Plauschrennen: Bienen verunsichern die Altstadt

Der Spassfaktor ist das Hauptargument der Teilnehmer dieser Kategorie am Luzerner Stadtlauf. Die «Bienli» wollen aber auch auf ein ernstes Thema aufmerksam machen.

Michael Wyss
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Das Rennen hinter sich und den Ausgang vor Augen: Die «Bienli». (Bild: Michael Wyss, 4. Mai 2019)

Das Rennen hinter sich und den Ausgang vor Augen: Die «Bienli». (Bild: Michael Wyss, 4. Mai 2019)

«Summ, summ, summ, Bienchen summ herum», so tönte es schon Minuten vor dem Start und dann auf der 1510 Meter langen Strecke beim Altstadt-Plauschrennen. Eine Gruppierung, bestehend aus sieben Personen (alle im Kanton Luzern wohnhaft), nahm sich das aktuelle Thema ums Insektensterben zum Thema. «Wir haben uns dieses Jahr als Bienli verkleidet. Einerseits zum Spassfaktor, andererseits soll es zur aktuellen Situation des weltweiten Insektensterben sensibilisieren», so die 23-jährige Michèle Dillier aus Horw. Bereits an der diesjährigen Fasnacht wurde das eine oder andere Mitglied dieser Gruppe als «Bienli» an der Fasnacht in und um die Region Luzern gesichtet.

Olympia-Limite locker unterboten

«Den Luzerner Stadtlauf haben wir uns in der Agenda natürlich fett angestrichen. Das ist unser ganz grosses Highlight. Es ist auch die einzige sportliche Aktivität die wir gemeinsam machen», lachte Manuel Hofer (Meggen), alias «Biene Manu». Und wie hält man sich unter dem Jahr fit für den Grossanlass? «Jeder von uns hat einen eigenen Fitness- und Ernährungscoach und wird individuell und sehr professionell auf den Stadtlauf vorbereitet», sagte die Luzernerin Nadia Meyer. «Wir treffen uns dann jeweils eine Woche vor dem Lauf und rekognoszieren die Strecke auf Schwierigkeit und Tücken», so Kaja Schmid aus Udligenswil mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Der Spassfaktor der ehemaligen Schüler der Kantonsschule Alpenquai Luzern steht im Mittelpunkt, wie Adrian Rüesch (Greppen) betonte: «Mitmachen kommt natürlich vor der Zeit oder der Rangierung. Es ist wie ein bisschen Fasnacht und das wollen wir gemeinsam mit der Gruppe geniessen.» Ein ehrgeiziges Ziel hatten sich die Bienlis dann aber schon verfolgt: «Eigentlich wollten wir uns für die Flugkategorie anmelden, doch diese wird vom Veranstalter noch nicht angeboten», so die Krienserin Mona Spörri mit einem Schmunzeln und sagt: «Wenn wir nicht als letzte Gruppe auf dem Kapellplatz ankommen, sind wir zufrieden.»

Und dieses sportliche Unterfangen wurde erfüllt, denn einmal mehr war die legendäre Gruppe des «FC Oranje» das Schlusslicht. 69 Minuten benötigten sie vom Start bis zum Ziel mit ihren Holzschuhen, den sogenannten Holländer Zoggelis. Robin Renggli, Buchrain: «Mit knapp unter zehn Minuten haben wir unsere Olympia-Limite erreicht.» Und im 2020, als was ist die Gruppe dann unterwegs? Hofer: «Das werden wir in diesen Tagen besprechen, wenn wir mit der Vorbereitung beginnen. Es sind rund 12 Sitzungen geplant. Nun gehen wir aber noch in den Ausgang und machen die Gassen in der Luzerner Altstadt unsicher.»