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Die Nottwiler Handballerinnen schreiben den nächsten Cup-Krimi

Die Spono Eagles setzen sich in einem dramatischen Cup-Achtelfinal gegen den LC Brühl mit 29:28 durch. Nächster Gegner: Der LK Zug.
Stephan Santschi
Die 24-jährige Pascale Wyder (am Ball) ist mit zehn Treffern die Matchwinnerin für die Spono Eagles. (Bild: Nadia Schärli, Nottwil, 13. Oktober 2019)

Die 24-jährige Pascale Wyder (am Ball) ist mit zehn Treffern die Matchwinnerin für die Spono Eagles. (Bild: Nadia Schärli, Nottwil, 13. Oktober 2019)

«Tatort brauchen wir heute im TV nicht mehr zu schauen.» So quittierte Laila Troxler, die Handball-Torhüterin der Spono Eagles, in einer ersten Reaktion den Cup-Achtelfinal gegen den LC Brühl. Tatsächlich waren es die Handballerinnen aus Nottwil und St.Gallen, die gestern im Vorabendprogramm für Hochspannung sorgten. 29:28 gewannen die Luzerner Titelverteidigerinnen die hart umstrittene Partie nach Verlängerung, nach 60 Minuten hatte es 25:25-Unentschieden gestanden. Troxler erklärte:

«Mit solchen Verlängerungen haben wir viel Erfahrung. Wir sind ruhig und fokussiert geblieben»

Und bestimmt fügte sie an: «Brühl hat uns mittlerweile in den Köpfen drin.»

Eine bemerkenswerte Aussage, waren es doch jahrelang die Nottwilerinnen gewesen, die in Spielen, in denen es um alles oder nichts ging, den Kürzeren zogen. Seit 2016 haben sie den Rekord-Titelträger aus der Ostschweiz nun aber in Meisterschaft (Playoff-Finals 2016, 18) und Cup (2018, 19, 20) insgesamt fünf Mal eliminiert.

Spono spielt nicht schön, aber mit Leidenschaft

Und damit rein in den Krimi von gestern Sonntag in der SPZ-Halle vor 400 Zuschauern. Die Spono Eagles hatten den besseren Start erwischt, überrollten den Gast geradezu und führten nach zehn Minuten mit 8:3. Dann nahm der enervierte Brühl-Trainer Rolf Erdin ein Time-out und stimmte sein Team nochmals auf den Cupfight ein. Mit Erfolg: Fortan entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, «auf des Messers Schneide», wie Erdin später selber sagen sollte. Spono rettete einen 15:12-Vorsprung in die Pause, verspielte diesen nach dem Seitenwechsel aber schnell und sah sich nach 35 Minuten erstmals im Rückstand (15:16). Geradezu fahrlässig ging Nottwil in dieser Phase mit den Torchancen um. Der zähe Eindruck aus der Meisterschaft übertrug sich nun auch auf den Cup, nach drei Vierteln der regulären Spielzeit schien Brühl bei einer 22:19-Führung auf die Siegesstrasse einzuspuren. Trainer Erdin aber wusste:

«Drei Tore sind im Handball nichts.»

Tabea Schmid vom LC Brühl (rechts) versucht Pascale Wyder von den Spono Eagles zu stoppen. (Bild: Nadia Schärli, Nottwil, 13. Oktober 2019)

Tabea Schmid vom LC Brühl (rechts) versucht Pascale Wyder von den Spono Eagles zu stoppen. (Bild: Nadia Schärli, Nottwil, 13. Oktober 2019)

Und so kam es nochmals zu einer Wende in dieser nun zwar immer fehlerhafteren, indes auch zunehmend spannenderen Begegnung zweiter Schweizer Spitzenteams. Die Spono Eagles spielten nicht schön, aber ungemein leidenschaftlich. «Kampf und Emotionen waren ausschlaggebend», resümierte Stadelmann, der für den beruflich abwesenden Cheftrainer Carlos Lima coachte. Mit Wucht und Entschlossenheit gelang Gianna Calchini der 25:25-Ausgleich. Brühls Zerin Özcelik vergab den Matchball, traf nur den Pfosten – es ging in die zehnminütige Overtime.

Brühl-Trainer Erdin hadert mit der Nervosität

Dort machten die Spono Eagles den stabileren, etwas abgeklärteren Eindruck. Troxler gelangen mehrere wichtige Paraden und Pascale Wyder erzielte drei der vier Nottwiler Tore in der Verlängerung vom Penaltypunkt mit eiserner Nervenstärke. «Für solche Spiele sind wir alle hier», sagte Brühls Erdin, «leider waren wir zu nervös.» Und Stadelmann frohlockte: «Der Cup ist irgendwie ein Spono-Ding.»

Abschluss von Gianna Galchini von den Spono Eagles. (Bild: Nadia Schärli, Nottwil, 13. Oktober 2019)

Abschluss von Gianna Galchini von den Spono Eagles. (Bild: Nadia Schärli, Nottwil, 13. Oktober 2019)

Die Spono Eagles feierten damit ein erstes Highlight in der noch jungen Saison, die aufgrund eines personellen Umbruchs im Sommer bisher noch nicht nach Wunsch verlief. «Dieser Sieg gegen Brühl soll für uns der Startschuss sein», betonte Stadelmann. Im Cup-Viertelfinal kommt es dabei gleich zum nächsten Knüller: Derbykontrahent LK Zug wird in der SPZ-Halle gastieren.

Erstligist Malters steht im Viertelfinal

Schweizer Cup, Frauen. Achtelfinals: Kreuzlingen (SPL1) – LK Zug (SPL1) 25:28. Spono Eagles (SPL1) – Brühl St. Gallen (SPL1) 29:29 n. V. Spono Eagles (SPL2) – Brühl St. Gallen (SPL2) 26:28. SG Muotathal/Mythen Shooters (1. Liga) – Herzogenbuchsee (SPL1) 18:34 (8:17). Kleinbasel (2.) – Leimental (SPL2) 23:28 (10:15). LK Zug II (SPL2) – GC Amicitia Zürich (SPL1) 39:26 (19:15). Malters (1) – SG Olten (SPL2) 31:26. SG Yverdon/Crissier (1.) – Yellow Winterthur (SPL1) 17:29 (6:10). Viertelfinals (Spieldatum 31. Oktober): Malters – Herzogenbuchsee. LK Zug II – Yellow Winterthur. Spono Egles – LK Zug I. Brühl St. Gallen II – Leimental.

Spono Eagles – Brühl St. Gallen 29:28 n. V.
SPZ, Nottwil. – 400 Zuschauer. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: je 3-mal 2 Minuten. – Spono Eagles: Troxler/Ukaj (24. bis 50.); Irman (3), Calchini (2), Wyder (10/5), Ljubas (7), Decurtins (3), Stähelin (1); Schardt (1), Amrein (2), Kashani. – Brühl St. Gallen: Fabia Schlachter/Dokovic (ab 11.); Tomasini (5), Schmitt (3), Kündig (8/5), Fudge (7), Özcelik (1), Hostettler; Schmid (3), Altherr, Marina Schlachter, Olsovska (1). – Bemerkungen: Wyder wirft Penalty an den Pfosten (25./13:11). Dokovic pariert Penalty von Decurtins (50./21:23).

Spono Eagles II – Brühl SG II 26:28 (16:13)
SPZ, Nottwil. – 45 Zuschauer. – SR Fallegger/Leu. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Spono; 2-mal 2 Minuten gegen Brühl. – Spono Egles: Soraya Schaller; Ana Emmenegger (7/1), Jund (4), Mia Sofia Emmenegger (6), Thitikan Schaller (2), Furrer, Mumenthaler (1), Meier (1), Wey (1), Dähler, Schenk (2/1), Fischer (2), Rechsteiner.

Kreuzlingen – LK Zug I 25:28 (9:15) Egelsee. – 100 Zuschauer. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen; 2-mal 2 Minuten gegen LK Zug. – LK Zug: Pétursdóttir/Innes (1(; Wegmüller (1), Speerli, Tschamper (2), Scherer (5/2), Cavallari (5), Stutz (2), Baumann (2), Kähr (2), Heinzer, Hess (7), Gwerder (1).

LK Zug II – GC Amicitia Zürich 39:26 (19:15) Sporthalle. – 95 Zuschauer. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Zug; 3-mal 2 Minuten gegen GC Amicitia. – LK Zug II: Pétursdótti/Abt; Wegmüller (4), Rakaric (4), Tschamper (6), Spieler (1), Berchtold, Isenring (3), Alina Gwerder (3/2), Yael Gwerder (5), Litscher (2), Kyra Gwerder (8), Jónsdóttir (3), Hess.

Malters – SG Olten 31:26 (13:13) Oberei. – 90 Zuschauer. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Malters; 6-mal 2 Minuten gegen Olten. – Malters: Zihlmann; La Scalea (3), Stalder (3), Furrer (5), Milojevic (4), Flückiger (3), Renggli (2), Lussi, Manganelli, bucher, Engel (5), Loosli, Heini (6/1).

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