 148,80. 4. Zürich 148,60. 5. Luzern, Ob- und Nidwalden 148,55. 12. Uri 144,50. 13. Schwyz 144,35. 17. Zug 141,65.
Kategorie 7: 1. Luzern, Ob- und Nidwalden 149,60. 2. Zürich 149,45. 3. Appenzell 149,20. 11. Uri 143,65. 15. Zug/Genève/Baselland 140,85. 16. Schwyz 140,80.
Frauen: 1. Bern 147,05. 2. Luzern, Ob- und Nidwalden 146,85. 3. Aargau 146,65. 9. Schwyz 141,90.
Sie+Er: 1. Sarah Chilo/Stéphane Détraz (Morges) 29,04. Ferner: 4. Marisa Gnos/Oliver Müller (Hünenberg) 28,40. 5. Céline Leber/Simon Stalder (Uzwil/Rickenbach) 28,38. 13. Romana Schöni/Valentin Rosati (BTV/STV Luzern) 27,03. 22. Simone Schmid/Yannick Burkart (Hünenberg) 26,10. 27. Joana Bühlmann/Nick Mühlethaler (Ebikon) 25,43.

Frauen beenden Medaillen-Durststrecke

Zwei weitere Podestplätze komplettierten das erfolgreiche Wochenende in Appenzell. Jael Michel (Neuenkirch), Alissa Widmer (Hochdorf), Alma Hürlimann (BTV Luzern) sowie Svenja Willimann und Amélie Loose (beide Beromünster) turnten in der Kategorie 5 zu Bronze. Das Team von Toni Bernet (Altbüron) überzeugte im Vierkampf und musste sich nur den Mannschaften aus Aargau und St. Gallen geschlagen geben. Vor allem am Sprung und am Reck konnten die Innerschweizerinnen gegenüber der Konkurrenz Punkte gutmachen. Nach einer dreijährigen Durststrecke standen erstmals die Frauen wieder auf dem Podest. Andrea Stadelmann (Willisau), Romana Salvini (BTV Luzern), Sarah Bargetzi (Malters), Larissa Kurmann (Nidwalden) und Stefanie Meier (Grosswangen) sorgten mit ihrer Silbermedaille für einen weiteren grossen Erfolgsmoment. Motiviert und mit sehr viel Freude bestritten sie einen äusserst erfolgreichen Vierkampf zum Gewinn dieser silbernen Auszeichnung. Nur die Bernerinnen hatten noch zwei Zehntelpunkte mehr auf dem Konto. (stm)