Schwierigste Strecke gut gemeistert

Am Weltcup Kanada holen sich die Geschwister Indergand zwei Top-10-Klassierungen. Reto Indergand fährt im Short Race auf den 8. Platz, während sich Linda im Cross Country im 10. Rang klassiert.

Josef Mulle
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Reto Indergand fährt wiederum an der Weltspitze mit. (Bild: PD (Mont-Sainte-Anne, 12. August 2018)

Reto Indergand fährt wiederum an der Weltspitze mit. (Bild: PD (Mont-Sainte-Anne, 12. August 2018)

Nach den Europameisterschaften in Glasgow hatten die Biker nach einem 4500-Kilometer-Transfer von Schottland nach Kanada den «Kanada-Klassiker» von Monte-Sainte-Anne zu bestreiten. Eine der schwierigsten Strecken im Weltcupzirkus wurde noch einmal modifiziert, und erhielt nun den zweifelhaften Ruf, die schwierigste Strecke aller Weltcup-Parcours zu sein. Dies bestätigten nicht nur die Fachpresse und Athleten, auch das Publikum vor Ort und am Fernsehen wurden Zeugen von vielen, und zum Teil sehr schweren Stürzen. «So etwas habe ich noch nie erlebt, da bist du zu dritt unterwegs, jeder ein Siegesanwärter, und dann werden deine Konkurrenten durch Stürze aus der Entscheidung gerissen», gab der spätere Sieger Mathias Flückiger zu Protokoll.

Platten wirft Reto Indergand zurück

Die beiden Urner Weltcup-Fahrer Linda und Reto Indergand klagten wie die Konkurrenz auch, etwas über Müdigkeit von der langen Reise und dem Jetlag. Diesen spürte Linda noch etwas beim Short Race, der neuen Disziplin im Bike Weltcup, den sie auf dem 17. Platz beendete. Beim Cross Country konnte man aber bereits wieder die gewohnte Linda beobachten. Vom Start weg kämpfte sie sich in die vordersten Positionen, um die sehr schwierigen Downhills unbeschadet zu überstehen. Ganz an die Spitze reichte es nicht, denn dort fuhr die «Ausserirdische» Jolanda Neff ein einsames Rennen, und distanzierte ihre Konkurrentinnen um mehrere Minuten. «Mit meinem 10. Rang bin ich sehr zufrieden, denn ich hatte auch noch die grosse Enttäuschung der EM wegzustecken, auf dieser schwierigen Strecke kein leichtes Unter-fangen», meinte Linda Indergand nach ihrem Einsatz auf dem Parcours, auf dem im nächsten Jahr die Weltmeisterschaften stattfinden werden.

Reto Indergand nutzte das emotionale Hoch seiner WM-Qualifikation bereits beim Short Race aus, und beendete den Wettbewerb auf dem sehr guten 8. Platz, mit nur drei Sekunden Rückstand auf den Sieger Samuel Gaze aus Neuseeland. Die Position in der ersten Startreihe beim Cross Country nutzte der Urner BMC-Fahrer zu einem sehr guten Start, wurde aber durch einen Sturz etwas zurückgebunden. Seine gute Form brachte ihn aber wieder in die erste Verfolgergruppe, die Jagd auf Mathias Flückiger, Kerschbaumer und Cooper machte. Der Topfavorit Nino Schurter wurde durch einen Kettenriss schon früh aus der Entscheidung geworfen, ebenso später die Begleiter von Flückiger, Kerschbaumer und Cooper, die schwer stürzten. Dann erwischte das Pech auch noch Reto Indergand mit einem Platten in der letzten Runde mit dem Resultat, dass er die schnelle Gruppe ziehen lassen musste, und für ihn nur der 12. Schlussrang übrig blieb. «Es wäre einiges mehr zu bewerkstelligen gewesen, denn ich fühlte mich ausgezeichnet in Form. In Anbetracht der schweren Stürze meiner Kollegen relativiert sich mein Pech aber wieder etwas, und ich kann mich am Sieg unseres BMC-Teams, den wir hier realisieren konnten, zusätzlich freuen», so der nach dem Ärger schon wieder etwas versöhnliche Reto Indergand.

Rangliste:

Mont-Sainte-Anne (CAN). Weltcup. Cross-Country. Männer (29,7 km): 1. Mathias Flückiger (SUI) 1:27:26. 2. Kerschbaumer (ITA) 0:15 zurück. 3. Carod (FRA) 0:23. 4. Marotte (FRA) 0:38. 5. Braidot (ITA) 1:05. 6. Cooper (NZL) 1:41. 7. Nino Schurter 2:37. Ferner die weiteren Schweizer: 11. Andri Frischknecht 3:17. 12. Reto Indergand 3:27. 15. Lars Forster 4:07. 18. Matthias Stirnemann 4:21. 21. Nicola Rohrbach 5:10. 33. Fabian Giger 7:45. 34. Martin Fanger 7:58. 35. Thomas Litscher 8:11. 46. Florian Chenaux, 1 Runde zurück. 48. Andrin Beeli, 2 Rd. – Stand im Weltcup (6/7): 1. Schurter* 1546. 2. Van der Poel 1080. 3. Avancini (BRA) 1061. Ferner die nächstbesten Schweizer: 6. Mathias Flückiger 863. 8. Forster 802. 9. Florian Vogel 777. 15. Indergand 568. 19. Frischknecht 501. – * = steht als Gesamtweltcupsieger fest.

Cross-Country. Short Track (1 km). Männer: 1. Gaze (NZL) 21:41. 2. Avancini (BRA) 0:01 zurück. 3. Flückiger (SUI), gleiche Zeit.

4. Cooper (NZL) 0:02. 5. Forster (SUI), gl. Zeit. Ferner die weiteren Schweizer: 8. Indergand 0:03. 19. Giger 0:19. 22. Schurter 0:37. 36. Frischknecht 1:57. 38. Litscher 1:33. 39. Rohrbach 1:55. – Stand im Weltcup (5,5/7): 1. Schurter 1426. 2. Van der Poel (NED) 1080. 3. Avancini 961. Ferner: 5. Vogel (SUI) 777. 8. Forster 726. 11. Flückiger 613.

Frauen (25,6 km): 1. Jolanda Neff (SUI) 1:29:27. 2. Annika Langvad (DEN) 1:52. 3. Emily Batty (CAN) 2:06. 4. Jana Belomoina (UKR) 2:59. 5. Anne Tauber (NED) 4:00. 6. Kate Courtney (USA) 4:01. 7. Alessandra Keller (SUI) 5:00. Ferner: 10. Linda Indergand (SUI) 7:03. – Stand im Weltcup (6/7): 1. Neff 1600. 2. Langvad 1458. 3. Maja Wloszczowska (POL) 1077. Ferner die nächstbesten Schweizerinnen: 5. Keller 1060. 12. Indergand 663.

Cross-Country. Short Track (1 km). Frauen: 1. Langvad (DEN) 19:32. 2. Neff (SUI) 0:04. 3. Courtney (USA) 0:05. Ferner die weiteren Schweizerinnen: 7. Alessandra Keller 0:16. 17. Indergand 0:58. – Stand im Weltcup (5,5/7): 1. Neff 1350. 2. Langvad 1258. 3. Maja Wloszczowska (POL) 977. 4. Keller 940. Ferner: 14. Indergand 568.