Perfekter Saisonstart: Mit Freude und «Wischiwaschi» gewinnen die Spono Eagles den Supercup

Die Spono Eagles holen den Supercup und bezwingen den LC Brühl mit 28:27. Die Nottwilerinnen mussten jedoch bis zur letzten Minute zittern.

Stephan Santschi
Drucken
Teilen

Alle drei Titel wollen sie in dieser Saison gewinnen, diese Marschroute gab Sportchef Mirco Stadelmann schon vor der Saison unmissverständlich zu Protokoll. Am Sonntag in der Axa Arena in Winterthur konnten die Spono Eagles den ersten Erfolg verbuchen: Dank eines 28:27-Sieges gegen den LC Brühl aus St.Gallen gewannen die Nottwilerinnen zum vierten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Supercup. «Noch nie hatten wir eine so lange Pause. Umso schöner ist es, diesen Titel zu gewinnen», meinte Rückraumspielerin Xenia Hodel.

Die Spono Eagles und ihr neuer Trainer Vicente Cotrina Cabal bejubeln den Titel.

Die Spono Eagles und ihr neuer Trainer Vicente Cotrina Cabal bejubeln den Titel.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Winterthur, 30. August 2020)

Tatsächlich sind wegen der Coronakrise mehr als fünfeinhalb Monate vergangen, seit Spono den letzten Ernstkampf bestritten hat. Dem Spiel merkte man dies an, und dies aus zwei unterschiedlichen Gründen. Einerseits waren da die Spielfreude und der Spass am Handball nach der langen Abstinenz. Schwungvoll, mutig und kreativ war der Auftritt in der Startphase, was sich in erster Linie in der Person von Xenia Hodel manifestierte. Die 21-jährige Linkshänderin, die im letzten Winter von Bundesligist Leverkusen an den Sempachersee zurückkehrte, hat ihre Schaffenskrise überwunden und nahm grossen Einfluss auf das Spiel von Nottwil. Neben ihrer Abschlussstärke gefiel sie mit schönen Zuspielen, wobei der Pass auf Ivana Ljubas zum Fliegertor in der ersten Halbzeit den Höhepunkt bildete. «Es fiel mir überraschend leicht», gestand sie, «das Spiel hätte aber auch auf die andere Seite kippen können.»

Womit wir bei Faktor zwei wären, der auf die lange Pause zurückzuführen ist. So dynamisch die Spono Eagles in die Partie starteten und einen Vorsprung von vier Toren herausspielten (12:8), so schnell bauten sie danach ab. «Wir verfielen in eine Lethargie, es war spürbar, dass es für uns während langer Zeit um nichts mehr gegangen ist», erklärte Stadelmann.

Erster Titel als Cheftrainer für «Ike» Cotrina Cabal

Die St.Gallerinnen verkürzten den Rückstand noch vor der Pause und glichen in der 47. Minute erstmals wieder aus (22:22). Trotz einer neuerlichen Viertore-Führung (53./26:22)machte es Nottwil spannend. Am Ende wurde es sogar noch richtig dramatisch, Brühl blieben 17 Sekunden, um in Überzahl (ohne Goalie) eine Verlängerung zu erzwingen. Doch der Abschluss von Kathryn Fudge war zu kraftlos und konnte von Spono-Goalie Kristina Ukaj problemlos entschärft werden. Danach war Schluss.

Für Vicente «Ike» Cotrina Cabal, dem neuen Trainer der Spono Eagles, war es dabei der erste Titel in der Schweiz und der erste als Cheftrainer überhaupt. So gross der Jubel über den Pokalgewinn war, so rasch fanden die Spono Eagles auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. «Unser Spiel hat während etwa 20 Minuten funktioniert, der Rest war ‹Wischiwaschi›. Wir haben noch extrem viel Luft nach oben», hielt Sportchef Mirco Stadelmann fest. Titel Nummer eins ist seinem Team aber nicht mehr zu nehmen. Ab kommendem Sonntag geht die Jagd nach dem zweiten los, dann beginnt mit dem Heimspiel gegen Kreuzlingen die Meisterschaft.

LC Brühl – Spono Eagles 27:28 (13:14)
Axa Arena, Winterthur. – 998 Zuschauer – SR Brunner/Salah. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Brühl, 4-mal 2 gegen Spono.
Brühl: Dokovic/Schlachter; Tomasini (1), Altherr (9/4), Gutkowska (3/1), Fudge (4), Lüscher (3), Pavic (3); Forizs, Schmid (3), Betschart (1), Schnyder.
Spono: Troxler/Ukaj/Schaller; Irman (2), Hodel (7/2), Matter (4), Ljubas (7), Amrein (4), Stähelin (3); Kashani, Csebits (1), Decurtins, Schardt.
Bemerkungen: Altherr wirft Penalty drüber (49./22:23) und an den Pfosten (52./22:25).