Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Motorsport: Mettler nähert sich der Königsklasse

Perfekte Saison für Yannick Mettler: In der GT4-Klasse gewinnt der Krienser auf dem Nürburgring die erste Meisterschaft in seiner Karriere. Doch der 29-Jährige hat bereits das nächste grosse Ziel im Visier.
Stephan Santschi
Feiern den Meistertitel in der GT4-Klasse: Yannick Mettler (rechts) und Heiko Eichenberg. (Bild: Oliver Selzer, Nürburgring, 4. Oktober 2018)

Feiern den Meistertitel in der GT4-Klasse: Yannick Mettler (rechts) und Heiko Eichenberg. (Bild: Oliver Selzer, Nürburgring, 4. Oktober 2018)

Vor einem Jahr sinnierte Yannick Mettler über seine Zukunft und fragte sich, ob es mit dem Aufstieg in die GT4-Klasse klappen würde. Heute sagt er: «Es hat nicht nur geklappt, die Saison war in jeder Hinsicht aussergewöhnlich. Auf mich wirkt alles noch immer unreal. Ich weiss nicht, wie ich es in Worte fassen soll.» Kein Zweifel: Der 29-jährige Krienser schwebt derzeit auf Wolke sieben. Dass er allen Grund dazu hat, zeigt der Rückblick auf die letzten Monate, in denen er bemerkenswert konstant aufgetreten ist.

Zum einen war da die Titelverteidigung am 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings. «Alleine das war schon ein Highlight.» Dann aber gewann er mit Teamkollege Heiko Eichenberg im BMW M4 GT4 auf Anhieb auch noch die Langstreckenmeisterschaft in der GT4-Klasse. In den neun Läufen auf dem Nürburgring siegte das Duo fünfmal und landete viermal auf dem zweiten Platz. «Das war natürlich die perfekte Krönung. Es ist zugleich mein erster Meistertitel im Autorennsport.» Insgesamt startete er 2018 an 13 Rennen und war nie schlechter als im zweiten Rang klassiert.

Yannick Mettler lernt schnell «schwimmen»

Yannick Mettler war dabei nicht nur schnell, sondern er und Eichenberg sind auch ohne grössere Zwischenfälle durch die Serie gekommen. «Das ist ebenso erstaunlich wie erfreulich. Es geht stets extrem eng zu und her, da sind Unfälle nichts Seltenes. Und wir haben am Ende nicht einen Schaden am Fahrzeug vorzuweisen. Darauf sind wir auf jeden Fall stolz.» Im Schnitt ist Mettler während der vier bis sechs Stunden dauernden Rennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 km/h unterwegs.

Höchste Zeit nun aber, seiner Erfolgssträhne etwas näher auf den Zahn zu fühlen. Wie war eine solche Leistung für ihn als Debütanten auf diesem Niveau möglich? «Es zählt zu meinen Stärken, dass ich mich schnell an neue Situationen anpassen kann. Die GT4 war für alle komplett neu organisiert, und deshalb ging es darum: Wer lernt am schnellsten schwimmen?» Hinzu kam, dass er mit Sorg Rennsport Anfang Jahr zu einem sehr gut harmonierenden Team stiess. «Es ist nur 15 Kilometer vom Nürburgring entfernt zu Hause. Das sind absolute Cracks, die wissen, was sie tun.» Auch mit Eichenberg, der wie er selber ein eher ruhiger Typ sei, verstehe er sich ausgezeichnet. «Er profitierte von den Erfahrungen, die ich in der Vergangenheit in den verschiedenen Formelklassen gesammelt habe. Und ich lernte von seinen spezifischen Kenntnissen, die er über die Nordschleife hat. Er fährt dort seit neun Jahren und damit dreimal länger als ich.»

Bald in Konkurrenz mit dem Schwyzer Marcel Fässler?

Obwohl er den Erfolg noch immer auskostet, ist Yannick Mettlers Blick bereits in die Zukunft gerichtet. Sein grosses Ziel war, ist und bleibt der Aufstieg in die GT3-Klasse, die sogenannte Königsklasse der Langstreckenrennen. Sein Sieg in der als Vorstufe geltenden GT4-Klasse spielt ihm hierbei natürlich ungemein in die Karten, «der Titel bringt mir sehr viel Aufmerksamkeit und Glaubwürdigkeit. Jetzt geht das Karussell los.» Ob er schon nächstes Jahr wechsle oder sich auf GT4-Stufe nochmals bestätigen möchte, lässt er vorderhand offen. «Ich habe keine Eile. Es geht mir in erster Linie darum, keine halben Sachen, sondern etwas Nachhaltiges zu machen.»

Während der Rennsport in der GT4-Klasse noch immer ein Non-Profit-Geschäft ist und er seinen Lebensunterhalt vor allem mit Coaching und der Entwicklung von Rennsimulatoren verdient, wäre der Wechsel in die GT3 auch ein erster Schritt in die «Liga der Vollprofis», wie er sagt. Dort träfe er auf Grössen wie den Schwyzer Marcel Fässler, seines Zeichens dreifacher Sieger des 24-Stunden-Rennens in Le Mans. Klappt es 2019 mit dem Aufstieg oder nicht? Das ist die Frage, die sich Yannick Mettler nun stellt. Wie die Antwort ausfällt, erfahren wir spätestens in einem Jahr, wenn er auf seine nächste Saison zurückblicken wird.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.