Olivia Bacsa
Neuer Stern am Himmel des Eiskunstlaufs

Die 12-jährige Olivia Bacsa aus Emmenbrücke trumpft in ihren ersten internationalen Wettkämpfen gross auf.

Stephan Santschi
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Olivia Bacsa zeigt auf dem Eis ihr grosses Potenzial.

Olivia Bacsa zeigt auf dem Eis ihr grosses Potenzial.

Bild: PD

Erstmals ohne die Familie auf Reisen – für Olivia Bacsa war der Trip nach Budapest etwas Neues, Spezielles. Mitte Dezember trat sie am Santa Claus Cup an, begleitet nur von ihrer Trainerin. «Es lief sehr gut, wir schauten zusammen die Stadt an, waren ständig in Kontakt», erzählt die 12-jährige Eiskunstläuferin aus Emmenbrücke. Auch auf dem Eis zeigte sie ihr grosses Potenzial – im Feld mit 40 Teilnehmerinnen aus 16 Nationen lief Olivia auf den grossartigen zweiten Platz.

Mit der Kür, die sie gewann, war sie sehr zufrieden, «im Kurzprogramm unterlief mir aber ein Fehler, den ich nicht hätte machen sollen», erzählt die Tochter einer Russin und eines Schweizers. Sie habe einen Sprung aufgerissen, wie es im Jargon heisst, aus einem Dreifach-Lutz wurde ein Einfacher – und der fand nicht in die Wertung. Trotzdem beendete Olivia Bacsa den Wettkampf mit 127,53 Punkten und einer persönlichen Bestleistung. Damit steht sie im Schweizer U14-Nachwuchs auf Platz eins.

«Eiskunstlauf hat uns erobert»

Für Olivia Bacsa war es ein schier perfekter Abschluss eines Jahres, in dem ihr Stern am Eiskunstlaufhimmel so richtig aufgegangen ist. Ihren ersten internationalen Wettkampf im November in Riga hat sie auf Anhieb gewonnen, daneben entschied sie vier nationale Events für sich. «Wir haben mehr Technik trainiert, und plötzlich ging alles», erzählt Olivia, die sämtliche Dreifachsprünge in ihrem Repertoire hat und im Nachwuchs-Nationalkader der Schweiz figuriert.

Wenn ihre Mutter Elmira Bacsa auf die Anfänge zurückschaut, kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen. Olivia war 3-jährig, als sie die ersten Schritte in der Eishalle in Hochdorf machte. «Sie hatte Angst, liess die Hand der Trainerin nicht los», erzählt Elmira Bacsa. Früh war aber das musikalische, tänzerische und koordinative Talent des Mädchens erkennbar, 2016 wechselte sie zum Dübendorfer Eislaufclub, wo zuweilen die russische Trainerlegende Alexei Mishin vorbeischaut. «Wir sind sozusagen vom Eiskunstlauf erobert worden, es wurde zu einer Leidenschaft.»

Auch ihre Schwester ist im Nationalkader

Mittlerweile trainiert Olivia fünf- bis sechsmal wöchentlich während jeweils zwei Stunden in Dübendorf. Ihre 16-jährige Schwester Elina schloss sich derweil dem EC Küsnacht an und steht im Nationalkader der Eistanz-Juniorinnen. «Mit der Schule und den Anfahrtswegen alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht leicht», sagt Elmira Bacsa, die in Emmenbrücke ein Förderungszentrum für russische Kinder leitet. Zudem sei das Hobby auf Eis sehr teuer, weshalb Olivia bei der Athletenförderung der Sporthilfe ein eigenes Profil besitzt.

Solange ihre Tochter motiviert sei und auch das Soziale nicht zu kurz komme, werde die Reise weitergehen. Und wer die Primarschülerin träumen hört, stellt fest, dass dies noch eine Weile dauern könnte: «Irgendwann möchte ich Vierfachsprünge beherrschen, an Europa- und Weltmeisterschaften und auch an Olympischen Spielen teilnehmen.»