Müller-Quartett aus Einsiedeln hat grosse Ski-OL-Ambitionen 

Jedes vierte Schweizer Nationalteam-Mitglied an den Weltmeisterschaften in Schweden stammt aus der Familie Müller in Einsiedeln. Und damit ist die Müller-Präsenz noch nicht abgeschlossen.

Jörg Greb
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Die Geschwister Müller beim Training (von rechts): Flurina, Nicolas, Corsin und Gian-Andri. (Bild: pd)

Die Geschwister Müller beim Training (von rechts): Flurina, Nicolas, Corsin und Gian-Andri. (Bild: pd)

16 Schweizer sind von Swiss Orienteering aufgeboten worden für den internationalen Höhepunkt der Ski-OL-Spezialisten-Weltmeisterschaften für die Elite und die Junioren sowie Europameisterschaften für die U17-Jugend. Darunter figurieren nicht weniger als fünf Athleten mit dem Namen Müller, vier davon sind Geschwister: Nicola, Flurina, Gian-Andri und Corsin Müller. Aus Einsiedeln kommen sie, und zum ersten Mal sind sie zu viert vertreten. Der Jüngste, Corsin, gibt mit erst 14 sein Debüt auf dieser internationalen Stufe.

Während Corsin Müller unbekümmert nach Skandinavien geflogen ist – «ich will sehen, wie’s an solchen Meisterschaften läuft und will vor allem Erfahrung sammeln» – bringen die drei älteren Geschwister bereits einen erstaunlichen Erfahrungsschatz mit. Der nächstältere Gian-Andri (16) feierte letztes Jahr bei seiner dritten Teilnahme zwei vierte Ränge an der Jugend-EM. Zur jüngsten Ausgangslage sagt er: «Ich blieb verletzungsfrei und konnte dank des tollen Schnees in Einsiedeln und der Region tipp topp trainieren.» Ob damit die Basis für Podestplätze geschaffen ist, weiss er nicht. «Alles hierfür geben», nennt er aber als Ziel seiner letzten Möglichkeit, bei der Jugend anzutreten. Und der Podestplatz am Halbmarathon des Engadin Skimarathons bei den U16 beweist ihm sein läuferisches Potenzial.

Nicola Müller: Medaillen sind sein Ziel

Während die beiden jüngsten Müllers an den Titelkämpfen in Schweden vorsichtig reden bezüglich Rangzielen, äussert sich Nicolas Müller forsch: Der 19-Jährige peilt Medaillen an. Er hat diesbezüglich bereits Erfahrung. Vor drei Jahren gewann er noch als Jugendlicher drei Mal Gold, letztes Jahr ragte eine Bronzemedaille aus dem Mitteldistanz-Rennen bei den Junioren heraus. «Jetzt, in meinem letzten Jahr im Nachwuchs, will ich die Chance nutzen», sagt er. Er fühlt sich «fit und physisch und psychisch bereit». Mit dem zweiten Rang am Einsiedler Volksskilauf bei den U20 und dem sechsten overall am Gommerlauf sieht er sein Gefühl untermauert.

Ebenfalls als letztjährige Medaillengewinnerin gehört Flurina Müller dem Team an. Vor 13 Monaten gewann sie mit der U18-Staffel die Bronzemedaille. «Von Medaillen rede ich nun nicht», sagt sie, «jetzt geht es ums Sammeln von Erfahrung.» Zu den Juniorinnen ist sie aufgestiegen. Ihre Konkurrentinnen sind bis zu zwei Jahren älter. Und nicht optimal verlaufen ist zudem ein Grossteil der Vorbereitung: Als FMS-Schülerin weilte sie ein halbes Jahr zum Französisch-Lernen in Lausanne. Die Schwierigkeit dabei: Lauftrainings auf Schnee boten sich keine. Dank zwei intensiven Monaten konnte sie das Defizit zuletzt aber ordentlich kompensieren. Am Einsiedler Marathon lief sie auf Platz 2 bei den U20 Frauen, am Engadin Skimarathon belegte sie Rang 4 im Halbmarathon.

Und da ist ja noch die Energie, welche sich durch die Familienbande ergibt. «Es ist mega cool, wenn so viele Geschwister dabei sind», sagt Flurina Müller, «und gerade, wenn sie erfolgreich sind, motiviert das enorm.» Der Satz gilt für alle. Und mit dabei in Schweden sein werden auch die Eltern Reto und Franziska Müller – sie messen sich an der integrierten Senioren-WM. Zu Hause fiebern weitere Müllers mit: die älteste Seraina (22) und der Jüngste Lavio (12). Auf dem Programm in Schweden stehen je drei Einzelrennen über die Langdistanz, im Sprint und der Mitteldistanz sowie die Staffeln am Sonntag, dem Schlusstag.

Piteå (SWE). Weltmeisterschaften (20.–24. März 2019). Männer, Elite: Lukas Deininger (St. Gallen), Gion Schnyder (Värska/Estland). – Junioren: Corsin Boos (Malters), Andri Jordi (Heiligenschwendi), Nicola Müller (Einsiedeln), Severin Müller (Thun). – Juniorinnen: Eliane Deininger (St. Gallen), Flurina Müller (Einsiedeln), Natalja Niggli (Prémanon/Frankreich), Lea Widmer (Zürich).

U17-Jugend-Europameisterschaften: Lan Lauenstein (Cormondrèche), Corsin Müller (Einsiedeln), Gian-Andri Müller (Einsiedeln), Delia Gienzendanner, Chur), Elin Neuenschwander (Heimberg), Alina Niggli (Prémanon/Frankreich).