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Puljic: Gelb-schwarz und Blau-weiss

Ex-FCL Profi Tomislav Puljic wechselte im August zum FC Emmenbrücke und spielt im Derby gegen Kickers.
Simon Wespi
Tomislav Puljic hat noch einiges vor mit dem FC Emmenbrücke. Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 31. August 2019)

Tomislav Puljic hat noch einiges vor mit dem FC Emmenbrücke. Bild: Stefan Kaiser (Rotkreuz, 31. August 2019)

Es hatte sich abgezeichnet. Tomislav Puljic beendete im Sommer seine Profikarriere. Nun spielt der ehemalige Publikumsliebling des FC Luzern in der 2. Liga interregional. «Mir gefällt es sehr gut hier in Emmenbrücke», so der Verteidiger. Die Umstellung vom Profifussball zum Amateurfussball fiel dem 36-jährigen Kroaten vergleichsweise leicht. «In Vaduz war ich verletzt. Die Entscheidung aufzuhören, war nicht schwierig.»

Seit 2011 wohnt Tomislav Puljic mit seiner Familie im nidwaldnerischen Hergiswil. Dass er sich nun einem Verein in der Zentralschweiz anschloss, kommt also nicht von ungefähr. «Ich hatte zwei, drei weitere Angebote», so Puljic. Doch der Verein um Präsident Franco Gulli habe sich sehr um ihn bemüht. Ein weiterer Punkt sei die Region. «Meine Frau und ich sind sehr glücklich hier in der Zentralschweiz.»

Der Niveau-Unterschied ist gross

Für beide Seiten sei es eine Win-win-Situation, erklärt Puljic: «Ich kann Emmenbrücke mit meiner Erfahrung weiterhelfen und mich zugleich sportlich fit halten.» Der Unterschied zwischen der Challenge League und der 2. Liga Interregional ist gross. «Auch bei Emmenbrücke hat es drei, vier gute Spieler mit Talent und Erfahrung. Die Differenz ist schon gross, gerade was die Kondition und die Schnelligkeit betrifft. Aber jeder kann etwas mit dem Ball anfangen», so Puljic.

Aktuell steht der FCE in der Mitte der Tabelle. Aus neun Partien resultierten gerade einmal 13 Punkte. Zu wenig für die Ansprüche des Vereins. Der Liganeuling formulierte im Sommer klare Ziele. Bis im Sommer 2021 soll der Aufstieg in die 1. Liga Realität sein. Puljic schaut nach vorne: «Wir haben nun wieder alle Mann an Bord. Zuhause sind wir stark, aber auswärts müssen wir noch besser spielen.» Emmenbrücke ist im heimischen Gersag noch ungeschlagen. Zwölf Punkte holte das Team von Trainer Jean-Daniel Gross. Doch auf fremdem Terrain resultierte bislang erst ein Punkt aus fünf Spielen. Morgen Samstag bietet sich für Puljic und Emmenbrücke die Gelegenheit, auswärts zu punkten. Der FCE gastiert bei den Kickers Luzern (Tribschen, 17.15). Es ist ein wegweisendes Spiel für beide Teams. Denn auch die Stadtluzerner haben sich mehr erhofft. Puljic sieht sich als klarer Leader auf dem Platz. «Ich bin ein Vorbild für die Jungen. Ich möchte die Jungs mit meiner Erfahrung weiterentwickeln», so der 1,92 m grosse Verteidiger. Zudem ist er die rechte Hand des Trainers. Auf Ziele angesprochen, sagt Puljic: «Der Aufstieg mit Emmenbrücke wäre eine tolle Sache. Zudem möchte ich mit jungen Talenten arbeiten.» Der Kroate führt nämlich mit einem Freund eine Agentur und berät Spieler.

«Der FCL ist meine Liebe im Fussball»

Puljic begann seine Karriere in seiner Heimat Kroatien. 2010 wechselte er nach Luzern. Beim FCL stand er während sieben Saisons auf dem Rasen. 2017 folgte der Wechsel ins Fürstentum zu Vaduz, nun die Rückkehr in die Innerschweiz. Angesprochen auf seine zu Ende gegangene Profikarriere sagt Puljic: «Ich bin sehr zufrieden, wie es gekommen ist. Es war damals für mich nicht einfach, Kroatien zu verlassen. Ich habe in Luzern tolle Leute kennengelernt und schöne sieben Jahre erlebt. Meine drei Kinder sind hier geboren. Luzern ist und bleibt mein Verein.» Im FCL-Dress war Tomislav Puljic ein Publikumsliebling. In seiner Zeit in Luzern hat er viel erlebt. Was waren die Highlights in seiner Karriere? «Der Cupfinal in Bern und mein Tor bleiben immer in meinem Herzen. Leider haben wir verloren, das machte mich sehr traurig. Aber auch der zweite Platz in der Meisterschaft war ein toller Erfolg», erinnert sich Puljic. Man spürt deutlich, dass der FC Luzern für den Kroaten eine Herzensangelegenheit ist. In den sieben Jahren, als er für Blau-Weiss auflief, kamen seine drei Kinder zur Welt. «Ich war sehr glücklich. Der FCL ist meine Liebe im Fussball.»

Seit drei Jahren besitzt Puljic ein Restaurant in Emmenbrücke – ein Lokal mit kroatischen Köstlichkeiten. Wie viel Spass macht es ihm, in der Gastronomie tätig zu sein? «Ich war ja die letzten zwei Jahre in Vaduz. Mein Partner führt das Restaurant, ich möchte jetzt meine Agentur für Fussballer vorantreiben. Als Berater bin ich viel unterwegs und habe leider keine Zeit für das Lokal.» Seine Zukunft sieht er im Fussball. Gerne möchte er noch zwei, drei Jahre in Gelb-Schwarz auflaufen und als Spielerberater tätig sein. Tomislav Puljic wird der Region noch eine Weile erhalten bleiben.

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