Schattdorfer Ringer kämpfen um den Ligaerhalt

In der Auf-/Abstiegsrunde bekommt es Schattdorf mit NLB-Meister Grabs-Oberriet zu tun.

Urs Hanhart
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Tanguy Darbellay (oben) ist einer der zwei Walliser, die gegen Grabs-Oberriet reüssiert haben.

Tanguy Darbellay (oben) ist einer der zwei Walliser, die gegen Grabs-Oberriet reüssiert haben.

Bild: Urs Hanhart (Schattdorf, 20. September 2019)

In der Qualifikation der Nationalliga A tat sich die Ringerriege Schattdorf so schwer wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Von Ende August bis Mitte November konnten die Urner keinen einzigen Sieg holen. Das höchste der Gefühle war ein Remis im Heimkampf gegen Einsiedeln. Sonst setzte es lauter Niederlagen ab. Der Grund für das schwache Abschneiden war vor allem grosses Verletzungspech, fielen doch im sonst schon schmalen Kader phasenweise gleich mehrere Leistungsträger aus. Für die Moral war die brutale Niederlagenserie logischerweise nicht gerade förderlich. Immerhin haben die Schattdorfer nun die Chance, ihre verpfuschte Saison wenigstens noch einigermassen zu retten und versöhnlich abzuschliessen.

Im Auf-/Abstiegskampf gegen NLB-Meister Grabs-Oberriet geht es darum, den Verbleib in der höchsten Liga sicherzustellen und damit das Mindestziel zu erreichen. Der mit Spannung erwartete Hinkampf wird morgen in Schattdorf ausgetragen. Eine Woche später folgt dann der Rückkampf im Rheintal.

Trotz noch fehlender Erfolgserlebnisse in dieser Saison sieht Schattdorfs «Spielertrainer» Michael Jauch dem Kräftemessen mit dem NLB-Champion recht optimistisch entgegen. Er betont: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir dieses Duell für uns entscheiden können. Einige unserer jungen Ringer haben sich im Verlaufe der Qualifikation deutlich gesteigert. Zudem können sicherlich alle unsere Akteure noch etwas zulegen, wenn es darum geht, den Abstieg zu verhindern.»

Zwei Walliser können den Unterschied machen

Dass die Urner mit solchen Situationen umgehen können, haben sie bereits im Vorjahr eindrücklich bewiesen. Damals standen sie im Abstiegsfight gegen den letztjährigen NLB-Meister nach einer deutlichen Niederlage im Hinkampf bereits ganz nahe am Abgrund. Im Rückkampf konnten sie dann den Spiess mit einem fulminanten Exploit doch noch umdrehen. «Eine solch extreme Nervenprobe wie im letzten Jahr möchten wir diesmal möglichst vermeiden», sagt Jauch, und er fügt noch an: «Wir werden versuchen, uns im ersten Kampf ein möglichst grosses Polster zu verschaffen. Ich bin guten Mutes, dass uns dies gelingt.»

Grabs-Oberriet ist ein Gegner, den man keinesfalls unterschätzen darf. Die Ostschweizer haben sich den NLB-Meistertitel und damit die Teilnahme an der Aufstiegsrunde in überzeugender Manier gesichert. Im NLB-Final liessen sie dem Team Wallis nicht den Hauch einer Chance. Grabs-Oberriet setzte sich bereits im Hinkampf, der in Martigny ausgetragen wurde, mit 27:9 Punkten durch, wodurch der Rückkampf zu einer reinen Formsache verkam. Dieser fiel dann deutlich knapper aus (20:17), was aber keine Rolle mehr spielte. Für Schattdorf ist es durchaus positiv, dass der Gegner Grabs-Oberriet und nicht Wallis heisst. Denn so können die Urner ihre beiden Doppellizenzringer Kim Besse und Tanguy Darbellay, die sonst hauptsächlich für das Team Wallis auf die Matte steigen, beim entscheidenden Showdown einsetzen. Dieses Duo gehört zu den wichtigsten Punktelieferanten. Beim NLB-Finalkampf konnten sie an ihren Gegnern schon mal Mass nehmen. Und das taten sie sehr erfolgreich. Sowohl Besse als Darbellay fuhren für ihren Stammverein einen Sieg ein. Die beiden Gastringer könnten durchaus das Zünglein an der Waage spielen und entscheidend dazu beitragen, dass die mittlerweile neunjährige, ununterbrochene Zugehörigkeit der Ringerriege Schattdorf in der NLA eine Fortsetzung erfährt. 

Ringen, Aufstieg/Abstieg NLA/NLB. Hinkampf: Schattdorf – Grabs-Oberriet (Samstag, 20.00, Grundmatte).