Schlüsselspiel für die Brühler Handballerinnen

Wenn der Rekordmeister am Samstag ab 17.30 Uhr daheim in der NLA gegen Thun gewinnt, können sich die St. Galler Handballerinnen schon auf den Playoff-Final vorbereiten. St. Otmar spielt am Sonntag um 17 Uhr in der Kreuzbleiche gegen den BSV Bern, Fortitudo Gossau tritt am Samstag in Basel an.

Daniel Good
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Martina Goricanec: regelmässige Torschützin für den LC Brühl. (Bild: Michel Canonica)

Martina Goricanec: regelmässige Torschützin für den LC Brühl. (Bild: Michel Canonica)

Die Entscheidung um den Schweizer Meistertitel fällt zwar erst im Mai, aber bereits jetzt sind die Positionen bezogen. Leader Zug und das punktgleiche Brühl liegen in der Tabelle deutlich vor Thun und Nottwil.

Nach Abschluss des Finalrundenpensums bestreiten die beiden besten Teams den Playoff-Final. Wenn sich der LC Brühl im heutigen Heimspiel gegen Thun durchsetzt, haben die St. Gallerinnen neun Punkte Vorsprung auf den dritten Platz.

Die Partie zwischen dem Schweizer Rekordmeister und den drittklassierten Bernerinnen in der Kreuzbleichehalle beginnt um 17.30 Uhr.

Der Trainer warnt vor Überheblichkeit Obschon Brühl wegen Verletzungen fünf wichtige Spielerinnen fehlen, deklassierten die Ostschweizerinnen vor einer Woche Titelverteidiger Nottwil mit 35:25. «Es passte vieles zusammen. In dieser Partie hat mein Team gezeigt, was es kann», sagt Brühls Trainer Rolf Erdin, «der Sieg ist sicher gut für das Selbstvertrauen, aber der Grat zur Überheblichkeit ist klein.»

Anfang Jahr gewann Brühl gegen Thun auswärts 24:23. Siegen die St. Gallerinnen auch heute, hat Trainer Erdin reichlich Zeit, sein Team auf den Playoff-Final vorzubereiten. Denn einen solchen Vorsprung wird Brühl kaum mehr aus der Hand geben.

Die Chance für die zweite Garde

Die Lücken im Kader Brühls haben zur Folge, dass einige Spielerinnen zu mehr Einsatzzeit kommen oder wichtigere Rollen als üblich ausfüllen müssen.

Im Hinblick auf den Playoff-Final hat Erdin, der Schweizer Handballtrainer des Jahres 2018, viel Spielraum, um für die entscheidenden Partien im Mai das beste Rezept zu finden.

Er muss zugleich in den Trainings und Spielen die Dosis zwischen Fordern und Schonen richtig bemessen. Gegen den Leader aus Zug setzte es für Brühl vor zwei Wochen eine 29:32-Heimniederlage ab.

St. Otmar holt Fricker zurück

Am Sonntag spielt die NLA-Mannschaft St. Otmars in der Finalrunde ab 17 Uhr zu Hause gegen den BSV Bern. Nach drei Niederlagen in den drei Wettbewerbsspielen in diesem Jahr hoffen die St. Galler auf den ersten Sieg. Die Berner sind wohl jene Mannschaft, die am ehesten zu bezwingen wäre. St. Otmar tritt zum vierten Mal in Folge zu einem Heimspiel an.

Fehlen wird der Flügelspieler Ramon Hörler, der sich in der Partie gegen Suhr Aarau verletzte und einen Monat ausfällt. Als Ersatz holte St. Otmar David Fricker vom 1.-Liga-Club Kreuzlingen zurück. Der 20-Jährige ist mit einer Doppellizenz ausgestattet und kann sofort eingesetzt werden. Fricker kam mit St. Otmar unter dem ehemalige Trainer Vedran Banic schon zu Partien in der NLA.

Für die Trainings stösst Lukas Linde vom St. Galler 1.-Liga-Verein Fides zu St. Otmar. Der Rückraumspieler ist 22-jährig und der Sohn der ehemaligen Brühler Leistungsträgerin Anke Stäbe. Auch Linde kam schon in der NLA für St. Otmar zum Einsatz. Heute in einer Woche bestreitet St. Otmar das erste Auswärtsspiel in diesem Jahr. Gegner ist Schweizer Meister Wacker Thun.

Erdins Ratschläge für Fortitudo

Fortitudo Gossau tritt am Samstag in der NLA-Abstiegsrunde der Handballer um 18 Uhr auswärts gegen den RTV Basel an. Gegen den Aufsteiger haben die Gossauer drei ihrer acht Punkte gewonnen, aber Mitte Dezember daheim 24:30 verloren.

Diese Niederlage bedeutete das Aus für Trainer Markus Klemencic. Seit Januar kümmert sich Oliver Roth um die Gossauer. Der neue Mann an der Seitenlinie ist ein Bekannter des langjährigen Gossauer Trainers Rolf Erdin. In den ersten beiden Partien mit Roth verdoppelte Fortitudo seinen Punktestand. Bevor der neue Trainer zusagte, holte er sich Ratschläge von Erdin, der Gossau während vieler Jahre vor dem Abstieg in die NLB bewahrte.

«Wir telefonierten drei, vier Mal und besprachen die Situation», sagt Erdin, der heute den Frauenrekordmeister Brühl trainiert. Erdin riet Roth unter anderem, für die Abstiegsrunde den Defensivspezialisten und Kranzschwinger Marcel Oertig wieder ins Kader der ersten Mannschaft zu befördern.

Gossau muss heute ohne Jannic Störchli auskommen, der für ein Foul im Auswärtsspiel gegen GC Amicitia für eine Partie gesperrt worden ist.