Volleyball
Die Obwaldnerinnen setzen im Kampf gegen den Abstieg auf den Schlussspurt

Volleya Obwalden muss auch nach dem 3:2-Sieg gegen Aadorf weiter um den NLB-Ligaerhalt bangen.

Ruedi Vollenwyder
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Volleya-Spielerin Lia Capraro (Mitte) bringt den Ball über das Netz.

Volleya-Spielerin Lia Capraro (Mitte) bringt den Ball über das Netz.

Bild: Pius Amrein (Sarnen, 3. Oktober 2021)

In der erstmals in einer Gruppe gestarteten NLB-Saison rechnete sich Volleya Obwalden gute Chancen auf einen vorderen Tabellenrang aus. Trainer André Küenzi vor dem Saisonstart: «Ich stelle mir Ende Saison einen Ranglistenplatz unter den besten sechs vor.» Die Rückblende nach 15 gespielten Runden zeigt allerdings eine andere. Vor dem Match gegen Aadorf sah die Bilanz ernüchternd aus: zweitletzter Tabellenrang. Ganze neun Zähler konnte das junge Team (Durchschnittsalter 20,1 Jahre) aufs Punktekonto gutschreiben lassen. Und auf den ligasichernden Rang 10 fehlen neun Spiele vor dem Qualifikationsschluss happige acht Punkte. Einzig Giubiasco, gegen das Volleya fünf der neun Punkte holte, liegt hinter den Obwaldnerinnen.

André Küenzi, was ist schiefgelaufen?

«Es war keine einfache Vorrunde. Ich hatte eigentlich nur im Startspiel gegen die Profis von Volero alle Spielerinnen an Bord. Danach schlug die Verletzungshexe und die vielen krankheitsbedingten Ausfälle wegen Corona oder Pfeiffersches Drüsenfieber brutal zu.»

Er musste gar für vier Spiele die zurückgetretenen Michelle Iten und Celina Wirz reaktivieren, um ein Team zu stellen. «Die teils längeren Ausfälle von Teamstützen verunmöglichte ein besseres Abschneiden. Jetzt müssen wir eben um den Ligaerhalt kämpfen», sinniert André Küenzi. Der Weg dazu führt wohl über die Playout-Spiele (Ränge 11 und 12). Für Volleya-Präsident Adrian Zemp ist der Ligaerhalt zentral. «Nur wenn wir weiter NLB-Volleyball anbieten können, bleiben unsere Talente bei uns», meinte er vor dem Match gegen das viertplatzierte Aadorf.

Mexikanerin soll zum Glücksfall werden

Dass viel Qualität in den Reihen der Volleya-Frauen steckt, zeigten diese im Match gegen den hohen Favoriten aus Aadorf. Die mit mehreren ehemaligen NLA-Spielerinnen gespickte Equipe aus dem Thurgau wurde mit einer 2:3-Niederlage nach Hause geschickt. Der Auftritt im ersten Satz war schlichtweg sensationell. Das endlich wieder komplett antretende Team spielte voll konzentriert, machte kaum Fehler. Der Lohn: ein 25:17-Satzgewinn. «Ja, da passte alles zusammen», resümierte Volleya-Libera Tamara Bogosavljevic, die auf diese Saison von Liga-Konkurrent Glaronia zu Volleya wechselte. Im zweiten Set (22:25) konnten die Einheimischen nicht mehr ans gute Spiel im Startsatz anknüpfen. Gegner Aadorf verteidigte konsequenter und punktete mit guter Blockarbeit. Über ein 13:18 kam Volleya zwar noch auf 22:24 heran. Nach einem Service-Fehler war der Satz mit 22:25 weg.

Im dritten Satz fanden die Einheimischen «in einer engen Kiste» wieder auf die Erfolgsstrasse zurück. Die zahlreichen Fans sahen spektakulären Volleyball-Sport. Volleya zog auf 13:7 davon, musste den wieder aufkommenden Aadorferinnen den 17:17-Gleichstand zugestehen. Beim Stande von 24:22 sicherte Lia Capraro mit einem perfid gespielten Service-Ball die 2:1-Satzführung.

«Wir liessen uns auch nach der Aufholjagd von Aadorf nicht aus der Ruhe bringen»,

resümierte die praktisch fehlerlos spielende 23-jährige Volleya-Libera. Der eine auch für die Moral wichtige Punkt war im Trockenen.

Im vierten Spielabschnitt gab dann das in der Ehre gekränkte Favoritenteam mächtig Gas. Volleya wurde mit 25:7 überfahren. Im Entscheidungssatz konnte sich kein Team absetzen. Aadorf legte mit 15:14 vor. Volleya konterte zur 16:15-Führung. Dank zweier Punkte der neu zur Volleya gestossenen ehemaligen mexikanischen Nationalspielerin Cecilia Rios (30). Nach einem technischen Fehler von Aadorf konnte Volleya mit 17:15 auch den zweiten Punkt sichern. Die Freude im Lager der Obwaldnerinnen war riesig. Auch bei Trainer André Küenzi. «Dank einem tollen Teamspirit geht dieser Sieg in Ordnung. Dieser ist auf dem Weg zum Ligaerhalt ein erster sehr wichtiger Schritt.» Dazu beitragen soll auch die Verpflichtung von Rios. «Ein absoluter Glücksfall für uns», schwärmt Küenzi, «dank ihrer Erfahrung und Technik ist sie in meinem jungen Team eine wirkliche Stütze.»

Volleya im Cup noch dabei

Nach einem überraschenden 3:1-Sieg über Kanti Baden und dem Erfolg gegen Giubiasco (3:1) hat sich das Team um Trainer André Küenzi im Schweizer Cup für die Achtelfinals qualifiziert. Dort trifft Volleya am 16. Januar auswärts auf das gleichklassige Glaronia.

Volleya Obwalden – Aadorf 3:2
Vereinshalle. – 150 Zuschauer. – Spieldauer: 113 Minuten. – Sätze: 25:17, 22:25, 25:22, 7:25, 17:15. – Obwalden: Garovi, Capraro, Djuric, Nicoli, Rios, Portmann, Bogosavljevic (Libera); Buschor, Alisha Fink, Küchler, Thoma, Eberli, Sheila Fink (Libera).

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