Regionalfussball
Ronaldo wird zu Luzerns Matchwinner

Luzerns U21-Junioren zittern sich zum 1:0-Sieg gegen Zug 94. Den entscheidenden Treffer markiert einer mit einem prominenten Namensvetter.

Stephan Santschi
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«Dä Ronaldo heds Goal gmacht, dä Ronaldo heds Goal gmacht!» Die Kinder auf der Leichtathletikanlage Hubelmatt waren ausser sich, rannten die Tartanbahn rauf und runter, schrien die frohe Botschaft in den sonnigen Spätsommernachmittag hinaus. Tatsächlich war es Ronaldo, der getroffen hatte, nicht der Superstar von Manchester United natürlich, sondern jener der U21-Junioren des FC Luzern. Ronaldo Dantas Fernandes, so heisst er mit vollem Namen, stand in der 72. Minute am Ende eines schnörkellosen Angriffs und erzielte den Siegestreffer gegen Zug 94. «Dabei habe ich den Ball nicht einmal richtig getroffen», gab der erst 16-jährige Matchwinner mit einem verlegenen Lächeln zu.

Luzerns Ronaldo stand damit sinnbildlich für den Auftritt einer jungen und hochtalentierten Mannschaft.

Zug hadert mit Referee und sich selbst

Bei weitem nicht alles funktionierte nach Plan, am Ende stand im fünften 1.-Liga-Spiel aber bereits der dritte Sieg zu Buche. Sieben Nachwuchs-Nationalspieler standen in der Startaufstellung von Trainer Sandro Chieffo, was U19-Nationalcoach Bruno Berner auf der Steintribüne mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben dürfte. «Wir haben viele gute Spieler, noch sind wir aber in der Findungsphase. Spielerisch hat mir die Leistung nicht gefallen, uns fehlt noch etwas die Struktur», hielt Chieffo fest.

Zwingend war der Heimsieg keineswegs, der Gewinn eines Punktes wäre für die Gäste aus Zug möglich und verdient gewesen. «Das Spiel fand vor allem in der Mitte des Spielfelds statt, offensiv waren beide Teams kaum gefährlich. Für unseren Aufwand sind wir schlecht belohnt worden», resümierte Trainer Vural Oenen. Für Frust sorgten im Zuger Lager zwei Szenen in der Schlussphase. In der 83. Minute düpierte der wirblige Zuger Stürmer Willy Pizzi den FCL-Verteidiger Luca Jaquez und wurde von diesem im Strafraum zu Fall gebracht. «Ein 100-prozentiger Penalty», enervierte sich Oenen nicht zu Unrecht, die Pfeife des Schiedsrichters blieb aber stumm. Sportchef Besnik Reci sah rot, musste wegen Reklamierens die Bank der Zuger verlassen. In der Nachspielzeit gesellte sich dann auch noch Pech dazu. Eine letzte Flanke in den gegnerischen Strafraum landete bei Captain Fuat Sulimani, der seinen Posten in der Innenverteidigung längst verlassen hatte, um an vorderster Front mitzustürmen. Doch sein technisch lupenrein ausgeführter Kopfball landete nicht zum 1:1-Ausgleich im Netz, sondern prallte von der Lattenoberkannte ins Aus (95.).

Den Namen hat er wegen dem grossen Ronaldo

Danach war Schluss, Zug bleibt weiter sieglos, hadert mit dem mangelhaften Offensivspiel und fehlendem Glück. «Der Fehlstart ist perfekt», sagte Oenen, «wir brauchen ein Erfolgserlebnis.» Luzern und Torschütze Ronaldo Dantas Fernandes konnten sich derweil als glückliche Gewinner feiern lassen. Der 16-jährige Krienser mit der prächtigen Haarmähne liess sein Talent im offensiven Mittelfeld immer wieder aufblitzen, sein linker Fuss birgt viel Qualität, an körperlicher Robustheit muss der Schweizer U18-Nationalspieler aber noch markant zulegen.

Seinen Vornamen erhielt er tatsächlich wegen des grossen Ronaldo, «meine Eltern sind grosse Fans, auch für mich ist Ronaldo das Vorbild», erklärt der schweizerisch-portugiesische Doppelbürger, dessen eineinhalb Jahre älterer Bruder Ruben bei Luzerns U21-Equipe am linken Flügel spielt.

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