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Die Handballer der SG Pilatus schaffen den Exploit

Grosse Überraschung in Luzern: Die sieglose SG Pilatus bezwingt den ungeschlagenen Leader aus Olten mit 28:25. Das soll Mut im 1.-Liga-Abstiegskampf machen.
Stephan Santschi
Flavio Gnos (am Ball) zeichnet sich für vier Treffer der SG Pilatus verantwortlich. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 10. November 2018)

Flavio Gnos (am Ball) zeichnet sich für vier Treffer der SG Pilatus verantwortlich. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 10. November 2018)

«Ich wusste, dass wir 60 Minuten unser Spiel durchziehen können. Dass es uns aber ausgerechnet gegen den unangefochtenen Leader gelingt, hätte ich nicht gedacht. Das war schon gut.» Ralf Stojan, der Trainer der SG Pilatus, blickt auf ein ausserordentliches Ereignis zurück. Am Samstag kam es in der neunten Runde der 1.-Liga-Gruppe 3 zum Duell zwischen dem sieglosen Schlusslicht aus Luzern und dem verlustpunktlosen Gast aus Olten. Der knappste Erfolg der Solothurner war einer mit sechs Toren Differenz, zudem hatten sie die SG Pilatus im Hinspiel von Anfang September mit 31:15 abgefertigt. «Da waren wir vorgeführt worden», erinnert sich Stojan.

Und nun? Siegte sein Team in der Maihofhalle mit 28:25. Wie war das möglich? «Wir hatten nicht die bessere Trefferquote als der Gegner und auch nicht die bessere Torhüterleistung. Gewinnbringend war vielmehr unsere Disziplin.» Sein Team habe am Limit gespielt, die Fehler aber in Grenzen halten können. «Die 5:1-Abwehr war stark, wir suchten die erste und zweite Welle und wenn es nötig war, bauten wir vorne in Ruhe unser Kombinationsspiel auf.»

Stojan lobt «bärenstarke» Teamleistung

So entwickelte sich ein nicht zu erwartendes Kräftemessen auf Augenhöhe, in dem sich die SG Pilatus auch von einem Zweitorerückstand nach 16 Minuten (8:10) nicht verunsichern liess. Bis zur Pause hatte sie das Skore egalisiert (14:14) und damit ein erstes Teilziel erreicht. Nach dem Seitenwechsel lag der Aussenseiter dann mehrheitlich in Front, nach 41 Minuten sogar erstmals mit vier Treffern (21:17). Olten aber blieb dran, verkürzte vier Minuten vor Schluss auf 25:24, verzweifelte letztlich aber am Luzerner Keeper Patrick Rast, der seinem Team mit sehenswerten Paraden den Sieg sicherte. «Jeder hat seine Leistung gebracht, wir hatten keine Ausfälle wie bisher. Das war eine bärenstarke Teamleistung», freut sich Ralf Stojan und er betont: «Wir haben keine starken Einzelspieler, bei uns läuft alles über das Kollektiv.»

So erstaunlich der Zeitpunkt des ersten Sieges ist, so absehbar war, dass er bald bevorstehen würde. Die auf diese Saison hin neu formierte SG Pilatus hatte davor aus acht Partien zwar nur zwei Unentschieden erspielen können, der positive Trend allerdings sei erkennbar gewesen, sagt Stojan. «Wir könnten oder müssten sogar einige Punkte mehr auf dem Konto haben.» Auch in kürzlich ausgetragenen Testspielen gegen die B-Ligisten Stans und Altdorf habe man nicht schlecht ausgesehen und Schwung in die Meisterschaft mitnehmen können.

Sieg soll keine Eintagsfliege bleiben

«Ich möchte, dass wir Handball als Spiel verstehen. Auch wenn wir verschiessen, ist mir eine herausgespielte Chance immer noch lieber, als wenn ein Akteur einfach mal wirft, weil er Bock drauf hat. Handball ist für mich kein Hauruck», erklärt der in Stans wohnhafte Übungsleiter aus Deutschland.

An der Situation in der Tabelle ändert sich aber auch nach dem Exploit vorderhand nichts. Die SG Pilatus bleibt Letzte, der Rückstand auf den Strich beträgt noch immer sechs Punkte. «Wir hoffen nun aber, dass dieser Auftritt keine Eintagsfliege war. Wir möchten möglichst viel Positives für den Abstiegskampf mitnehmen.» Am kommenden Sonntag gastieren die Luzerner beim viertklassierten Muri. Fünf Spieltage stehen bis Mitte Dezember noch auf dem Programm, ehe im Frühjahr die Top 4 die Aufstiegsrunde bestreiten und die vier schlechtesten Teams in die Relegationsrunde müssen.

Hauptrunde, Gruppe 3: SG Pilatus – SG Olten 28:25 (14:14). Wohlen – Mutschellen 35:28 (14:10). Olten – Wohlen 33:23 (14:9). Muri – Einsiedeln 34:34 (18:19). – Rangliste (alle 9 Spiele): 1. SG Olten 9/16. 2. Einsiedeln 9/11. 3. Muotathal 9/11. 4. Muri 9/10. 5. SG Horgen/Wädenswil 9/9. 6. Mutschellen 9/7. 7. Wohlen 9/4. 8. SG Pilatus 9/4.

SG Pilatus – SG Olten 28:25 (14:10)

Maihof, Luzern. – 120 Zuschauer. – SR Schlegel/Steiner. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen SG Pilatus; 1-mal 2 Minuten gegen Olten. – SG Pilatus: Rast/Iten (1); Wyss (3), Wolf (3), Studer (3), Rico Baumann (2), Gnos (4), Bühler (4/1), Stadelmann (2), Heller (2), Weingartner (2), Felber, Schnetzler (1), Tino Baumann (1).

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