Der FC Sempach begibt sich auf Spielersuche

Aufsteiger FC Sempach (2. Liga regional) kämpft beim 0:1 gegen den Absteiger FC Altdorf unglücklich.

Ruedi Vollenwyder
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Der Sempacher Andreas Ademi (rechts) versucht Altdorfs Pirmin Baumann aufzuhalten.Bild: Boris Bürgisser (Sempach, 9. November 2019)

Der Sempacher Andreas Ademi (rechts) versucht Altdorfs Pirmin Baumann aufzuhalten.Bild: Boris Bürgisser (Sempach, 9. November 2019)

Elvis Velic, der Trainer des FC Sempach, peitschte sein Team von der Seitenlinie aus auch in der 92. Minute noch lautstark nach vorne. Der Ausgleichtreffer wollte und wollte trotz immensem kämpferischen Einsatz nicht fallen. 0:1 musste sich Sempach nach einem von Calderon Mavembo verwandelten Foulpenalty (45.) dem Absteiger FC Altdorf geschlagen geben. «Einen Punkt hätten wir dank unserem Einsatz schon verdient», gab sich der 33-jährige Elvis Velic deprimiert. Er muss aber auch zugeben, dass der FC Altdorf es verpasst hatte, den «Sack frühzeitig zuzumachen». Denn Chancen dazu hatten die Urner genug. Die kämpferisch intensive, aber vom spielerischen Gehalt mässige Partie gegen den Favoriten aus Altdorf war seiner Meinung nach ein Spiegelbild gleich mehrerer Vorrundenpartien. «Wir haben wiederum einen Riesenaufwand betrieben, herausgeschaut hat wieder nichts», meinte er enttäuscht, nachdem sich sein Team gegen die stark verteidigenden Urner keine einzige klare Torchance herausarbeiten konnte.

Strahlend nahm hingegen Altdorfs Captain und Elfmetertorschütze Mavembo die Gratulationen entgegen. «Wir wollten diese drei Punkte nach Hause mitnehmen. Unter welchen Umständen wir dieses Ziel erreichen, das war uns egal. Dank diesem Sieg haben wir unser Vorrundenziel nach einer schwachen Startphase so noch erreichen können.» Er spricht dabei die ersten sieben Partien in der neuen 2.-Liga-Umgebung an, aus welcher magere acht Zähler herausschauten. Dank diesem Schlussspurt mit 13 Punkten aus den letzten sechs Spielen «sind wir nun wieder bei den Leuten». Das Team um Spielertrainer Samuel Lustenberger überwintert mit 21 Punkten auf dem 6. Rang. Mit viel Luft nach oben.

Durchzogene Vorrunde der Sempacher

Von einem solchen Zwischenrang kann man beim Aufsteiger Sempach nur träumen. Das Team um Trainer Elvis Velic und Coach Fredy Leuthard bleibt nach dieser 0:1-Niederlage auf dem 13. Rang und den 11 Punkten sitzen. Sportchef Lukas Kamber spricht denn auch «von einer durchzogenen Vorrunde». Dass der sofortige Wiederaufstieg so seine Tücken haben wird, das war man sich im Lager der Sempacher bewusst. «Wir wussten, dass die Mannschaft in jeder Partie an ihre Grenzen und darüber hinaus gehen muss, um in der 2. Liga bestehen zu können. Dass die Mannschaft dazu bereit ist, das hat sie mit guten Leistungen mit Siegen gegen Gunzwil, Hochdorf und Obergeissenstein bewiesen», schiebt der Sportchef die erfreulichen, positiven Momente vor.

Die gröbste Baustelle ist seiner Meinung nach die fehlende Breite des Kaders. So musste er nach Verletzungen von bestandenen Spielern auf Akteure des 4.-Liga-Teams und der Senioren zurückgreifen, um personell einigermassen über die Runden zu kommen. Deshalb will man beim FC Sempach in der Winterpause auf dem Transfermarkt nochmals aktiv werden. Zumal in der Rückrunde wegen des Militärdienstes der eine oder andere Spieler dem Trainer nicht immer zur Verfügung stehen wird. «Zusammen mit Trainer Elvis Velic bin ich daran, den Markt zu sondieren und den einen oder anderen Spieler nach Sempach zu lotsen», hofft Sportchef Lukas Kamber auf eine Lösung des Kaderproblems. Um dann in der Rückrunde «neu anzugreifen» wie Trainer Elvis Velic, der Cousin von Perlen-Trainer Saba Velic, kämpferisch sagt, um aus dem Abstiegssumpf herauszukommen.