Mutter Fähndrich hat gute Augen für Langlauftalente

Nadia Steiger und Matthias Riebli sichern sich an den nationalen U16-Meisterschaften ihre ersten Medaillen.

Roland Bösch
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Die Mutter von Nadia Steiger kommt aus dem Puschlav. Das italienischsprachige Südtal erreicht man vom Oberengadin über den Berninapass. Irgendwie logisch, dass Nadia Steiger den Langlaufvirus in die Wiege gelegt erhielt. Wer so denkt, liegt falsch. Ihre Eltern haben ihr als Kleinkind das Skifahren beigebracht. Zum Langlaufsport hat Nadia Steiger dank der Animationsbemühungen des Skiclub Horw gefunden. Im Eigenthal organisiert der Verein jeweils einen Funparcour für Schulen. Auch die Klasse von Nadia Steiger nahm daran teil. «Anscheinend habe ich auf den schmalen Latten einen guten Eindruck hinterlassen, denn Käthy Fähndrich meinte, ich solle doch einmal ins Training kommen», blickt Steiger zurück. Die Mutter von Nadine und Cyril Fähndrich scheint definitiv ein gutes Auge zu haben. Seit dem letzten Samstag ist Nadia Steiger glückliche Besitzerin einer SM-Medaille.

Zwischen dem ersten Gehversuch und der Bronzemedaille im Einzellauf in der freien Technik auf den Sparenmoos oberhalb von Zweisimmen liegen rund sieben Jahre. Seit letztem Sommer besucht Steiger die Sportmittelschule in Engelberg. «Ich bin begeistert vom Langlaufsport und so fällt mir auch das Trainieren leicht», sagt sie.

U16-Medaille für Familie Riebli im dritten Anlauf

Währendessen für Gleichaltrige in den nächsten Tagen die Fasnacht in Luzern das Grösste ist, verbringt Steiger das traditionelle Clublager des SC Horw in Zuoz. Noch am Sonntagabend ging die Reise von Zweisimmen über Horw ins Engadin. Nadia Steiger ist überzeugt, dass sie während der Woche noch einige Male an das SM-Rennen zurückdenken wird. Die Strecke auf dem Sparenmoos war anspruchsvoll und kam ihr entgegen. «Wir mussten viel im 1/1-Schritt laufen und auch die Abfahrt hatte es in sich», erklärt sie. Also doch ein Vorteil, dass sie von ihren Eltern früh auf die Alpin-Skis gestellt wurde.

Früh gelernt mit den Alpin-Skis umzugehen, hat auch Matthias Riebli vom Skiclub Schwendi-Langis. Der Giswiler konnte am Samstag ebenfalls davon profitieren. «Man musste auf der Abfahrt schon schauen, dass man nicht stürzt», blickt er auf sein erfolgreiches Rennen zurück. Bei den zwei bisherigen nationalen Rennen schaffte Riebli den Sprung auf das Podest nicht. «Umso schöner ist es für mich, dass es gerade an den Schweizer Meisterschaften mit der Bronzemedaille geklappt hat», zeigt sich der Bauernsohn begeistert. Als Jüngster einer langlaufbegeisterten Familie etwas Einmaliges zu erreichen, ist gar nicht so einfach. Am letzten Samstag ist es gelungen. Seinen älteren Brüder Janik und Ramon blieb eine Einzelmedaille an den nationalen U16-Meisterschaften verwehrt. Auf den Lorbeeren ausruhen will Matthias Riebli deswegen auf gar keinen Fall. Es folgen noch die letzten Rennen als JO-Läufer, bevor im nächsten Winter FIS-Rennen auf dem Programm stehen. «Ich liebäugle bereits Ende März in Realp bei den U18-Schweizer-Meisterschaften im Sprint oder in der Langdistanz ein erstes Mal bei den Grossen zu starten», verrät der 15-jährige Obwaldner.

Zuerst hat nun aber neben dem täglichen Training die Fasnacht die Oberhand. Das Wagenbauen für den Umzug am Fasnachtssonntag hat in Giswil eine grosse Tradition. «Die gemeinsamen Stunden mit meinen Kollegen lass ich mir nicht nehmen. Das ist für mich Erholung pur», bringt es Riebli auf den Punkt.

Staffel-Gold für die Zentralschweizer

«Es war eine super Teamleistung. Alle haben ihre beste Leistung abgerufen», bilanziert Daniel Niederberger, Chef Langlauf des Zentralschweizer Schneesportverbandes, im Nachgang zu den Staffelwettkämpfen an den Schweizer U16-Meisterschaften. Für das Ausrufezeichen bei den Mädchen sorgte die Staffel mit der Horwerin Nadia Steiger, Mirjam Föhn aus Ibach und Ramona Schöpfer aus Marbach. Die 15-jährigen Athletinnen sicherten sich im Wettkampf im klassischen Stil souverän Bronze. Als einer der Höhepunkte in der Trainerkarriere von Niederberger darf die Staffelleistung von Matthias Riebli (Schwendi-Langis), Sven Buholzer (Horw) und Julian Emmengger (Flühli) bezeichnet werden. Die drei Buben holen Staffel-Gold. Der letzte U16-Staffel-Titel bei den Knaben gewann die Zentralschweiz 2006 in La Brévine. (rb)

Sparenmoos. Schweizer U16-Meisterschaften im Langlauf. Einzelrennen in der freien Technik. Mädchen U16 (41 Klassierte): 1. Anina Hutter (Chur). – Ferner in Top 30: 3. Nadia Steiger (Horw). 6. Ramona Schöpfer (Marbach). 18. Ronja Rietveld (Schwendi-Langis). 29. Jana Berwert (Schwendi-Langis). 30. Julia Gisler (Schattdorf). – U14 (43): 1. Ilaria Gruber (St. Moritz). – Ferner in Top 30: 11. Leandra Schöpfer (Marbach). 13. Zoë Felder (Schwendi-Langis). 16. Eliane Kiser (Schwendi-Langis). 20. Molly Kafka (Schwendi-Langis). 25. Nora Odermatt (Büren-Oberdorf). 28. Céline Emmenegger (Flühli). 29. Anja Odermatt (Schwendi-Langis). Knaben U16 (49 Klassierte): 1. Niclas Steiger (Samedan). – Ferner: 3. Matthias Riebli (Schwendi-Langis). 10. Leander Kiser (Schwendi-Langis). 13. Tino Schuler (Andermatt). 14. Julian Emmenegger (Flühli). 17. Sven Buholzer (Horw). 20. Kilian Zumbühl (Büren-Oberdorf). 23. Remo Burch (Schwendi-Langis). 25. Silvan Lauber (Horw). 26. Janik Joos (Horw). 27. Res Zeller (Schwendi-Langis). – U14 (43): 1. Robin Bläsi (Lantsch). – Ferner: 3. Vince Vogel (Schwendi-Langis). 15. Gian-Luca Haas (Marbach). 20. Elias Haas (Marbach). 28. Andrea Gwerder (Schwendi-Langis).
Staffellauf in der klassischen Technik. Mädchen (25 Klassierte): 1. Bündner Skiverband. – Ferner: 3. ZSSV 1 (Nadia Steiger, Mirjam Föhn, Ramona Schöpfer). 6. ZSSV 2. 18. ZSSV 3. 19. ZSSV 4. 20. ZSSV 5. 21. ZSSV 6. 23. ZSSV 7. – Knaben (27 Klassierte): 1. ZSSV 1 (Matthias Riebli, Sven Buholzer, Julian Emmenegger). 2. Bündner Skiverband. – Ferner: 4. ZSSV 2. 9. ZSSV 3. 12. ZSSV 4. 20. ZSSV 5. 24. ZSSV 6. 27. ZSSV 7. Detaillierte Rangliste abrufbar unter www.swiss-ski.ch