Der FC Sarnen gewinnt das «Spiel der Angst» gegen Perlen-Buchrain

Dem FC Sarnen ist gegen den FC Perlen-Buchrain die Revanche für die 2:8-Vorrundenschlappe gelungen: 1:0-Sieg. Während Sarnen im Hoch schwebt, kommt Perlen nicht auf Touren.

Ruedi Vollenwyder
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Sarnens Dominic Ineichenist Sarnen Siegtorschütze gegen Perlen-Buchrain. Bild: Philipp Schmidli (Eschenbach, 22. August 2018)

Sarnens Dominic Ineichenist Sarnen Siegtorschütze gegen Perlen-Buchrain. Bild: Philipp Schmidli (Eschenbach, 22. August 2018)

In «Spiel der Angst» zwischen dem FC Sarnen und FC Perlen-Buchrain kamen die Fans, was den spielerischen Gehalt angeht, nicht auf ihre Rechnung. Es war fussballerisch ein miserables, teils chaotisches Spiel. Dieser These widerspricht Sarnen-Trainer Ricardo Pereira nach dem erkrampften 1:0-Sieg denn auch nicht. «Bei unserer Ausgangslage interessiert mich gegenwärtig das Wie und Was überhaupt nicht. Ein spielerischer Schönheitspreis bringt nichts. Hauptsache wir haben gewonnen.»

Auf des Gegners Seite war der Niederlagenfrust nach den spielerisch garstigen 96 gespielten Derby-Minuten nicht zu übersehen und zu überhören. Trinkflaschen flogen von Spielerfüssen getreten weg, Sporttaschen wurden von Flüchen begleitet malträtiert. All die aufgestauten Emotionen mussten raus. Am meisten ärgerten sich die Spieler um Trainer Saba Velic über Sarnens Siegestor in der 38. Minute. Nach einem Cornerball, von Randy Würsch geschlagen, wurstelte Dominic Ineichen den Ball mit Hand und Fuss irgendwie ins Tor des sonst unterbeschäftigten Perlen-Goalies Eldin Beganovic. Das ärgerte Captain Kilian Wiederkehr, nach der Partie mit dem Handy-Filmbeweis in der Hand, gewaltig: «Ein klares Handspiel, aber der Schiedsrichter sagte, es sei kein absichtliches Vergehen gewesen.»

Perlen verbittert nach dem «Video-Beweis»

Klar, dass dieses Gegentor, das sonst schon angeschlagene Selbstvertrauen beim Velic-Team noch mehr schwächte. Ein einziges Mal liess Sarnen mit dem ebenfalls nie ernsthaft geprüften Goalie Norbert Sigrist eine Tormöglichkeit zu: beim Lattenschuss von Simon Wieland nach einem Cornerball von Marco Teixeira (22.). Die Matchanalyse von Perlen-Trainer Saba Velic fällt denn auch ernüchternd aus: «Das Selbstvertrauen nach nur einem Punktgewinn aus vier Rückrundenspielen ist weg. Während wir defensiv gut standen, konnten wir offensiv überhaupt keine Akzente setzen. Es schien, als hätten meine Spieler Angst, mit dem Ball am Fuss etwas falsch zu machen.»

Klar, dass sich die Sarner, die nach dem dritten Sieg im vierten Rückrundenspiel ihr Vorrundenpunkte-Konto auf 18 Zähler verdoppeln konnten, riesig freuten. Tiago Lopes, der einen sehr guten Part spielte, euphorisch: «In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und haben auch den Kampf angenommen. Nach der Pause setzte uns Perlen schon etwas unter Druck. Doch wir liessen dem Gegner praktisch keine Chancen zu.» Und der 20-jährige Sarner Mittelfeldmotor meinte weiter: «Für uns zählte in diesem für beide Teams wegweisenden Match nur der Sieg. Und diesen haben wir mit einer für die Fans manchmal chaotisch anmutenden Spielweise geholt.»

Die nach der Vorrunde auf dem zweitletzten Rang gelegenen Sarner haben den Anschluss mit den neun eroberten Punkten geschafft. Beim FC Perlen-Buchrain gilt das Gegenteil. Das Team um Trainer Saba Velic schlittert immer weiter in Richtung Abstiegsplätze. «Ja, nach dieser Niederlage, die wir unbedingt vermeiden wollten, stehen uns harte Zeiten bevor», so Saba Velic.

Und Sportchef Kurt Wiederkehr meinte zum gegenwärtigen Ist-Zustand: «Die Vorrundenbilanz mit den 18 eroberten Zählern täuschte. Wir wussten, dass die Rückrunde eine schwierige wird. Der Ligaerhalt ist und bleibt das Ziel der Mannschaft.» Sagte es, und wies etwas verbittert auf den Sarner Siegtreffer hin: «Ich habe gerade nochmals das Handspiel, das dem Sarner Tor voranging, auf dem Smartphone angesehen ...»