Ohne Ivana Ljubas sind die Handballerinnen von Spono Nottwil auf verlorenem Posten

Die Spono Eagles verlieren vor leeren Rängen gegen Brühl mit 26:30. Am Mittwoch kommt es bereits zum Derby beim LK Zug.

Stephan Santschi
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Spono-Trainer Carlos Lima.

Spono-Trainer Carlos Lima.

Pius Amrein (lz) / Luzerner Zeitung

Schon wieder. Die Spono Eagles können in der Meisterschaft nicht gegen den LC Brühl gewinnen. Am Sonntag unterlagen sie im vierten Duell dieser Saison zum vierten Mal, diesmal mit 26:30. «Gegen Brühl schaffen wir es einfach nicht, unsere Leistung abzurufen. Das ist eine Kopfsache, das sagen auch die Spielerinnen», rätselte Nottwils Trainer Carlos Lima nach Spielschluss. Doch dazu später mehr.

Zunächst seien die besonderen Rahmenbedingungen in der Sporthalle des Schweizer Paraplegiker-Zentrums erwähnt. Aufgrund des Corona-Virus wurde der Spitzenkampf der SPL 1 vor leeren Rängen ausgetragen. «Die Erlaubnis vom Kanton hätten wir gehabt. Doch das SPZ untersagte uns den Einlass von Zuschauern», erklärte Spono-Präsident Urs Wey und brachte dafür Verständnis auf. Generell war der Haupteingang des SPZ für Besucher von Anlässen gesperrt, weshalb die Übersicht mit den vielen Kreuzen für offene und geschlossene Zutritte einer Schatzkarte glich. Neben den beiden Teams und ihren Staffs fanden denn auch nur ein paar Offizielle in die Halle – selbst die Aufgabe des Putzteams, das gewöhnlich von Jugendlichen gebildet wird, übernahmen diesmal Erwachsene. Der Speaker verlas die Sponsoren wie gewohnt, auf das Abspielen der Vereinshymne wurde aber ebenso wie auf das Ausfahren der Tribüne verzichtet.

Und so mussten die Spielerinnen auf dem Platz für Stimmung sorgen, was ihnen zunächst schwer fiel. Bis zur vierten Minute dauerte es, ehe Brühl erstmals traf, fast sieben Minuten benötigten hierzu die Einheimischen. Der Spielverlauf war ausgeglichen, mit mehr als zwei Toren führte keines der beiden Teams, mit einer 14:13-Führung für Brühl ging es in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel ging der Tabellenführer aus St. Gallen aggressiver und konzentrierter ans Werk. «Wir haben derweil einen Gang zurückgeschaltet», stellte Lima fest und ärgerte sich über die mangelhafte Konsequenz in der Abwehr und die schwache Chancenauswertung im Angriff. Obwohl Brühl nicht unwiderstehlich auftrat, war Nottwil recht weit von einem Punktgewinn entfernt.

Spono will Zug den zweiten Platz wieder abluchsen

Auffällig war, dass Leistungsträgerinnen wie Pascale Wyder und Xenia Hodel offensiv kaum Akzente setzten. Teamleaderin Ivana Ljubas, die seit drei Wochen mit einem Daumenbruch ausfällt, fehlt an allen Ecken und Enden. «Bald bin ich ja wieder da», beschwichtigte sie schmunzelnd. Für das Derby in Zug am Mittwoch wird es noch nicht reichen. Trotzdem möchte Spono den gestern an Zug verlorenen zweiten Rang zurückerobern.

Handball, Frauen

SPL1. Finalrunde, 5. Spieltag: RW Thun – Zug 24:26. Spono Eagles – LC Brühl SG 26:30. – Rangliste: 1. LC Brühl 19/32. 2. Zug 19/28. 3. Spono 19/28. 4. RW Thun 19/18.

RW Thun – LK Zug 24:26 (11:18)
Gotthelf. – 0 Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: je 1-mal 2 Minuten. – Zug: Innes/Abt; Hasler (9), Scherer (3), Cavallari (3), Stutz (5/2), Estermann (2), Eugster (1), Heinzer (1), Betschart, Javet, Hess (1), Gwerder (1).

Spono Eagles – LC Brühl 26:30 (13:14)
SPZ. – 0 Zuschauer. – SR Boshkoski/Stalder. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Spono, 5-mal 2 Minuten gegen Brühl. – Spono: Troxler/Ukaj; Irman (7), Calchini (6), Wyder (1), Stähelin (3), Decurtins (5/5), Kashani; Matter (1), Amrein (3), Hodel. – Brühl: Dokovic/Schlachter; Tomasini (4), Schmitt (5), Kündig (12/5), Fudge (3), Özcelik (2), Pavic (3); Stacher, Altherr (1), Olsovska, Hostettler. – Bemerkung: Dokovic hält Penalty von Decurtins (21./9:9).