Schlag auf Schlag springen sie ins Schwimmbecken

Beim ersten internationalen Sursee Cup messen sich 400 Schwimmer im 50-m-Olympiabecken.

Stefanie Barmet
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Auf dem Weg zur Bestzeit?
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Der Stilrichter kontrolliert den Schwimmstil.
Blick in die Schwimmhalle im Campus Sursee.
Ein Starter und die Schwimmer
Der Tessiner Andrea Mozzini Vellen vom SC Uster
Er gibt den Startschuss
Die 10-jährigen Eliza Kastrati (links) und Marissa Dongiovanni vom Swiss Team Lucerne.
Dieser Richter kontrolliert die Wende.
Augenschein beim ersten internationalen STL- Campus in Sursee.
Eine Schwimmerin wärmt vor dem Start die Schultern ein.
Badeanzüge beim Trocknen.
Ein Schwimmer zieht die Brille an.
Für die Gewinner gibts Medaillen.
Teamorientierung für die nächsten Starts.
Ein Schwimmer wendet.

Auf dem Weg zur Bestzeit? 

Bild: Roger Grütter (Oberkirch, 25. Januar 2020)

Fast schon tropische Temperaturen herrschen am Samstagnachmittag in der Sportarena am Campus Sursee – ins Schwitzen kommen so definitiv nicht nur die rund 400 Schwimmerinnen und Schwimmer, welche den Weg in die Zentralschweiz an diesem eher trüben Wintertag auf sich genommen haben. 30 Clubs aus der ganzen Schweiz sowie ein Verein aus Deutschland sind in verschiedenen Disziplinen am Start.

Das Swim Team Lucerne (STL), das den Wettkampf organisiert hat, sowie der Campus Sursee wurden von den vielen Anmeldungen überrascht. Positiv überrascht, wie Martin Grapentin, Co-Präsident des STL und ehemaliger Leistungsschwimmer, betont. «Gedeckte 50-Meter-Schwimmbecken kann man in der Schweiz fast an einer Hand abzählen. Zudem haben wir für den Wettkampf einen guten Zeitpunkt gewählt. Schon bald stehen Schweizer Meisterschaften an, für die man sich nur im 50-Meter-Becken qualifizieren kann.» Vorwiegend Nachwuchsathleten aber vereinzelt auch aktive Spitzenathleten wissen diese Möglichkeit zu nutzen.

Zahlreiche freiwillige Helfer

Zehn Bahnen à 50 Meter hat die Sportarena zu bieten. Auf jenen Bahnen werden die Wettkämpfe ausgetragen. Ein- respektive ausgeschwommen wird im 25-Meter-Becken. Kurz vor dem Start gilt es sich beim Einschwimmbecken zu besammeln, ehe die Startenden zu den Startblöcken geführt werden. Dafür, dass alles mit rechten Dingen und beinahe reibungslos zugeht, sind insgesamt knapp 50 Richtende und freiwillige Helfer verantwortlich. Die überwiegende Zahl davon sind Eltern und Vereinsmitglieder des STL. Neben dem Hauptschiedsrichter, dem Starter, den Wenderichtern und dem Stilrichter stehen hinter jedem Startblock Zeitnehmer. Die Zeiten und Zwischenzeiten werden zwar digital gemessen, doch zur Kontrolle und falls die Technik versagen würde, wird jeder Startende auch manuell gestoppt. Ein Daumen nach oben des jeweiligen Richters zeigt, dass korrekt gestartet, geschwommen, gewendet oder angeschlagen wurde.

Mit grossem Interesse verfolgt auch Mathias Hecht das bunte Treiben im Schwimmbecken. Der ehemalige Spitzentriathlet und Leiter der Sportarena ist hocherfreut über die grossen Teilnehmerzahlen. «Schwimmclubs aus der ganzen Schweiz sind unsere Zielgruppe. Sie sollen unser Gesamtangebot vor Ort kennen lernen und werden hoffentlich bald für längere Trainingsaufenthalte zu uns zurückkehren.» Um grosse Wettkämpfe zu organisieren, ist der Campus Sursee auf Partnervereine wie das STL angewiesen. «Die Challenge besteht darin, für beide Partner eine Win-win-Situation zu erzielen. Schliesslich wollen wir gemeinsam eine gute Geschichte schreiben, von der die ganze Region profitieren kann», so Hecht.

Im Schwimmkurs entdeckt

Die grossen Leistungsunterschiede zwischen den Schwimmneulingen sowie den Arrivierteren sind selbst für den Laien auf den ersten Blick ersichtlich. Eliza Kastrati aus Emmen sowie Marissa Dongiovanni aus Eschenbach sind seit letztem Sommer Teil des STL und erstmals in einem 50-Meter-Becken am Start. «Im Schwimmkurs wurden wir beobachtet und anschliessend in ein Schnuppertraining eingeladen. Das hat uns so gut gefallen, dass wir seither zwei- bis dreimal pro Woche im Wasser anzutreffen sind», so die beiden zehnjährigen Kolleginnen. Trainiert werden die jüngsten Schwimmhoffnungen von der ehemaligen Spitzenschwimmerin Corinne Meier. «Sie ist eine gute und vor allem auch nette Trainerin. Einmal so viel zu trainieren wie sie, können wir uns aber nicht vorstellen.» Dreimal steigen die beiden Mädchen an diesem Samstag ins Wasser. «Vor dem Wettkampf war ich meganervös, dennoch hat es mir Spass gemacht und ich freue mich auf die weiteren Rennen», so Eliza Kastrati.

Etwas lauter wird es in der Sportarena erst, als sich die Staffeln bereitmachen. Schlag auf Schlag folgen die einzelnen Läufe aufeinander. Die Anspannung ist dabei vor allem den Jüngsten ins Gesicht geschrieben. Aber auch die Eltern fiebern mit dem Nachwuchs mit und zücken schon mal das Smartphone für ein Erinnerungsstück. Kaum sind die Letzten im Ziel, leuchten die geschwommenen Zeiten auf der Anzeigetafel auf. Wie so oft im Sport liegen Freud und Leid nahe beieinander. Während die einen entkräftet auf die Anzeigetafel starren, jubeln andere über die erzielten Bestzeiten. Ein Abklatschen mit Teamkolleginnen, eine kurze Umarmung oder aufmunternde Worte der Betreuenden, und schon fällt der nächste Startschuss.