Der Obwaldner Langläufer Janik Riebli überrascht mit Sieg

Der Giswiler B-Kaderathlet Janik Riebli gewinnt beim Continental-Cup-Final in Oberwiesenthal den Sprint und sorgt somit für den einzigen Schweizer Sieg in dieser Saison auf der zweithöchsten Stufe.

Roland Bösch
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Der Giswiler Janik Riebli (links) und Erwan Käser aus Bex werden von den Teamkollegen nach dem Doppelsieg beim Continental-Cup-Sprint gefeiert.Bild: Bild Cédric Keller (Oberwiesenthal GER, 15. März 2019)

Der Giswiler Janik Riebli (links) und Erwan Käser aus Bex werden von den Teamkollegen nach dem Doppelsieg beim Continental-Cup-Sprint gefeiert.Bild: Bild Cédric Keller (Oberwiesenthal GER, 15. März 2019)

Der Sport lebt von den Emotionen. Und solche Emotionen waren am letzten Freitagnachmittag in Oberwiesenthal, nahe der Deutsch-Tschechischen Grenze, im Schweizer Langlaufteam ganz viele zu spüren. Der 20-jährige Obwaldner Janik Riebli und sein sechs Jahre älterer Teamkollege Erwan Käser aus Bex werden wie erfolgreiche Schwinger auf den Schultern getragen.

Mit gutem Grund: Die beiden B-Kaderathleten von Swiss-Ski sorgten im letzten Continental-Cup-Sprint des Winters für einen Schweizer Doppelsieg – den ersten Sieg auf zweithöchster Stufe in dieser Saison überhaupt. «Es war ein unglaublich toller Moment», erzählt Janik Riebli und stellt rückblickend fest: «Am meisten beeindruckt hat mich, dass sich alle Teammitglieder mit Erwan und mir so mitgefreut haben.» Für den Athleten des Skiclubs Schwendi-Langis ist dies ein Ausdruck der guten Stimmung im Team und des grossen gegenseitigen Respekts.

Erster Sieg im ersten Elite-Jahr

Janik Riebli hatte mit der zweitbesten Laufzeit bereits im Prolog aufhorchen lassen und angedeutet, dass ihm die Strecke mit zahlreichen Kurven und einem leicht steigenden Zieleinlauf liegt. «Beim Einlaufen bin ich noch gestürzt und dachte mir – diesmal ist mein Tag, denn das Missgeschick liegt ja bereits hinter mir», erzählt Janik Riebli. An einen Sieg hat der Obwaldner, der in seinem ersten Jahr bei der Elite läuft, in diesem Moment noch nicht gedacht. Vielmehr liebäugelte er mit dem erstmaligen Überstehen der Viertelfinals.

Die Viertel- und Halbfinals überstand Riebli, der in Davos lebt und trainiert, denn auch souverän. «Da mich die anderen Finalteilnehmer nicht gekannt haben, habe ich versucht selbstsicher aufzutreten und etwas taktisch an dritter Position zu laufen», lässt sich der Giswiler in die Karten blicken. Zu Beginn der Zielgerade setzte er dann zum entscheidenden Schlussspurt an. Dass die Form bei Janik Riebli passt, hat er vor Wochenfrist bei seiner erstmaligen Teilnahme am Engadin Skimarathon bewiesen. Auf dem 27. Rang verlor er lediglich 1 Minute und 37 Sekunden auf Sieger Dario Cologna. So richtig in Fahrt kam Janik Riebli bereits zwei Tage zuvor beim Engadiner Nachtsprint. In Führung liegend verhinderte damals ein Sturz im Finallauf noch den Podestplatz.

Universiade löst den Knoten

Zur Saisonbestleistung konnte beim Sprint in Oberwiesenthal eine andere Zentralschweizerin ansetzen. Die 20-Jährige Engelbergerin Lea Fischer überzeugte mit dem vierten Rang und ihrem ersten Top-10-Ergebnis im Continental-Cup bei den Frauen. Die B-Kaderathletin war kurz zuvor aus Krasnojarsk zurückgekehrt, wo sie die Schweiz an der Universiade vertreten hatte. «Die positiven Erlebnisse in Russland gaben mir viel Vertrauen und lösten wohl endlich den Knoten, den ich seit Anfang Saison hatte», zeigt sich Lea Fischer begeistert. An der Universiade lief die ehemalige Schülerin der Sportmittelschule Engelberg hinter fünf, sechs bärenstarken Russinnen mehrfach in die Top-10 und liess sich vom Multisportevent der Studentinnen und Studenten, welcher in zwei Jahren in der Zentralschweiz stattfindet, begeistern. «Die Universiade war richtig, richtig cool. So etwas Riesiges habe ich noch nie erlebt. Das Interesse war riesengross und die Leute sehr gastfreundlich», zieht Lea Fischer, welche in Norwegen studiert, Bilanz.

Ueli Schnider auf dem Podest

Nach wie vor gut unterwegs in dieser Saison ist auch Ueli Schnider vom Skiclub Flühli. Nach dem tollen 23. Rang beim Weltcup-Klassiker über 50 Kilometer am Holmenkollen in Oslo lief der Entlebucher bei den Distanzrennen in Oberwiesenthal ganz vorne mit. Der bald 29-jährige Langläufer verpasste beim samstäglichen Massenstartrennen in der klassischen Technik über 15 Kilometer den Sieg als Dritter um lediglich 6,5 Sekunden. Am Sonntag fehlten dann in der Verfolgung über die gleiche Distanz in der freien Technik sogar nur 4,5 Sekunden. Es resultierte als erneut klar bester Schweizer der vierte Schlussrang.

Oberwiesenthal (GER). Sprint (freie Technik). Frauen (32 Klassierte): 1. Katerina Janatova (CZE). 4. Lea Fischer (Engelberg). 14. Stefanie Arnold (Unterschächen). – Männer (54): 1. Janik Riebli (Giswil/Schwendi-Langis). 2. Erwan Käser (Bex). 20. Ueli Schnider (Flühli). – Männer U20 (50): 1. Davide Graz (ITA). 7. Cyril Fähndrich (Horw). 31. Avelino Näpflin (Beckenried).

Massenstart (klassische Technik). Frauen (10 km/37 Klassierte): 1. Antonia Fraebel (ITA). 16. Stefanie Arnold. 21. Lea Fischer. – Männer (15 km/60): 1. Valentin Chauvin (FRA). 3. Ueli Schnider. 44. Janik Riebli. – Männer U20 (15 km/48): 1. Luca Del Fabbro (ITA). 14. Cyril Fähndrich. 22. Avelino Näpflin (Beckenried).

Verfolgung (freie Technik). Frauen (10 km/34): 1. Katerina Razymova (CZE). 20. Lea Fischer. 22. Stefanie Arnold. – Männer (15 km/52): 1. Clement Arnault (FRA). 4. Ueli Schnider. 28. Janik Riebli. – Männer U20. Staffel (3 x 5 km freie Technik/12 klassierte Teams): 1. Frankreich. 5. Schweiz (Cyril Fähndrich, Avelino Näpflin, Cla-Ursin Nufer).

Rangliste unter: www.fis-ski.com