Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Junge Unihockey-Talente werden gefordert

Der Unihockey-Nachwuchs von Zug United schwitzt im Sommertraining. Die U21 soll NLA-fähige Spieler hervorbringen.
Ruedi Burkart
Fordert seine Nachwuchsspieler heraus: Radim Cepek, Cheftrainer der U21 von Zug United. (Bild: Roger Zbinden, Zug, 3. August 2019)

Fordert seine Nachwuchsspieler heraus: Radim Cepek, Cheftrainer der U21 von Zug United. (Bild: Roger Zbinden, Zug, 3. August 2019)

Es gibt zahlreiche Methoden für einen Trainer, sich bei seiner Mannschaft Respekt zu verschaffen. In der Kabine toben wie ein Berserker ist eine, das Team nach einer verlorenen Partie mit einem Straftraining zu demütigen eine andere. Erfolgversprechend sind beide nicht. Gerüchten zufolge soll Radim Cepek, Coach der U21-Junioren von Zug United, sein Team während des Sommertrainings auf eine ganz ­spezielle Weise nachhaltig beeindruckt haben.

Die Geschichte geht so: Der 43-jährige Tscheche forderte während einer Krafteinheit von seinen Spielern, während einer Minute in der so genannten Liegestütz-Position ein paar Zentimeter über dem Boden zu verharren. Geschafft hat es keiner, die meisten lagen nach wenigen Sekunden platt auf dem Boden. Da soll Cepek selbst in die Liegestützhaltung gegangen sein und diese Stellung während zwei Minuten gehalten haben. Ohne ins Zittern zu kommen und ohne mit der Wimper zu zucken. «Wir waren sicher, er hätte nochmals zwei Minuten weitermachen können. Oder auch drei oder vier», meinte einer seiner Spieler höchst beeindruckt.

Seit jenem Training sind ein paar Wochen ins Land gezogen. Krafttraining steht bei der ältesten Nachwuchsmannschaft der Zuger nicht mehr im Zentrum der Vorbereitung, Taktik und Spielverständnis werden jetzt geübt. Angesprochen auf jene Szene Mitte Juni lächelt Cepek am Rande des Trainings vom vergangenen Samstag und sagt: «So in etwa hat es sich abgespielt. Ich wollte meinen Spielern damit zeigen, dass sie alles erreichen können, wenn sie Durchhaltewillen haben. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir kämpfen und alles dafür geben», so der tschechische ­Rekord-Nationalspieler.

Raus aus der Komfortzone

Erfolg. Dem ordnet Cepek alles unter. Er sagt: «Ich will meine Spieler weiterbringen. Ich will ihnen mit auf den Weg geben, dass sie an sich glauben. Dass sie sich bewusst sind, wie gut sie sind.» So liess er das Team einmal auf die Rigi marschieren, ein anderes Mal in Davos auf einen Berg rennen oder in einem Boxkeller schwitzen. Er wolle seine Jungs raus aus der Komfortzone locken, «20 Prozent über die Linie hinaus», wie er es ausdrückt. Ob dieses «Grenzen verschieben» die tschechischen Junioren besser draufhaben? Immerhin holten sie sich an der U19-Weltmeisterschaft im vergangenen Frühling sensationell den Titel dank eines 8:2-Siegs über Favorit Schweden. Für die Schweizer blieb nur der enttäuschende vierte Schlussrang. «Der unbedingte Siegeswille war entscheidend», resümiert Cepek, der einen solchen bei den Schweizern immer wieder schmerzlich vermisst. Die Arbeit gehe ihm nicht aus, sagt der Tscheche mit einem Augenzwinkern. Mit dem bisherigen Verlauf des Sommertrainings sei er zufrieden. «Wir haben nach dem Ende der vergangenen Saison bewusst früh begonnen und bis zu den Sommerferien durchgezogen. Das war ganz gut.» Jetzt gehe es an das Feintuning, an das Zusammenstellen der Blöcke, die Automatismen müssen langsam stimmen. Cepek: «Wir werden gut vorbereitet in die Meisterschaft steigen. Das werden die anderen Teams aber natürlich auch sein.» Wie gut die Zuger Youngsters bereits in Form sind, wird sich ab dem kommenden Donnerstag zeigen. Dann tritt das Cepek-Team in dessen Heimat am Czech Open an und trifft dort in der Vorrunde auf die U21-Teams von Tatran, Usti (beide Tschechien) und Stockholm.

Der Präsident ist zufrieden

«In früheren Jahren wurde Zug United vorgeworfen, wir hätten zu viele Ausländer in der ­ 1. Mannschaft», sagt Vereinspräsident Patrick Trachsel. Die ambitionierten Zentralschweizer würden den sportlichen ­Erfolg importieren. Trachsel: «Fakt ist, dass wir unsere Junioren zuerst einmal auf ein Niveau bringen mussten, damit sie in der Nationalliga mithalten können.» Mittlerweile sei man in dieser Beziehung auf einem sehr guten Weg. Im Förderkader des Fanionteams, welches Mitte September in die dritte NLA-Saison in Folge steigen wird, stehen fünf Akteure, die vor kurzem noch bei den U21-Junioren ­gespielt haben. Trachsel: «Ich habe nur positive Rückmeldungen vom Trainerstaff. Die Jungen geben mächtig Gas.»

So müsse es auch in Zukunft laufen. Dafür sorgt Radim Cepek. «Als Cepek im Winter von der NLA-Mannschaft wieder in die U21 zurückkehrte, haben wir gesehen, dass das einfach passt.» Der frühere tschechische Nationaltrainer sei eine ­absolute Respektsperson. Man schätze sich glücklich, einen solch ausgewiesenen Fachmann im Klub zu wissen, so Trachsel.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.