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Seetaler Cup-Erlebnis der speziellen Art

Zweitligist Seetal hat beim 0:16 gegen den Erstligisten Arosa nicht den Hauch einer Chance. Was für den Unterklassigen zählt, ist das Erlebnis und die Erfahrung.
Michael Wyss
Der Seetaler Michi Bühlmann (hinten) versucht den Aroser Bo Salerno zu stören. Bild: Manuela Jans-Koch (Hochdorf, 10. November 2018)

Der Seetaler Michi Bühlmann (hinten) versucht den Aroser Bo Salerno zu stören. Bild: Manuela Jans-Koch (Hochdorf, 10. November 2018)

«Ich freue mich auf das Spiel. Das ist ein Highlight für den Verein in der 20-jährigen Vereinsgeschichte. Diese Partie wird in die Geschichtsbücher eingehen», sagte Bruno Heim, der Sportchef des 1998 gegründeten HC Seetal vor dem Duell der 3. Cup-Qualifikationsrunde gegen den Erstligisten Arosa mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Und er machte keineswegs auf Understatement: «Wir gewinnen mit 4:3.»

Der 53-Jährige lag mit seinem Tipp klar daneben. Die Sensation gegen den neunfachen Schweizer Meister und aktuellen Tabellenzweiten der 1. Liga (Gruppe 2) blieb aus. Die Gäste aus dem Tal des Schanfiggs fertigten das unterklassige Seetal aus der 2. Liga in der eigenen Halle in Hochdorf gleich mit 16:0 ab. Allerdings mussten sich die Bündner, trainiert vom 46-Jährigen früheren Eishockeyprofi Marc Haueter (187 NLB- und 422 NLA-Spiele) bis zur 8. Minute gedulden, bis sie und ihre rund 200 mitgereisten Fans jubeln konnten. Der 26-jährige Seetaler Keeper Yves Joller hielt überragend und war bis zur ersten Drittels-pause mit seinen Paraden dafür verantwortlich, dass die Bündner «nur» 3:0 vorne lagen. Doch je länger die Partie dauerte, desto mehr setzte sich die Klasse des Oberklassigen durch. «Es geht viel schneller als in der 2. Liga. Auf diesem Niveau hat man keine Zeit zum Überlegen. Es war eine Lehrstunde für uns. Ein Spiel, aus dem wir viel Erfahrungen mitnehmen wollen», analysierte Seetal-Spielertrainer Sven Trachsler (32).

Der Aufwand hat sich gelohnt

Respektabel auch die Kulisse im Sportzentrum Iceline Seetal: 415 Fans kamen ins Stadion. «Eine derartige Kulisse gab es letztmals bei unserem 2.-Liga-Aufstieg im Frühjahr», weiss Vorstandsmitglied Marco Meier. Der HC Seetal stand mit 60 Helfern im Einsatz. Ein spezielles Spiel war es auch für den Bündner Stürmer Nando Pfranger, der seit drei Jahren beim HC Seetal spielt und dabei auf seinen um zwei Jahre älteren Bruder Ramon (23) traf. «Wir haben uns die ganze Woche WhatsApp-Nachrichten geschrieben, ich habe ihn schon ein bisschen provoziert und hätte natürlich gerne gegen ihn gewonnen», saft der 21-Jährige lachend.

«Das ist eine ganz andere Welt»

«Einen prominenteren gegen als Arosa konnten wir uns nicht wünschen», sagt Trachsler. Arosa, mit Gründungsjahr 1924, hat eine lange Geschichte und hat viele Fans in der ganzen Schweiz. Das bestätigte auch die Anwesenheit von Sandro Stutz in Hochdorf. Der 44-Jährige ist in Lyss wohnhafte und seit vielen Jahren Arosa-Fan und besucht, wenn es zeitlich passt, jedes Spiel. «Einmal Arosa, immer Arosa. Das ist ein Mythos, eine Herzenssache. Ich kann es nicht beschreiben.» Die Blütezeit erlebte der neunfache Schweizer Meister in den 50er-Jahren, wo er zwischen 1951 und 1957 sieben Mal in Serie den Titel holten. Dass der Verein professionellen Strukturen hat, zeigten sie mit einem eigenen aufgebauten Fanshop und einem Livestream über Facebook. Bis zur 400 Personen sahen das Spiel im Internet, sogar Nutzer aus dem kanadischen Vancouver und Whistler wurden registriert. Als Geschäftsführer figuriert Adrian Fetscherin (44), der frühere Marketing- und Kommunikationschef des Grasshoppers Club Zürich. «Das ist eine andere Welt. Schön, dass wir das erleben durften», so Meier.»

Qualifikation, 3. Runde: Seewen (2. Liga) – Prättigau/Herrschaft (1.) 2:8 (0:1, 1:4, 1:3). Seetal (2.) – Arosa (1.) 0:16 (0:3, 0:5, 0:8). Zug (2.) – Bassersdorf (2.) 11:5 (3:3, 6:0, 2:2). Sursee (2.) – Pikes Oberthurgau (1.) 5:11 (0:5, 1:4, 4:2). Kreuzlingen/ Konstanz (4.) – Luzern (2.) 0:13 (0:3, 0:5, 0:5).

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