Müdes Nottwil verliert Platz eins

Die Spono Eagles enttäuschen im Spitzenkampf: Gegen den LC Brühl kassieren sie mit 26:31 die erste Niederlage der Saison.

Stephan Santschi
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Kein Durchkommen für Nottwils Catherine Csebits (am Ball).

Kein Durchkommen für Nottwils Catherine Csebits (am Ball).

Bild: Boris Bürgisser (Nottwil, 18. November 2020)

«Sehr gelungener Auftakt, facettenreich, intensiv, perfekter Genuss, markant im Abgang.» Attribute, die es in sich haben, die aber nicht den gestrigen Auftritt der Spono Eagles umschreiben. Vielmehr beziehen sie sich auf die beiden italienischen Weine, die der Verein in einer limitierten Auflage im Angebot hat. So verheissungsvoll wie der «Spono Wy» kann der sportliche Auftritt gegen den LC Brühl nicht kommentiert werden. Im Heimspiel kassierten die Nottwilerinnen mit 26:31 die erste Niederlage der Saison und zwar auf diskussionslose Art und Weise. «Wir hatten viele Fehlwürfe und die Abwehr hat nicht funktioniert», stellte Spono-Trainer Ike Cabal fest. «Der erste Schuldige aber bin ich: Ich habe einige falsche Entscheidungen getroffen, hätte vielleicht früher die Defensive umstellen oder anders rotieren sollen.» Doch beginnen wir mit der Analyse ganz am Anfang.

Nottwils Abwehr agiert seltsam unharmonisch

Zweimal standen die Luzernerinnen ihrer aktuell härtesten Widersacherin bisher gegenüber, zweimal blieben sie siegreich – zunächst im Supercup von Ende August (28:27) und dann im Auswärtsspiel in der Meisterschaft von Mitte September (28:23). Diesmal allerdings waren sie von Beginn weg auf verlorenem Posten, nicht ein einziges Mal waren sie in Führung, nach 11 Minuten lagen sie mit 4:8 hinten, nach 22 Minuten mit 8:14. Zu diesem Zeitpunkt hatte Trainer Cabal bereits zwei Timeouts genommen, einen positiven Effekt hatten diese aber nur auf die Leistung in der Offensive. Dort fanden die Nottwilerinnen allmählich zu ihrem Rhythmus, ganz schwach war aber weiterhin der Eindruck, den die Verteidigung hinterliess.

Im Verlauf der ersten Halbzeit gelang es Spono sogar während einer Viertelstunde nicht mehr, einen Angriff der St.Gallerinnen aus eigener Kraft abzuwehren. Unbeweglich, unkonzentriert und schlecht abgestimmt war ihr Auftritt, zudem musste die gross gewachsene und kräftige Alina Stähelin nach einem Schlag an den Kopf früh auswechselt werden. «Vor allem mit dem Kreis des Gegners hatten wir Probleme», merkte Cabal an – die Ex-Zugerin Martina Pavic verkörpert auf dieser Position die Nummer eins der SPL 1. Der Rückstand zur Pause (14:18) hielt sich angesichts dieser Mängel noch in einem relativ bescheidenen Rahmen.

Nach dem Seitenwechsel stellte sich keine Besserung ein. Die Abwehr, traditionell eigentlich Nottwils Sahnestück, agierte weiterhin seltsam unharmonisch, Brühl fand viel zu einfach zu guten Abschlusspositionen, auch von Torhüterin Laila Troxler kam nun nicht mehr viel Unterstützung. Und da, wie schon zu Beginn der Partie, auch der Angriff wieder zu patzen begann, lag Spono bis zur 40. Minute mit 16:23 im Hintertreffen. Ivana Ljubas, die Routinierin im Rückraum Sponos, zog einen schlechten Tag ein und als den Nottwilerinnen mit vier Fehlwürfen auch noch vom Penaltypunkt die Nerven versagten, war es definitiv um sie geschehen.

Noch ein Spiel steht 2020 auf dem Programm

Aufgrund der ersten Niederlage müssen die Spono Eagles den ersten Platz an den LC Brühl abtreten. «Unsere Beine und die Köpfe waren müde», sagte Cabal, zuletzt absolvierte sein Team drei Spiele innert einer Woche. Die Pause bis zum noch nicht fix terminierten Nachtragsspiel gegen Thun im Dezember will er nutzen, um an den Defiziten zu arbeiten. Damit die Spiele der Nottwilerinnen bald wieder so genossen werden können, wie ihr Wein.

Kein Durchkommen für Nottwils Catherine Csebits (am Ball).

Kein Durchkommen für Nottwils Catherine Csebits (am Ball).