Schweizer Meisterschaften im Tennis: Die Lido-Junioren räumen ab

Der Luzerner Tennis-Nachwuchs ist Schweizer Meister in der höchsten Liga des Junioren-Interclubs. Der Weg zum Triumph hat einige Nerven gekostet.

Albert Krütli
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Das siegreiche Luzerner Team; oben von links: Martin Arnet (Coach), Glen Arnet, Matteo Masa, Tim Scherrer, Livio Hartmann, Dani Eisele (Coach); unten von links: Merlin Eisele und Cedric Kolp.

Das siegreiche Luzerner Team; oben von links: Martin Arnet (Coach), Glen Arnet, Matteo Masa, Tim Scherrer, Livio Hartmann, Dani Eisele (Coach); unten von links: Merlin Eisele und Cedric Kolp.

Bild: PD

Der TC Lido darf den zweiten Schweizer-Meister-Titel in der diesjährigen Interclub-Saison feiern: Nachdem die Frauen Ende September in der NLB triumphiert hatten, konnten auch die 18U-Junioren am vergangenen Wochenende beim Finalturnier in Winterthur jubeln. Die Luzerner gewannen am Sonntag den Final gegen Givisiez 4:0, tags zuvor besiegten sie im Halbfinal Schützenwiese Winterthur mit 4:2.

Martin Arnet, der zusammen mit Dani Eisele das erfolgshungrige Team coachte, freute sich: «Es hat zwar einige Nerven gekostet, aber wir haben schliesslich verdient gewonnen. Entscheidend war der Teamgeist, den die Jungs gezeigt haben. Cool, wie die Truppe während der ganzen Saison zusammengehalten hat.»

Die Lido-Mannschaft ging die beiden letzten Begegnungen äusserst professionell an. Bereits am Freitag reisten die Luzerner nach Winterthur, um sich an den schnellen Hallenbelag zu gewöhnen. «Zudem spielte die Ausgeglichenheit unserer Equipe eine grosse Rolle», weiss Arnet. Im Junioren-Interclub dürfen nur Spieler teilnehmen, die in der Frühjahrs-Rangliste nicht besser als R4 klassiert waren. Livio Hartmann und Merlin Eisele sind in der Zwischenzeit zwar eine Stufe höher geklettert, durften somit aber trotzdem noch mitspielen.

Überzeugende Luzerner in entscheidenden Phasen

Bevor die Luzerner die Goldmedaillen in Empfang nehmen konnten, hatten sie acht Begegnungen zu überstehen. In der Gruppenphase waren sie unangetastet und gaben keinen einzigen Satz ab. Und auch in den ersten beiden Finalspielen gegen Teufenthal (5:1) und Giubiasco (6:0) hatten sie keine Probleme.

Die ganz grosse Knacknuss mussten die Zentralschweizer im Viertelfinal im Tessin lösen. Die Scuola Tennis by Margaroli forderte den Gästen alles ab – und nach dem 3:3 entschied schliesslich das bessere Satzverhältnis von 7:6 für den Lido-Nachwuchs. Aber auch im Halbfinal wurde es eng, selbst wenn die Luzerner nach den Einzeln dank den Siegen von Livio Hartmann, Merlin Eisele und Cedric Kolp 3:1 vorne lagen. Hartmann/Glen Arnet verloren ihr Doppel im Champions-Tiebreak mit 6:10, doch Tim Scherer/Eisele bügelten das mit dem 10:6 im Entscheidungssatz aus. Der 4:0-Triumph im Final gegen Givisiez (FR) war zwar verdient, aber das klare Resultat täuscht, denn nicht weniger als drei Einzel konnte Luzern Lido erst im Tiebreak für sich entscheiden. Merlin Eisele musste gar drei Matchbälle abwehren. Und Glen Arnet, der als 16-Jähriger als einziger ein Jahr jünger ist als seine Teamkollegen, verlor den ersten Satz gleich mit 1:6, gewöhnte sich mit der Zeit an das Tempo seines Gegners und ging schliesslich nach zwei gewonnenen Tiebreaks doch noch als Sieger vom Platz.

Letzter Zentralschweizer Titel ist fünf Jahre her

Damit holten die 18U-Junioren des TC Luzern Lido erstmals seit fünf Jahren wieder einmal einen Schweizer Meistertitel in die Zentralschweiz. 2015 war den Juniorinnen des TC Horw in der höchsten Nachwuchs-Liga das gleiche Kunststück gelungen. Und vor 15 Jahren hatten die Junioren des TC Buochs ebenfalls in der 18U-Konkurrenz triumphiert.

Tennis

Interclub. Junioren 18U. Liga A, Gruppe 11: Luzern Lido – Unterägeri 6:0. Luzern Lido – Hochdorf 6:0. Neuenkirch – Luzern Lido 0:6. Hochdorf – Neuenkirch 1:5. Neuenkirch – Unterägeri 6:0. Unterägeri – Hochdorf 1:5. – Rangliste (alle 3 Spiele:) 1. Luzern Lido 18. 2. Neuenkirch 11. 3. Hochdorf 6. 4. Unterägeri 1.

Finalspiele. 1. Runde: Luzern Lido s. Teufenthal 5:1. Neuenkirch v. Bad Schinznach 2:4. – Achtelfinal: Luzern Lido s. Giubiasco 6:0. – Viertelfinal: Luzern Lido s. Scuola Tennis by Margaroli 3:3 (Lido Luzern mit dem besseren Satzverhältnis). – Halbfinal (in Winterthur): Luzern Lido s. Schützenwiese Winterthur 4:2. – Final (in Winterthur): Luzern Lido s. Givisiez 4:0.

Viertelfinal: Scuola Tennis by Margaroli – Luzern Lido 3:3*
Alessandro Villa (R3) v. Livio Hartmann (R3) 3:6, 0:6. Noel von Wattenwyl (R3) s. Merlin Eisele (R3) 6:1, 6:4. Luca Heusser (R4), s. Glen Arnet (R4) 1:6, 7:6, 6:3. Fabio von Wattenwyl (R4) v. Cedric Kolp (R4) 4:6, 3:6. Heusser/Villa s. Arnet/Hartmann 6:2, 6:4. Noel von Wattenwyl/Jonas Ghielmini (R5) v. Eisele/Tim Scherer (R4) 3:6, 3:6. – * Luzern Lido dank dem Satzverhältnis von 7:6 im Halbfinal.

Halbfinal: Luzern Lido – Schützenwiese Winterthur 4:2
Hartmann (R3) s. Tommaso Zanetti (R3) 6:3, 6:3. Eisele (R3) s. Gabriel Petrovic (R4) 6:1, 6:4. Arnet (R4) v. Merlin Burkhart (R4) 4:6, 2:6. Kolp (R4) s. Cristian Ahuja (R5) 6:3, 6:4. Hartmann/Arnet v. Zanetti/Petrovic 3:6, 6:1, 6:10. Scherer (R4)/Eisele s. Burkhart/Ahuja 6:3, 4:6, 10:6.

Final: Luzern Lido – Givisiez 4:0
Hartmann (R3) s. Alois Graber (R3) 7:6, 6:4. Eisele (R3) s. Antoine Verdon (R4) 4:6, 6:3, 7:6. Arnet (R4) s. Timothée Simonin (R5) 1:6, 7:6, 7:6. Scherer (R4) s. Thomas Demierre (R5) 6:2, 3:6, 7:6. – Die zwei Doppel wurden nicht mehr gespielt.

Die letzten Schweizer Meister im Junioren-Interclub aus der Zentralschweiz.2020: Luzern Lido (Junioren 18U). – 2015: Horw (Juniorinnen 18U). – 2012: Sursee (Juniorinnen 12U). – 2009: Littau (Junioren 12U). – 2008: Luzern Lido (Juniorinnen 15U). – 2006: Sursee (Juniorinnen 15U). – 2005: Buochs (Junioren 18U). – 1987: Migros Dierikon.