Rotkreuz trumpft ganz gross auf

Rotkreuz gewinnt das 2.-Liga-inter-Aufsteigerduell gegen Emmenbrücke verdient mit 2:0.

Ruedi Vollenwyder
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Klärt vor Emmenbrücke-Stürmer Stefano Izzo (rechts): der Rotkreuzer Augusto Cancian. (Bild: Stefan Kaiser (Emmenbrücke, 31. August 2019))

Klärt vor Emmenbrücke-Stürmer Stefano Izzo (rechts): der Rotkreuzer Augusto Cancian. (Bild: Stefan Kaiser (Emmenbrücke, 31. August 2019))

Die rund 400 Fans sahen im Duell der 2.-Liga-inter-Aufsteiger zwischen dem FC Rotkreuz und dem FC Emmenbrücke einen Klassematch. Beide Teams suchten ihr Glück in der Offensive, verwöhnten die Zuschauer mit einem technisch guten Fussball. Und auch an prickelnden Torszenen mangelte es nicht. Zudem wurde vom guten Schiedsrichter berechtigterweise je ein Tor wegen einem Offsidevergehen aberkannt. Mit anderen Worten: Den Zuschauern wurde einiges an Spektakel geboten. «Von unserer Seite her allerdings nur eine Halbzeit lang», tadelte Emmenbrücke-Trainer Jean-Daniel Gross.

Die erstmals mit dem ehemaligen FC-Luzern-Profi Tomislav Puljic angetretenen Emmenbrücker hatten in der zweiten Halbzeit «nichts mehr zu bestellen». Gross nahm nach dem mit 0:2 verlorenen Aufsteiger-Duell denn auch kein Blatt vor dem Mund: «Wir haben uns nach der guten ersten Halbzeit auf dem Spielfeld sehr schlecht präsentiert. Es fehlte die Überzeugung, nach dem Rückstand noch etwas reissen zu wollen.»

Emmenbrücke mit durchzogener Vorbereitung

Und er spricht auch den Grund an, weshalb man gegen die exzellent spielenden Rotkreuzer so bös untendurch musste. «Im Gegensatz zu der Truppe um Trainer René Erlachner hatten wir wegen vieler Absenzen eine sehr durchzogene Vorbereitung. Dieser ungenügenden Fitness mussten wir im zweiten Teil der Partie Tribut zollen», lässt der Emmenbrücke-Chef seinem Ärger freien Lauf und doppelt niedergeschlagen nach: «Es ist, wie es ist, es fehlte bei uns an allen Ecken und Enden.»

Rotkreuz-Angreifer Balu Ndoy hingegen munterte seine Mitspieler nach der torlosen ersten Halbzeit auf: «Alles ist okay. Es kommt schon noch gut.» Er sollte recht behalten: In der 54. Minute profitierte Dragan Gyorgiev von einem Patzer der Emmenbrücker und skorte zum 1:0. In der 63. Minute produzierte ausgerechnet Routinier Tomislav Puljic nach einem Flankenball des sehr agilen Henrique Wellingten Dos Santos ein unglückliches Eigentor. Und wenig später verpasste Dragan Gyorgiev das sicher scheinende 3:0. Vom Tempo und der Aufsässigkeit der technisch sehr gut beschlagenen Rotkreuzer überfordert gelang dem Mitaufsteiger aus Emmenbrücke, das schon nach einer halben Stunde Janko Pacar (Zerrung) verlor, praktisch nichts mehr. Die Zuger feierten einen ungefährdeten Sieg. Es ist dies der vierte im vierten Spiel in der neuen 2.-Liga-inter-Umgebung.

Wortkarger Puljic

Tomislav Puljic blieb nach seinem Comeback wortkarg. Über seine eigene Leistung wollte er sich nicht äussern. Puljic fand aber, «dass wir gegen ein sehr stark spielendes Rotkreuzer Team verdient verloren haben». Dafür redete sein Trainer: «Tomislav machte, obwohl er noch nicht fit genug ist, einen guten Job. Das Eigentor war sehr unglücklich.»

Klar, dass Rotkreuz-Trainer René Erlachner nach dem Schlusspfiff strahlte: «Diese drei Punkte hat die Mannschaft mehr als nur verdient. Mein Team spielte sehr aggressiv, setzte die gegnerischen Spieler bei deren Ballbesitz sofort energisch unter Druck. Und so kamen wir zu sehr vielen Ballgewinnen. Es macht grosse Freude und Spass, mit diesem hoch motivierten Team zu arbeiten.» Obwohl es dem FC Rotkreuz gegenwärtig rund läuft, denkt der Trainer-Fuchs weiter: «Abheben werden wir ob diesem auch für mich sensationellen Start bestimmt nicht. In Hergiswil erwartet uns im nächsten Auswärtsspiel eine schwierige Aufgabe. Diese Aufgabe wird mein Team mit einer grossen Portion Demut angehen.»

Und wenn es für weitere Punkte reicht, wäre der motiviert coachende Trainer sicher nicht unglücklich.