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Schattdorf gerät in den Abstiegsstrudel

Hergiswil schlägt in einem ausgeglichenen Match Schattdorf mit 21:17 und schafft damit im letzten Moment den Ligaerhalt. Die Urner dagegen müssen in die Abstiegs-Playoffs.
Simon Gerber
Der Hergiswiler Martin Grüter befreit sich aus der Umklammerung von Schattdorfs Fahim Haydari (links). (Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 17. 11. 2018)

Der Hergiswiler Martin Grüter befreit sich aus der Umklammerung von Schattdorfs Fahim Haydari (links). (Bild: Eveline Beerkircher (Hergiswil, 17. 11. 2018)

Eine Meisterschaftspause, wie sie letzte Woche infolge der U20-WM stattfand, kam den Mannschaften, die um ihre Form ringen, sehr gelegen. Man gewinnt Distanz und kann mit Elan wieder anfangen. Die Probleme aber sind deswegen nicht automatisch vom Tisch, wie sich zwischen Hergiswil und Schattdorf zeigte. Es ging in der Schlussrunde der Teammeisterschaft um den Ligaerhalt. Mit dem Messer am Hals kämpften die beiden Teams in der proppenvollen Steinacher­halle mit aller Härte um jeden Punkt. Es war kein Match für schwache Nerven. Die Napfringer mussten bis zum Schluss zittern, bis der Ligaerhalt feststand. Mit einer perfekt gelungenen Aufstellung sorgten sie bereits vor dem Match für einen psychologischen Vorteil. Schattdorf dagegen musste auf zwei Siegringer aus dem Wallis verzichten, weil sie als Leihringer am gleichen Abend für ihren Verein um den NLB-Meister kämpften.

Thomas Wisler trainierte so viel Gewicht ab, dass er in der leichtesten Gewichtsklasse starten konnte. Dort spielte er seine grosse Routine aus und siegte mit blitzschnellen Durchdrehern am Boden gegen das 16-jährige Talent Thomas Epp. Kampflos ging Martin Suppiger von der Matte, weil sein Gegner Elias Kempf nach einer Knieverletzung Forfait erklärte. Schattdorf imponierte vor der Pause mit drei Siegen und sicherte sich damit die 10:9-Führung. Der Höhepunkt des Abends spielte sich in der schwersten ­Gewichtsklasse ab. Obwohl 4:0 im Rückstand, liess sich Michael Jauch nicht entmutigen. Mit einem Hüfter wie aus dem Bilderbuch landete der Routinier in der Schlussphase gegen den kräf­tigen Werner Suppiger einen eindrücklichen Triumph. Damit wurde nichts aus dem Geschenk, das der Kranzschwinger zu seinem 30. Geburtstag dem Verein bereiten wollte.

Entscheidung fällt im letzten Kampf

Auch im zweiten Kampfabschnitt war es ein Auf und Ab mit zwei Teams auf Augenhöhe. Den Urnern blies nun etwas mehr Gegenwind ins Gesicht. Der Topathlet Thomas Suppiger machte kurzen Prozess und brachte Luca Kempf schon nach wenigen ­Sekunden auf die Schulter. Nach einem Abnützungskampf behielt Martin Grüter das bessere Ende für sich und siegte gegen Fahim Haydari mit 7:6 Punkten. Mit den beiden Erfolgen von Nicolas Christen und Mateo Dodos schlossen die Gäste vor dem letzten Kampf wieder zum 17:17-Unentschieden auf. Der Routinier Manuel Jakob hatte gegen den jungen Benjamin Gander dann ein leichtes Spiel und führte Hergiswil zum 21:17 Schlussresultat.

Die Erleichterung war Marco Hodel, dem Sportchef von Hergiswil, anzumerken. «Mir und dem ganzen Team ist ein grosser Stein vom Herzen gefallen, dass wir den Ligaerhalt nun geschafft haben. Wir hatten erneut eine schwierige Saison, konnten aber zuletzt mit viel Herzblut das Ganze zum Glück noch in die richtige Bahn lenken. Wir schöpften aus dem Vollen, und eine optimale Aufstellung gab uns von Anfang an viel Selbstvertrauen.»

Das ist ein bitterer Moment für Michael Jauch, den Cheftrainer von Schattdorf. «Wir haben gekämpft und alles probiert, aber am Schluss ging unsere Rechnung nicht auf. Bis zur Pause lief alles noch nach Plan, doch am Schluss hat sich mit Hergiswil die bessere Mannschaft durchgesetzt.» Jetzt müsse man in den sauren Apfel beissen und um den Ligaerhalt bangen. Dies werde definitiv keine einfache Aufgabe.

Rücktritt von Martin Suppiger

Am Schluss wurde Martin Suppiger, das langjährige Aushängeschild der Ringerriege Hergiswil, von den 460 Zuschauern ­gebührend verabschiedet. Der 34-Jährige hängte unter grossem Applaus seine Ringerschuhe an den Nagel. «Jetzt ist die Zeit gekommen, den Jungen Platz zu machen. Ich bin glücklich, dass wir den Ligaerhalt geschafft haben», sagte der Projektleiter. Er holte mehrere Schweizer Meistertitel und wurde zudem mit Hergiswil 2012 und 2013 zweimal Mannschaftsmeister. Seine Prioritäten setze er nun auf die Familie, den Beruf und den Hausumbau. Bereits vor zwei Jahren verabschiedete sich der zweifache eidgenössische Kranzschwinger von der schwingerischen Bühne.

Nationalliga A. Mannschafts-Meisterschaft. 10. Runde: Hergiswil – Schattdorf 21:17. Willisau – Kriessern 25:11. Freiamt – Einsiedeln 20:17. – Rangliste zum Abschluss der Qualifikation: 1. Willisau 16. 2. Freiamt 15. 3. Kriessern 11. 4. Einsiedeln 10. 5. Hergiswil 4. 6. Schattdorf 4.

Hergiswil – Schattdorf 21:17

57 kg: Thomas Wisler s. Thomas Epp 3:1. – 61 kg: Sven Bammert v. Simon Gerig 0:4. – 65 kg: David Wisler v. Sven Gamma 1:3. – 70 kg: Martin Grüter s. Fahim Muhammad Haydari 2:1. – 74 kg: Marco Hodel v. Mateo Dodos 1:2. Manuel Jakob s. Benjamin Gander 4:0. – 79 kg: Raphael Kaufmann v. Nicolas Christen 1:4. – 86 kg: Thomas Suppiger s. Luca Kempf 4:0. – 97 kg: Martin Suppiger s. Elias Kempf 4:0. – 130 kg: Werner Suppiger v. Michael Jauch 1:2.

Willisau – Kriessern 25:11

57 kg: Sebastian Schweizer s. Dario Obrist 3:1. – 61 kg: Mansur Mavlaev s. Christoph Wittenwiler 2:1. – 65 kg: Michael Portmann s. Gabor Molnar 1:2. – 70 kg: Tobias Portmann s. Dominik Laritz 3:1. – 74 kg: Andreas Vetsch s. David Hungerbühler 3:1. Mirco Studer s. Jan Lanengegger 3:1. – 79 kg: Jonas Bossert s. Fabio Dietsche 2:1. – 86 kg: Dominik Bossert s. Tobias Betschart 4:0. – 97 kg: Florian Betschart v. Damian Dietsche 0:4. – 130 kg: Stefan Reichmuth s. Ramon Betschart 4:0.

Freiamt – Einsiedeln 20:17

57 kg: Nils Leutert s. Dany Kälin 4:0. – 61 kg: Nino Leutert s. Lars Neyer 3:1. – 65 kg: Randy Vock s. Michel Schönbächler 3:1. – 70 kg: Marc Schärer v. Saifulla Avtorkhanov 0:4. – 74 kg: Nino Küng v. Jan Neyer 1:2. Husein Kadimagomaev v. Adrian Mazan 1:3. – 79 kg: Pascal Strebel s. Mathias Käser 3:0. – 86 kg: Magomed Ayskhanov s. Andreas Burkard 4:0. – 97 kg: Marc Weber v. Sven Neyer 1:2. – 130 kg: Adrian Wetzstein v. Andry Vysar 0:4.

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