Schattdorfer Ringer stehen mit dem Rücken zur Wand

Schattdorf verliert den Hinkampf gegen NLB-Meister Grabs-Oberriet trotz Heimvorteil und deutlicher Pausenführung mit 19:20-Punkten.

Urs Hanhart
Hören
Drucken
Teilen
Der Schattdorfer Kim Besse (rechts) besiegt Flavio Freuler deutlich nach Punkten.

Der Schattdorfer Kim Besse (rechts) besiegt Flavio Freuler deutlich nach Punkten.

Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 30. November 2019)

Den Urnern bleibt in dieser völlig verkorksten Saison nichts erspart. Im ersten Auf-/Abstiegskampf waren sie lange auf gutem Weg, endlich den langersehnten ersten Sieg einzufahren. Stattdessen resultierte letztlich eine sehr bittere Niederlage. «Wir waren uns bewusst, dass es einen sehr engen Fight absetzen würde. Leider sind ein bis zwei Kämpfe nicht ganz nach unserem Geschmack verlaufen. Aber unser junges Team hat alles gegeben und man kann niemandem einen Vorwurf machen», bilanzierte Schattdorfs Coach Richi Gisler kurz nach Kampfende. Und er fügte noch an: «Verloren ist noch gar nichts. Alles fängt praktisch wieder bei null an. Die Ausgangslage ist völlig offen und wir haben durchaus noch die Chance, den Spiess im Rückkampf umzukehren.»

Nach der Pause deutlich abgebaut

Zunächst sah es so aus, als würden die Platzherren die Gäste richtiggehend überfahren. Sie starteten wie die Feuerwehr und landeten zum Auftakt gleich drei überzeugende Siege. Im ersten Kampf (57 kg Freistil) hatte Thomas Epp seinen Gegner Janis Steiger souverän im Griff, und er feierte einen überlegenen 14:4-Punkteerfolg. Daraufhin machte «Spielertrainer» Michael Jauch im Schwergewicht mit seinem 20 Kilogramm schweren Gegner Janosch Kobler kurzen Prozess. Der grosse Routinier in den Reihen der Urner beendete den Fight noch vor Ablauf der ersten Minute mit einem Schultersieg. Gleich anschliessend doppelte Sven Gamma in der 61-kg-Grecoklasse ebenfalls mit einem Schultererfolg nach. Er benötige nur wenige Sekunden mehr als Jauch, um für sein Team die Maximalpunktzahl einzufahren. Somit lagen die Gastgeber nach drei von zehn Kämpfen bereits mit 11:1-Zählern in Führung. Simon Gerig (65 kg Freistil) steuerte dann noch einen knappen Punktesieg über Nicolas Steiger bei. Einzig Andi Murer (97 kg Freistil) musste gegen Andrii Visnar eine Niederlage hinnehmen. Unter dem Strich resultierte eine komfortable 13:6-Halbzeitführung.

Im zweiten Durchgang lief dann fast alles gegen die Hausherren. Der Vorsprung schmolz wie Butter in der Sonne nach und nach dahin. Benjamin Gander, Renato Kempf, Sven Epp und Ramon Epp fuhren lauter Niederlagen ein, wobei jene von Ramon Epp in der 79-kg-Freistilklasse gegen Mirco Studer relativ knapp ausfiel. Einzig Doppellizenzringer Kim Besse vermochte seinen Auftritt erfolgreich zu gestalten. Der Walliser besiegte seinen Gegner Flavio Freuler in der 74-kg-Freistilklasse relativ deutlich nach Punkten.

Ein Walliser könnte noch den Unterschied machen

Beide Teams konnten je fünf Kämpfe für sich entscheiden, was die Ausgeglichenheit unterstreicht. Allerdings sammelten die Ostschweizer einen Punkt mehr. Dadurch verschafften sich die Unterklassigen eine gute Ausgangslage für den Rückkampf, der am kommenden Sonntag (ab 15 Uhr) in der Sporthalle Bildstöckli in Oberriet ausgetragen wird. Matchentscheidend im Hinkampf war wohl die Tatsache, dass die Schattdorfer wegen eines beruflichen Auslandaufenthalts auf ihren zweiten Doppellizenzringer Tanguy Darbellay verzichten mussten. Ob der starke Walliser im Rückkampf eingesetzt werden kann, ist noch ungewiss. Mit Blick auf den sonntäglichen Showdown sagte Gisler: «Wir werden für die Revanche die bestmögliche Mannschaft aufstellen. Ich hoffe nun, dass viele unserer Fans ins Rheintal mitkommen und unsere Ringer bei ihrer schwierigen Auswärtsmission lauthals unterstützen. Man kann davon ausgehen, dass es erneut ein enges und spannendes Duell geben wird.»