Noah López packt seine Chance und wird Schweizer Meister im Tennis

Der 17-jährige Ballwiler holt bei der 51. Champion Trophy Winter des Tennisnachwuchses den ersten nationalen Titel.

Albert Krütli
Drucken
Teilen
Der 17-jährige Ballwiler Noah López hält dem Druck des Topgesetzten bei 18U-Junioren stand.

Der 17-jährige Ballwiler Noah López hält dem Druck des Topgesetzten bei 18U-Junioren stand.

Pius Amrein (lz), Luzerner Zeitung

Nachdem der Ball seines Gegners im Out gelandet war, liess Noah López seiner Erleichterung mit einem Schrei freien Lauf. Der topgesetzte Luzerner gewann am Sonntag bei den nationalen Hallenmeisterschaften in Kriens den Final der 18U-Junioren gegen den als Nummer 2 gesetzten Dariush Pont (Onex) souverän mit 6:2, 6:3 und durfte sich danach von seiner Familie und seinen Freunden gebührend feiern lassen. «Es ist natürlich super, dass ich in meinem letzten Jahr als Junior den ersten nationalen Titel holen konnte», freute sich der neue Schweizer Meister, der dafür sorgte, dass nach 2006 durch Raphael Lustenberger der Hallentitel in der Königsklasse wieder einmal in der Zentralschweiz bleibt.

Auf dem Weg zur Goldmedaille hatte López, der mit seinem kraftvollen Tennis überzeugte, zwei schwierige Momente zu überstehen. Da war in erster Linie der Achtelfinal gegen seinen Freund Yanis Moundir. Im Zentralschweizer Duell musste López seinen einzigen Satz im ganzen Turnier abgeben, siegte aber schliesslich gegen den vor allem in der Verteidigung starken Moundir mit 6:4, 4:6, 6:1. «Es war schade, dass wir so früh aufeinander trafen. Wenn Yanis nicht in meine Tableauxhälfte ausgelost worden wäre, dann hätte auch er bestimmt den Final erreichen können», sagte der Sieger.

Heikler Moment im Halbfinal

Den beiden war die Nervosität in diesem Prestigekampf anzumerken. «Ja, wir zeigten nicht unser bestes Tennis. Ich fühlte mich schon unter Druck vor dem Heimpublikum, weil meine Fans den Titel erwarteten. Nach dem ersten Spiel konnte ich die Nervosität aber langsam ablegen», erklärte López. Im Halbfinal hatte er gegen den Waadtländer Jaya Antoine Bridy nochmals einen heiklen Moment zu überstehen, weil er mit den Aufschlägen seines Gegners lange Zeit Mühe bekundete. Nach dem Gewinn des ersten Satzes im Tiebreak lag er im zweiten Satz 1:4 zurück, gewann dann aber die folgenden fünf Spiele – der Weg zum Titelgewinn war geebnet.

In der Weltrangliste der Junioren auf Platz 141

Viel Zeit zum Feiern blieb Noah López allerdings nicht. Einige Stunden nach dem Triumph reiste er nach Prag, wo er in dieser Woche gleich das nächste Turnier bestreitet. Der zurückhaltende, auf den Courts aber zupackende junge, sympathische Mann, der in der Tennis-Akademie in Barcelona auf eine Profikarriere hinarbeitet, hat sich für 2020 einiges vorgenommen. Der in der Junioren-Weltrangliste aktuell auf Position 141 klassierte Ballwiler will unter die Top 100 vorstossen, die ersten internationalen Turniersiege einspielen, zum ersten Mal bei einem Junioren-Grand-Slam dabei sein und zum Jahresende ein ATP-Ranking vorweisen können. Längerfristig will er unter die 50 besten Spieler der Welt kommen, womit er vom Tennis leben könnte.

«Ich lasse mir Zeit, um diese Ziele zu erreichen», sagt das 183 cm grosse und 70 kg schwere Talent. Er weiss, dass er noch alles an seinem Spiel verbessern kann und muss, vor allem auch in der Athletik, um vorne ganz mitzumischen.

Kiara Cvetkovic scheitert im Halbfinal

Von den übrigen Zentralschweizern überzeugte Kiara Cvetkovic, die 14U-Hallenmeisterin von 2016, die in der 18U-Konkurrenz erst im Halbfinal an der späteren Siegerin Alina Granwehr scheiterte. Dazu kamen sechs Viertelfinalplätze durch Andrin Casanova (16U), Marc A. Schärer (12U), Esmeralda Brunner (16U), Sultana Mavric, Serina Sokolaj und Tina Moser (alle 14U) – eine Bilanz, die sich sehen lassen darf.

Zum Schluss der Schweizer Juniorenmeisterschaften erhielt das neue Organisationskomitee unter der Führung von André Helfenstein, der das Amt vom langjährigen OK-Präsidenten Reinhard Weber übernommen hatte, für die tadellose Arbeit uneingeschränktes Lob von Swiss Tennis. Die neue Crew stellte im Sportpark Pilatus in Kriens erstmals zwei kleine Tribünen auf, was von den Zuschauern sehr geschätzt wurde.

Junior Champion Trophy

Kriens (Sportpark Pilatus) und Luzern/Littau (Ruopigenmoos). Junior Champion Trophy Winter 2020 (N1/R9). Junioren 18U. 1. Runde: Yanis Moundir (N4. 93, Luzern) s. Georg Stettler (R1, Basel) 6:2, 6:1. – Achtelfinal: Noah López (1, N3.55, Ballwil) s. Moundir 6:4, 4:6, 6:1. – Viertelfinal: López s. Christian Kühne (R1, Pregassona) 6:0, 6:0. – Halbfinals: López s. Jaya Antoine Bridy (R1, Clarens) 7:6 (7:5), 6:4. Dariush Pont (2, N3.63, Onex) s. Raffael Schär (N4 125, Siebnen) 5:7, 6:0, 6:4. – Final: López s. Pont 6:2, 6:3.
Junioren 16U. 1. Runde: Andrin Casanova (R1, Weggis) s. Kilian Feldbausch (R1, Carouge) 6:4, 6:1. – Achtelfinal: Casanova s. Dylan Dietrich (3, N4.150, Zollikon) 3:6, 7:6, 6:3. – Viertelfinal: Casanova v. Sam Baumgartner (R1, Grandvaux) 5:7, 4:6. – Halbfinals: Patrick Schön (1, N4.133, Zollikon) s. Baumgartner 6:4, 7:6 (7:5). Florent Limani (R1, Nyon) s. Philipp Orloff (R1, Meilen) 6:3, 2:6, 6:3. – Final: Limani s. Schön 6:3, 6:1.
Junioren 14U. Achtelfinal: Julian Theler (3, R2, Zug) v. Frederik Tandeter (R3, Wettingen) 6:7, 3:6. – Halbfinals: Janis Simmen (1, R1, Lenzburg) s. Felix Seres (R2, Lutry) 6:2, 6:0. Sam Pidoux (2, R2, Genolier) s. Philip Weber (R2, Bäch) 6:0, 6:4. – Final: Pidoux s. Simmen 7:5, 3:1 w.o.
Junioren 12U. Achtelfinals: Brian Kriesi (R4, Kriens) v. Mateo Fluri (R4, Lostorf) 3:6, 2:6. Marc. A. Schärer (Qualifikant, R4, Luzern) s. Jules Carron (R4, Cugy) 5:7, 6:4, 6:2. – Viertelfinal: Schärer v. Flynn Richter (1, R1, Ebmatingen) 0:6, 1:6. – Halbfinals: Richter s. Alex Bergomi (3, R3, Wollerau) 6:2, 6:1. Thomas Gunzinger (2, R2, Délémont) s. Charlie Bazil (R4, Suscévaz) 6:3, 6:2. – Final: Richter s. Gunzinger 4:6, 6:3, 6:0.
Juniorinnen. 18U. Achtelfinal: Kiara Cvetkovic (N4.68, Geuensee) s. Mireia Fehr (R1, Pfäffikon) 3:6, 6:2, 6:3. – Viertelfinal: Cvetkovic s. Sebastiana Scilipoti (N3.36, Aire) 4:6, 6:2, 6:2. – Halbfinals: Cvetkovic v. Alina Granwehr (N3.35, Wilen bei Wil) 2:6, 1:6. Sophie Lüscher (2, N3.34, Seengen) s. Julie Sappl (4, N3, 45, Neuenburg) 6:1, 6:2. - Final: Granwehr s. Lüscher 6:4, 6:2. – Bemerkung: Florence Fischer (Lucky Loser, R1 Horw) musste krankheitshalber forfait geben.
Juniorinnen. 16U. 1. Runde: Lena Peyer (Qualifikantin, R2, Meggen) v. Anina Lanz (R1, Hägendorf) 4:6, 0:6. – Achtelfinal: Esmeralda Brunner (Lucky Loser, R1 Meggen) s. Aimée Frey (R1, Frick) 6:2, 7:6. – Viertelfinal: Brunner v. Céline Naef (N3.29, Feusisberg). – Halbfinals: Naef s. Livia Airoldi (N4.59, Lugano) 7:5, 6:0. Karolina Kozakova (N3.35, Uzwil) s. Salome Fluri (R1, Lostorf) 6:4, 6:1. – Final: Naef s. Kozakova 6:0, 6:1.
Juniorinnen. 14U. 1. Runde: Serina Sokolaj R2, Stans) s. Alyssa Giupponi (R3, Bex) 6:3, 6:1. – Achtelfinals: Sokolaj s. Jéhanne Erard (2, R2, Delémont) 6:3, 5:7, 6:0. Sultana Mavric (R2, Alpnach-Dorf) s. Martina Beltraminelli (Lucky Loser, R3. Giubiasco) 7:6, 0:6, 6:4. Tina Moser (Qualifikantin, R3, Küssnacht) s. Kristyna Paul ((R2, Chur) 4:6, 6:0, 6:4. – Viertelfinals: Sokolaj v. Isabella Kellenberger (Qualifikantin, R3, Einsiedeln) 4:6, 1:6. Mavric v. Josephine Kunz (3, R2, Wollerau) 3:6, 4:6. Moser v. Lara Cebic (4, R2, Lengnau) 3:6, 0:6. – Halbfinals: Kenisha Moning (1, R1, Ipsach) s. Cebic 6:3, 1:6, 6:0. Kunz s. Kellenberger 6:3, 6:4. – Final: Moning s. Kunz 6:1, 6:1.
Juniorinnen 12U. Achtelfinal: Lea Bankovic (R5, Kriens) v. Noelia Manta (Qualifikantin, R6, Winterthur) 3:6, 4:6. – Halbfinals: Manta s. Teodora Vukojevic (1, R3, Leysin) 2:6, 6:2, 6:1. Sarina Schnyder (2, R3, Falkensteig) s. Anina Durrer (4, R4, Bad Ragaz) 1:6, 6:0, 7:5. – Final: Schnyder s. Manta 6:2, 6:1.

Tennis-GP in Cham

Tagesturniere. Männer R2/R5. Tableaux Rafa. Final: Andreas Lindner (R3, Allmend Zug) s. Dan Büeler (R3, Baar) 0:6, 6:4, 10:8. – Tableaux Novak. Final: Elia Solca (R3, Mendrisio) s. André von Matt (R3, Baar) 4:6, 6:4, 10:6. – Frauen R2/R5. Final: Aurora Zurmühle (R2, Allmend Luzern) s. Franzo Sharon (R2, Allmend Zug) 6:3, 6:0.