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Pfaffnau begrüsst den Radquer-Europameister

Pfaffnau beerbt Dagmersellen und übernimmt den traditionellen Radquer-Termin am Stephanstag. Topfavorit am international besetzten Event ist Lars Forster (25) – der Schweizer Aufsteiger des Jahres.
Stephan Santschi
Der 25-jährige Techniker Lars Forster liebt schwierige Bodenverhältnisse. (Bild: Chris Roos (Dagmersellen, 26. Dezember 2017)

Der 25-jährige Techniker Lars Forster liebt schwierige Bodenverhältnisse. (Bild: Chris Roos (Dagmersellen, 26. Dezember 2017)

Am 26. Dezember 2017 war nach 42 Austragungen endgültig Schluss. Das Dagmerseller Radquer ist Geschichte, vor allem weil der veranstaltende Veloclub zu wenig Mitglieder für das Organisationskomitee fand. Die Tradition, am Stephanstag internationale Radquerkost zu servieren, verschwindet allerdings nicht aus dem Luzerner Wiggertal. Nur knapp elf Autokilometer von Dagmersellen entfernt, in Pfaffnau, fand sich mit dem VC Pfaffnau-Roggliswil ein Verein, der in die Dagmerseller Fussstapfen tritt. Internationales Cross-Race GP Luzern heisst der Anlass, der nach 2015 und 2016 zum dritten Mal über die Bühne gehen wird (siehe auch Box).

Topfavorit auf den Sieg im Elitefeld der Männer ist Lars Forster. Der 25-jährige Ostschweizer aus Jona steht gerade im erfolgreichsten Jahr seiner bisherigen Karriere. Sein letztes Highlight feierte er vor drei Wochen in Eschenbach SG, als er praktisch vor seiner Haustür ein Rennen der EKZ-Cross-Tour gewann. Hierbei handelt es sich um eine nationale Serie mit internationaler Beteiligung, die der Schweizer Radquer-Szene in den letzten Jahren neues Leben eingehaucht hat. «Am Vortag half ich noch beim Streckenaufbau. Es war der Hammer, vor Familie und Freunden zu gewinnen», erzählt Forster und betont: «Gerne möchte ich diese Leistung wiederholen und auch in Pfaffnau einen schönen Sieg feiern.»

Wenn es dreckig ist, fühlt er sich in seinem Element

Sein Hauptaugenmerk liegt allerdings nicht auf Radquer, sondern auf Cross Country. Während die Athleten im Radquer auf leicht modifizierten Rennvelos durch den Morast pflügen, kämpft man im Cross Country auf Mountainbikes um Ruhm und Ehre. «Der wichtigste Unterschied neben dem Gefährt ist die Strecke. Im Cross Country kann ein Anstieg gerne mal zwei, drei Minuten dauern. Im Radquer sind es höchstens 30 Sekunden, dafür ist es explosiver und man sprintet aus jeder Kurve.» Dreckig aber wird es in beiden Fällen und genau das gefällt Lars Forster. Ist er der King of Mud, der König des Schlamms, wie ihn ein Fan auf Facebook genannt hat? «King nicht gerade», antwortet Forster schmunzelnd. «Aber dreckige Verhältnisse liegen mir, weil ich gerne auf Kraft fahre.»

Der Grund, weshalb er sich verstärkt dem Mountainbike widmet, ist so simpel wie einleuchtend: Cross Country ist im Gegensatz zu Radquer olympisch. «Mein Ziel ist eine Medaille an den Olympischen Spielen.» Auf die Bitte um eine aktuelle Standortbestimmung erwidert Forster: «Ich kratze an der Spitze. Es fehlt kein riesiger Schritt mehr, ich habe die Spitze vor Augen.»

Forster liebäugelt mit dem ersten Weltcupsieg

Im Mai 2018 erreichte er mit Rang vier sein bestes Ergebnis im Weltcup, im August 2018 wurde er sogar Europameister. In der von Nino Schurter angeführten Weltrangliste belegt Forster aktuell den achten Platz. «Der EM-Titel hat mich einen Schritt weitergebracht, auch in finanzieller Hinsicht», sagt der gelernte Polymechaniker, der seit 2015 Radprofi ist. Nach Jahren, die von körperlichen Problemen geprägt waren (Knie, Schlüsselbein, Handwurzelknochen), ist Lars Forster nun seit Sommer 2017 verletzungsfrei und damit auf dem Vormarsch. 2019 möchte er erstmals auf das Weltcup-Podest, auch Weltcup-Siege zieht er in Betracht, um seinem grossen Ziel, der Olympia-Medaille, Schritt für Schritt näherzukommen.

Dienen da die Radquer-Einsätze nur als Vorbereitung? «Nein», entgegnet der St. Galler, «ich sehe es mehr als ambitionierte Winterzeit. Auch im Radquer habe ich meine Ziele.» Der Sieg am internationalen Cross-Race in Pfaffnau beispielsweise. Oder die Verteidigung seines Schweizer-Meister-Titels im kommenden Januar in Sion.

Ein Lokalmatador auf dem Weg zurück

Wenn die Elitefahrer am Mittwoch (ab 15.00 Uhr) für den Höhepunkt des internationalen Cross-Race in Pfaffnau sorgen, sind die Augen auch auf Lokalmatador Lukas Winterberg (Bild) gerichtet. Der 30-Jährige wuchs im benachbarten Roggliswil auf, heute ist er in Dallenwil NW zu Hause. «Die Rennen in Dagmersellen waren schon etwas Besonderes, nun rückt der Anlass noch näher an meine Heimat heran. Meinen Sport am Ort meiner Kindheit zu zeigen, ist speziell», kommentiert Winterberg die (fast) neue Rolle von Pfaffnau als Radquer-Veranstalter am Stephanstag. Bereits bei der Premiere im Jahr 2015 fand der GP Luzern am 26. Dezember in Pfaffnau statt. Damals klassierte sich Winterberg auf Rang drei. Eine ähnliche Platzierung käme nun einem Exploit gleich. Der beruflich als Bauleiter tätige Hobbyathlet ist nach einer einjährigen Wettkampfpause auf dem Weg zurück zu alter Form. Lukas Winterberg hat Heim-WM 2020 im Visier Die abrupte Auflösung seines Teams kurz vor dem Saisonstart im Jahr 2017 bewog ihn zu einer Auszeit, «weil ich in so kurzer Zeit nicht alles selber auf die Beine stellen konnte». Da er zudem mitten in der Ausbildung zum technischen Kaufmann steckte, beschloss er, etwas Abstand vom Radsport zu gewinnen. «Ich wollte nicht halbpatzig weitermachen und dabei die Freude verlieren.» Nun ist Lukas Winterberg zurück und dies voll motiviert. Die guten Ergebnisse lassen vorderhand zwar noch auf sich warten, davon lässt er sich aber nicht unterkriegen. «Derzeit geht es darum, wieder in den Rhythmus zu kommen. Meine Planung ist auf die nächste Saison ausgerichtet.» Konkret möchte er 2019 die Qualifikation für die Heim-WM in Dübendorf im Februar 2020 schaffen. 2016 war er an der WM auf den 30. Rang gefahren – dies bezeichnet er neben einem fünften Platz an der Schweizer Radquermeisterschaft als sein bisher wertvollstes Resultat. In Pfaffnau käme aufgrund seines aktuellen Formstands eine Top-Klassierung einer Überraschung gleich. Auf den Event vor heimischer Kulisse freut er sich gleichwohl: «Die Strecke ist sehr kupiert und gleicht einer Badewanne, an dessen Seiten man immer wieder raufkraxeln muss. Nie ist es wirklich flach. Wenn es dann noch feucht ist, sind die Bedingungen technisch sehr anspruchsvoll.» (ss)

Programm Pfaffnau. Cross-Race GP Luzern. Mittwoch (Stephanstag). 9.30: Jedermann-Cross. – 10.30: U13/U15. – 11.30: U19/Amateure/Masters. – 13.15: Frauen-Elite. – 13.17: Männer U17/Frauen U17. – 14.15: Kidscross/Pföderirennen. – 15.00: Männer-Elite. Infos unter: www.cross-race.ch

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